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Niederfischbach
Im Tierpark wird wieder Apfelsaft hergestellt

In manchen Gärten tragen die Apfelbäume gut, in anderen gibt’s nichts zu ernten: Die Apfelernte 2020 ist hierzulande ziemlich durchwachsen. Trotzdem bieten „Ebertseifen – Lebensräume“ und der Tierpark-Verein wieder ihr Apfelsaftpressen an.
  • In manchen Gärten tragen die Apfelbäume gut, in anderen gibt’s nichts zu ernten: Die Apfelernte 2020 ist hierzulande ziemlich durchwachsen. Trotzdem bieten „Ebertseifen – Lebensräume“ und der Tierpark-Verein wieder ihr Apfelsaftpressen an.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

damo Niederfischbach. Diesmal reicht es auf dem Hof Ebertseifen nur für die Sieben- und Gartenschläfer: Die rund 80 Apfelbäume auf dem Hof bei Katzwinkel haben nur wenig Früchte getragen – das Pflücken lohnt sich kaum. Also kommen eben die Bilche auf ihre Kosten: Sie klettern nachts in die Bäume, um sich die frischen Äpfel direkt vom Ast zu holen. Und noch lieber sammeln sie das Fallobst – schließlich ist das meist schon ein bisschen angegoren: „Das macht den Bilch glücklich“, sagt Peter Merzhäuser lachend.
Der Gründer des Vereins „Ebertseifen – Lebensräume“ nimmt es mit Humor, dass die Apfelernte in unserer Region alles andere als eine verlässliche Größe ist.

damo Niederfischbach. Diesmal reicht es auf dem Hof Ebertseifen nur für die Sieben- und Gartenschläfer: Die rund 80 Apfelbäume auf dem Hof bei Katzwinkel haben nur wenig Früchte getragen – das Pflücken lohnt sich kaum. Also kommen eben die Bilche auf ihre Kosten: Sie klettern nachts in die Bäume, um sich die frischen Äpfel direkt vom Ast zu holen. Und noch lieber sammeln sie das Fallobst – schließlich ist das meist schon ein bisschen angegoren: „Das macht den Bilch glücklich“, sagt Peter Merzhäuser lachend.
Der Gründer des Vereins „Ebertseifen – Lebensräume“ nimmt es mit Humor, dass die Apfelernte in unserer Region alles andere als eine verlässliche Größe ist. Seit acht Jahren richtet der Verein im Tierpark Niederfischbach das alljährliche Saftpressen aus – aber de facto ist nur viermal was draus geworden. In den übrigen vier Jahren gab’s hierzulande einfach nicht genug Äpfel.
Ob’s ein gutes Apfel-Jahr wird oder nicht, entscheidet sich im Frühjahr: Während der Apfelblüte werden die Weichen gestellt. Wenn’s zu kalt ist, bleiben die Bienen träge in ihrem Stock hocken – und die paar Hummeln, die durch die kühle Frühlingsluft brummen, schaffen es keineswegs, alle Blüten zu bestäuben. Noch schlimmer ist freilich ein Spätfrost: Er kann in einer einzigen Nacht die Apfelernte des Herbsts vernichten.

Erneut ein richtig schlechtes Apfel-Jahr

Nun scheint dieses Jahr weder ein richtig gutes noch ein richtig schlechtes Apfel-Jahr zu werden – das ist zumindest der Eindruck von Peter Merzhäuser und seinen Ebertseifen-Mitstreitern. Denn in manchen Gärten kann man reichlich Früchte sehen, in anderen sind die Äste blank. „Da können kleinste Unterschiede eine Rolle spielen“, sagt Merzhäuser: Vielleicht bekommt der eine Garten ein bisschen mehr Sonne ab, vielleicht wächst dort eine Sorte, die ein paar Tage später blüht.
Also hat der Vereinsvorstand entschieden, es darauf ankommen zu lassen: Die schwere Apfelsaftpresse steht in dieser und der kommenden Woche wieder im Tierpark Niederfischbach. Dort, im Schwester-Verein von „Ebertseifen – Lebensräume“, können jetzt alle, die reichlich geerntet haben, ihre Äpfel abliefern.
Es gibt zwei Varianten, was dann mit den Früchten geschieht (selbstredend entscheidet das derjenige, der die Äpfel ins Otterbachtal bringt):
„Manche Leute schenken uns einfach die Äpfel“, berichtet Merzhäuser. Damit unterstützen sie die Arbeit des Tierparks und des Vereins „Ebertseifen“, denn der fertige Apfelsaft wird anschließend verkauft, und der gesamte Erlös wird zwischen den beiden Vereinen aufgeteilt und kommt damit dem Naturschutz zugute.

Im Tierpark Niederfischbach wird bis 16. Oktober gepresst

Man kann aber auch seine Äpfel abgeben und gegen ein Entgelt pressen und pasteurisieren lassen. „Und wir versuchen, den Leuten wirklich den Saft aus ihren eigenen Äpfeln zu geben“, sagt Merzhäuser, schränkt aber ein: „Dazu müssen allerdings auch entsprechende Mengen angeliefert werden, denn die Presse muss voll sein.“ Und wenn sie nicht voll wird? „Dann mischen wir, und das ist ganz sicher kein Nachteil: Je mehr Sorten, desto leckerer wird der Saft.“
Besagte Presse genügt durchaus professionellen Ansprüchen. Im ersten Schritt schreddert sie die Äpfel, im zweiten Schritt werden 70 Kilo Apfelmus eingefüllt und zu Saft gepresst – und zwar mit 200 bar. Am Ende kommen 30 bis 40 Liter fertiger Saft aus der Presse; dieser wird auf knapp 80 Grad erhitzt und in 5l- oder 10l-Gebinde verpackt.
Diese überdimensionalen Trinktüten im Karton verfügen über einen Zapfhahn – und in ihnen bleibt der Saft lange, lange genießbar. „Offiziell ist der Saft ein Jahr haltbar“, sagt Merzhäuser: „Ich trinke im Moment fünf Jahre alten.“ Und, nein: Merzhäuser kopiert nicht das Verhalten der Bilche – der Saft ist nicht angegoren.
Wer also seine Äpfel professionell in den flüssigen Aggregatzustand überführen will, sollte bis Freitag, 16. Oktober, im Tierpark aufschlagen. Eine Anmeldung ist erforderlich, und zwar unter Tel. (0 27 34) 57 10 26.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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