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Fotografin Susanne Wilwerscheid kam an die Tür
Im Vorgarten bitte lächeln!

Bunt und kreativ: Susanne Wilwerscheid hatte ebenso viel Spaß an der Vor-der-Haustür-Fotografie wie die Abgelichteten. Hier sind die Zwillinge Milo und Justus Moog und Schwester Josefine aus Kirchen zu sehen. Fotos (3): Susanne Wilwerscheid
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  • Bunt und kreativ: Susanne Wilwerscheid hatte ebenso viel Spaß an der Vor-der-Haustür-Fotografie wie die Abgelichteten. Hier sind die Zwillinge Milo und Justus Moog und Schwester Josefine aus Kirchen zu sehen. Fotos (3): Susanne Wilwerscheid
  • hochgeladen von Nadine Buderath (Redakteurin)

nb Brachbach. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat sie gelauert, das Teleobjektiv im Anschlag für den perfekten „Schuss“. Doch Susanne Wilwerscheid gehört nicht zur Paparazzi-Meute, die auf eine Aufnahme von Prinz William oder dem Wendler lauert. Nein, die Fotomotive der Brachbacherin wussten um die Kamera vis-à-vis der eigenen Haustür. Frei nach dem Motto: Wenn Familien nicht zur Fotografin kommen können, dann kommt die Fotografin zur Familie, und wenn das Fotostudio wegen Corona geschlossen ist, dann wird eben der Vorgarten zur Kulisse.

Susanne Wilwerscheid, 39 Jahre alt, hat vor einigen Jahren ihr vormaliges Hobby zum (Neben-)Beruf gemacht. Schon als Jugendliche, so erzählt sie, hat sie sich für das Fotografieren begeistert.

nb Brachbach. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat sie gelauert, das Teleobjektiv im Anschlag für den perfekten „Schuss“. Doch Susanne Wilwerscheid gehört nicht zur Paparazzi-Meute, die auf eine Aufnahme von Prinz William oder dem Wendler lauert. Nein, die Fotomotive der Brachbacherin wussten um die Kamera vis-à-vis der eigenen Haustür. Frei nach dem Motto: Wenn Familien nicht zur Fotografin kommen können, dann kommt die Fotografin zur Familie, und wenn das Fotostudio wegen Corona geschlossen ist, dann wird eben der Vorgarten zur Kulisse.

Susanne Wilwerscheid, 39 Jahre alt, hat vor einigen Jahren ihr vormaliges Hobby zum (Neben-)Beruf gemacht. Schon als Jugendliche, so erzählt sie, hat sie sich für das Fotografieren begeistert. Als sie sich mit 18 Jahren die erste Spiegelreflex zulegte, „da ging es dann so richtig los“. Beruflich schlug sie allerdings andere Wege ein, absolvierte eine kaufmännische Ausbildung und ist auch heute noch halbtags in diesem Bereich tätig. Aber: Die Fotografie-Leidenschaft hat sie dabei nie abgelegt. Sie las sich vieles an und absolvierte diverse Kurse an der Volkshochschule, aber vor allem das Fotografieren, Fotografieren, Fotografieren ließ sie immer besser im Umgang mit der Kamera werden.

Dann der nächste große Schritt: Susanne Wilwerscheid richtete sich in ihrem Haus in Brachbach, das sie mit Mann und zwei Kindern bewohnt, ein eigenes Fotostudio ein. Außerdem zieht sie normalerweise auch mit Kamera, Stativ und Co. los: Die 39-Jährige nimmt die klassischen Aufträge an: Sie fotografiert bei Familienfeiern, Hochzeiten oder in Kindergärten. Und in ihr kleines Fotostudio kommen die Kunden für Porträtaufnahmen. Besonders haben es der 39-Jährigen Familienporträts angetan.

Als Corona dann vielen Berufen ins Handwerk pfuschte, setzte auch die Kamera von Susanne Wilwerscheid Staub an. Schließlich fielen geplante Hochzeiten ins Wasser, die Regularien waren unübersichtlich und „schwammig“, wie es die Brachbacherin empfindet und außerdem: „Es wollte ja eh keiner so richtig.“

Für Susanne Wilwerscheid bedeutete das weniger ein finanzielles Problem, aber die fotografische Zwangspause sorgte dennoch für Frust. Leicht gelockerte Regeln und ein Ausflug ins Internet brachten dann die Lösung. Susanne Wilwerscheid erfuhr nämlich auf der Seite der aus Niederdreisbach stammenden Fotografin Mirjam Rein von sogenannten Haustürporträts und war direkt Feuer und Flamme: „Was für eine tolle Idee!“

Und die Idee geht so: Die Menschen, die ein Porträt von sich wollen, stellen sich vor ihre eigene Haustür, die Person mit der Kamera nimmt gebührenden Sicherheitsabstand ein und dann geht es los.

Susanne Wilwerscheid warb auf ihren Social-Media-Kanälen für das Vorhaben und nach den ersten Aufnahmen tat auch die Mundpropaganda ihr Übriges: Rund drei Wochen lang fertigte sie „Haustürporträts“ – in Scheuerfeld und in der Siegener Numbach, in Brachbach und Freudenberg, in Kirchen und in Eiserfeld.

Und wer jetzt meint, da steht eine Familie einfach aufgereiht an der Tür und die Fotografin macht nur schnell „klick“, der irrt: Ganz vielfältig sind die entstandenen Aufnahmen. Da wurde im Baumhaus posiert oder vor der Haustür die Turnmatte ausgerollt. Mal zauberten Kinder mit bunter Kreide einen Regenbogen auf den Bürgersteig – und der Regenbogen war dann natürlich mit im Bild –, eine Familie ließ sich vorm Gartenzaun ablichten, eine andere lachte aus dem geöffneten Camping-Bus heraus. Hübsch auch die Idee mit der „Zweittür“: Eine Familie aus Birken hatte eine ausgemusterte Tür, die „nur“ noch als Deko-Objekt diente, in den Garten getragen und ließ sich davor ablichten, denn: „Haustür kann ja jeder.“

Viele der Porträtierten hatten selber diese kreativen Ideen, andere wollten sich lieber von Susanne Wilwerscheid anleiten lassen. Aber Spaß hatten auf jeden Fall immer beide Seiten.

Bezahlen ließ sich die Brachbacherin für die Fotos nicht, aber als sie sich vor dem Start der Aktion mit ihrem Mann darüber unterhielt, hatte dieser mit „Die Leute wollen doch sicherlich was geben“, den richtigen Riecher. Er machte dann auch den Vorschlag, der ebenfalls gut ankam: „Dann spende das doch einfach.“

500 Euro sind bei den „Haustürporträts“ per freiwilligem Obolus zusammengekommen und die hat Susanne Wilwerscheid, die selber von der Höhe der Summe überrascht war, bereits an die „Aktion Lichtblicke“, die Kinder, Jugendliche und ihre Familien unterstützt, gespendet.

Doch das ist nicht der einzige Grund, warum sie jetzt, wo sich das normale Auftragsbuch wieder ganz gut füllt, voller Zufriedenheit und Begeisterung auf die Wochen der besonderen Porträts zurückblickt. „Man lernt so viele neue Leute kennen“, so Susanne Wilwerscheid, die das Herumreisen und die neuen Perspektiven merklich genossen hat. „Ich überlege“, so verrät sie zuletzt noch, „das im nächsten Jahr wieder zu machen.“

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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