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Friesenhagen hält an der Tradition fest
Improvisierter Erntedankfestzug mit Abstand

Die Hauptstraße mit ihren prächtigen Alleebäumen war eine hübsche Kulisse für den Festzug, der eigentlich gar nicht stattgefunden hat.
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  • Die Hauptstraße mit ihren prächtigen Alleebäumen war eine hübsche Kulisse für den Festzug, der eigentlich gar nicht stattgefunden hat.
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  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

rai Friesenhagen. Klein, aber fein: Bollerwagen mit Blumen geschmückt und einige Dutzend Menschen – typisch ländlich-bäuerlich kostümiert – sind am Sonntagnachmittag fröhlich durch den Ort gezogen. Der traditionelle Erntedankfestzug in seiner gewohnten Form ist aufgrund der Pandemie ausgefallen, aber die über 50-jährige Tradition wurde spontan und als private Initiative doch aufrechterhalten.Gewöhnlich stehen die Zuschauer aus nah und fern am vierten Sonntag im September dicht gedrängt am Straßenrand der Wildenburger Gemeinde, während sich der Erntedankfestzug mit seinem bunten Motivwagen und prächtig herausgeputzten Gruppen oberhalb des Dorfes formiert. Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung.

rai Friesenhagen. Klein, aber fein: Bollerwagen mit Blumen geschmückt und einige Dutzend Menschen – typisch ländlich-bäuerlich kostümiert – sind am Sonntagnachmittag fröhlich durch den Ort gezogen. Der traditionelle Erntedankfestzug in seiner gewohnten Form ist aufgrund der Pandemie ausgefallen, aber die über 50-jährige Tradition wurde spontan und als private Initiative doch aufrechterhalten.Gewöhnlich stehen die Zuschauer aus nah und fern am vierten Sonntag im September dicht gedrängt am Straßenrand der Wildenburger Gemeinde, während sich der Erntedankfestzug mit seinem bunten Motivwagen und prächtig herausgeputzten Gruppen oberhalb des Dorfes formiert. Corona machte auch hier einen Strich durch die Rechnung.

Aktuelle Themen aufgegriffen

Es war kurz vor 14 Uhr, als sich dann doch einige Menschen am Blumenberg einfanden – kostümiert und mit Bollerwagen. Auf denen waren ein paar Früchte des Feldes drapiert, Blechblasmusik erschallte aus dem Lautsprecher.Das Startsignal für den Festzug ist jedes Jahr das Läuten der Glocken in der St.-Sebastianus-Pfarrkirche. Auch im Jahr der Pandemie war das Geläut von unten herauf zu hören – und ein kleiner, aber feiner Zug setzte sich in Bewegung. „Es ist heute der kälteste vierte September-Sonntag seit zehn Jahren“, sagte Konrad Dietershagen.
„Wir danken Gott für seine Gaben, auch wenn wir heut’ Corona haben“: Das stand auf einem Bollerwagen zu lesen, den eine Gruppe hinter sich herzog. Und einige Damen hatten sich sozusagen den ausgefallenen Zug als „Thema“ vorgeknöpft: Die einzelnen Blätter, die sie umgehängt hatten, ergaben: „Der Zug fällt aus“.
Bekanntlich werden bei den Motiven im Erntedankfestzug aktuelle Themen aufgegriffen. Zwei andere Damen hielten einen Zollstock – zwei Meter lang– zwischen sich. Der Abstand reichte. „Erntedank, mit Abstand das schönste Fest“, hieß es doppeldeutig auf einem Plakat mit entsprechenden Symbolen.

Sogar die Erntekrone durfte nicht fehlen

Traditionell gehört eine Erntekrone mit zur Ausstattung beim Festzug. Die war auch an der Spitze zu sehen, in einer Mini-Variante, auf einem Bollerwagen. Die Wildenburger Landjugend hatte sich um den Schmuck gekümmert. Der elfjährige Lukas Koch zog den Bollerwagen. Der führte die Gruppen entlang des gewohnten Weges – der in anderen Jahren von den Menschenmassen gesäumt wird. Unterwegs standen doch ein paar Menschen, und als man wieder ins Dorf hereinkam, hörte man am Straßenrand jemanden sagen: „Herrlich.“Hier gesellte sich noch eine Gruppe hinzu: Die Familie Hermann hatte tatsächlich eine Erntekrone en miniature geflochten. Auf dem Bollerwagen kam sie goldgelb prächtig zum Leuchten, auch ohne Sonne. Dazu wurde noch eine Fahne mit Friesenhagener Wappen getragen. Diese waren im Übrigen im HBS-Dorfladen verkauft worden, – und sollen schnell ausverkauft gewesen sein, wie zu erfahren war. Auch einige Häuser waren damit geschmückt.
Nach dem Sonntagsspaziergang kamen alle auf dem Festplatz zusammen, stellten sich im Rund auf und spendeten sich gegenseitig Beifall. Danach verabschiedet man sich und wünschte sich alles Gute - an diesem vierten September-Sonntag.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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