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Kinderschutzdienst nimmt Interessen der Kinder besonders in den Fokus
Homeschooling und Lockdown hallen nach

Gerade Kindern wird in Zeiten der Pandemie viel abverlangt. Der Kinderschutzdienst nimmt ihre Interessen besonders in den Blick und möchte dazu anregen, ihre Erfahrungen mit dem Lockdown mehr zu würdigen.
  • Gerade Kindern wird in Zeiten der Pandemie viel abverlangt. Der Kinderschutzdienst nimmt ihre Interessen besonders in den Blick und möchte dazu anregen, ihre Erfahrungen mit dem Lockdown mehr zu würdigen.
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damo Kirchen. „Die Kinderrechte sind in der Pandemie oft vergessen worden“: Das Fazit von Melanie Jung nach anderthalb Jahren ständigem Hin und Her zwischen Lockdown und Lockerung fällt ernüchternd aus. Abgeriegelte Spielplätze, kaum Kontakte, Lernen auf Distanz: All das hat die Kinder vor neue Herausforderungen gestellt, und „all das war bei den Strategien für den Umgang mit der Pandemie nicht in den Köpfen“, sagt die Sozialpädagogin. Grund genug für den DRK-Kinderschutzdienst, die Frage aufzuwerfen: Wie geht’s eigentlich nach dem Lockdown weiter?

Denn anderthalb Jahre Corona haben die Kinder geprägt. Manche haben die Zeit – zumindest dem Anschein nach – gut weggesteckt, andere hingegen sind deutlich verändert aus dem Homeschooling zurückgekehrt.

damo Kirchen. „Die Kinderrechte sind in der Pandemie oft vergessen worden“: Das Fazit von Melanie Jung nach anderthalb Jahren ständigem Hin und Her zwischen Lockdown und Lockerung fällt ernüchternd aus. Abgeriegelte Spielplätze, kaum Kontakte, Lernen auf Distanz: All das hat die Kinder vor neue Herausforderungen gestellt, und „all das war bei den Strategien für den Umgang mit der Pandemie nicht in den Köpfen“, sagt die Sozialpädagogin. Grund genug für den DRK-Kinderschutzdienst, die Frage aufzuwerfen: Wie geht’s eigentlich nach dem Lockdown weiter?

Denn anderthalb Jahre Corona haben die Kinder geprägt. Manche haben die Zeit – zumindest dem Anschein nach – gut weggesteckt, andere hingegen sind deutlich verändert aus dem Homeschooling zurückgekehrt. „Viele Lehrer haben uns berichtet, dass es nach dem Lockdown teilweise stumm geworden ist in den Klassen und liebgewonnene Rituale durch die Corona-Regeln nicht mehr stattfinden konnten“, berichtet Jung im Gespräch mit der Siegener Zeitung.

Beklemmende Videokonferenzen

Und mehr als einmal haben Lehrer von beklemmenden Szenen bei den Videokonferenzen erzählt: „Die Lehrer hatten plötzlich beim Videochat mit den Kindern Einblick in häusliche Situationen – und sie haben miterlebt, dass die Stimmung gereizt war. Das lässt natürlich befürchten, dass es, wenn kein Lehrer zuschaut, noch heftiger zugeht.“

Nach all diesen Eindrücken steht für den Kinderschutzdienst außer Frage: „Die Pandemie hat viele Kinder verändert.“ Und leider trifft das im besonderen Maße auf Familien zu, in denen es ohnehin schon Konflikte und besondere Belastungen gibt.

Finanzierung aus Corona-Nothilfefonds

All das war für den Kinderschutzdienst Grund genug, mit zwei Expertinnen vom MuT-Zentrum einen Online-Fachtag für Grundschullehrer und Schulsozialarbeiter aus dem AK-Land auszurichten. Finanziert wurde die Veranstaltung aus dem Corona-Nothilfefonds des DRK – und sie stand unter der Überschrift „Weck den Löwenzahn in dir – Resilienzförderung in besonderen Zeiten“.

Das Bild des Löwenzahns ist nicht zufällig gewählt worden: „Diese Pflanze hat enorme Kraft, und darum ging es uns auch: Wir haben uns die Frage gestellt, wie Kinder wieder in die Kraft kommen können.“
Im Dialog, im Plenum und in Kleingruppen wurde beim Fachtag deutlich, dass ein wesentlicher Aspekt des Lockdowns bislang kaum Berücksichtigung gefunden hat: nämlich der, dass der Start zurück ins „normale“ Schulleben kein Selbstläufer ist.

Andere Sorgen und Ängste

„Klar, alle waren froh, als es wieder losgegangen ist. Aber dabei ist oft übersehen worden, dass zwar dieselben Kinder zusammensitzen, aber mit ganz anderen Erfahrungen, Sorgen und Ängsten als zuvor.“

So weiß das Team des Kinderschutzdienstes von vielen Kindern im Grundschulalter, dass sie neue und andere Ängste entwickelt haben. „Viele haben ganz große Sorgen, dass sie Oma oder Opa anstecken könnten. Oder aber, dass jetzt für immer Corona sein könnte.“ All das sind Herausforderungen, die auch den Schulalltag prägen.

"Viele haben ganz große Sorgen,
dass sie Oma oder Opa anstecken könnten.
Oder aber, dass jetzt für immer Corona sein könnte."

Melanie Jung
Kinderschutzdienst

Also ist hin- und herüberlegt worden, wie die Schulen den Start nach einem Lockdown gestalten können. Zwar wurde deutlich, dass viele Schulen bereits Angebote für die Kinder gemacht haben, aber: Es braucht einen flächendeckenden und angeleiteten Fahrplan, um möglichst überall die Erfahrungen der Kinder zu würdigen und aufzuarbeiten.

Wertschätzung für Kinder wichtig

Um diesen Fahrplan zu erarbeiten, war der Fachtag schlicht zu kurz, aber klar ist: „Ganz entscheidend ist, sich bewusst zu machen, dass es ein echter Neustart ist. Das müssen wir uns alle noch bewusster machen“, meint Jung. Und dann gibt es eine Vielzahl von kleinen Ritualen oder Gesten, die eine große Wirkung entfalten können: „Urkunden fürs Alleinelernen, ein gemeinsames Projekt zum Neustart, eine kleine Feier – da gibt es viele Möglichkeiten. Wichtig ist einfach die Wertschätzung – denn die haben die Kinder in diesen Zeiten echt verdient.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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