»In den nächsten Wochen geht nichts mehr«

Freusburger Vereinsleben ist lahm gelegt:

Das Bürgerhaus holt sich nach Rohrbruch »nasse Füße«/Karneval fällt vermutlich aus

fram/goeb/thor Freusburg. Das wird die Veranstalter von Kultur- und Sportveranstaltungen hart treffen: »In den kommenden vier bis fünf Wochen«, so ließ sich gestern Nachmittag bei einem Ortstermin mit Vertretern aus der Versicherungswirtschaft Bürgermeister Wolfgang Müller vernehmen, »geht hier nichts mehr. Veranstaltungen im Bürgerhaus sind nicht möglich«. Und auch Kirchens Bauamtsleiter Stefan Strunk schüttelte den Kopf, während sein Blick über notdürftig auf der Bühne gestapeltes Inventar glitt: Trampolin, Sportkisten, Matten, Elemente von Bühnenkulissen. Draußen türmte sich ein Haufen vollends vom Wasser zerstörter Materialien – abholbereit für den Sperrmüll.

Steinmarder war am Werk

Ein Rohrbruch im Requisitenraum des Theatervereins »Harmonie« unter dem Dach des Freusburger Bürgerhauses setzte in der Nacht zum vergangenen Samstag das Gebäude unter Wasser. Ein Steinmarder hat vermutlich die Isolierung der Leitung abgenagt, um sich aus dem Dämmstoff ein Nest zu bauen. Jedoch mit verheerenden Folgen angesichts des anhaltenden Frosts der letzten Tage.

Am Samstagmorgen war der Schaden entdeckt worden. Eine stetiger Strom Leitungswasser, nach ersten Schätzungen müssen es etliche Kubikmeter gewesen sein, ergoss sich durch die Sperrholzdecke auf die Sportgeräte und in die Halle darunter.

Nachdem eine Trockenlegungsfirma das Wasser in der Sporthalle abgesaugt und Luftentfeuchter aufgestellt hatte, wurde das wahre Ausmaß aber erst am Nachmittag klar. Das kalte Nass war fatalerweise unter den Schwingboden gelaufen, der Dämmstoff hat sich vollgesogen und droht jetzt zu faulen.

Während fleißige Hände einen Großteil der Theaterrequisiten zu Sperrmüll anhäuften, fuhr die Freusburger Feuerwehr ihr Pumpenarsenal auf. Sowohl die Holzdecke als auch der Hallenboden müssen möglicherweise erneuert werden. Gestern wollten vor Ort Fachleute allerdings auch nicht ausschließen, dass das vollgesogene Holz langsam getrocknet und somit erhalten werden könnte. Zur Höhe des Schadens wollte und konnte sich deshalb gestern niemand äußern. »Einen Nachteil werden wir aber gewiss nicht in Kauf nehmen«, wandte Bürgermeister Müller ein. »Der Zustand muss nach der Wiederherstellung qualitativ so gut sein wie vorher.«

Das Bürgerhaus bleibt bis auf Weiteres geschlossen - ein Dilemma angesichts des mit Sportveranstaltungen, Theaterproben und Karnevalsfeiern gefüllten Nutzungsplans. Carsten Herrmann, Tischtennis-Abteilungsleiter des TuS Freusburg, erfuhr von dem Dilemma durch einen Anruf der SZ. Am kommenden Freitag hätte der TuS hier sein nächstes Meisterschaftsspiel ausrichten sollen. Nun muss Herrmann hektisch nach einer Ausweichhalle suchen bzw. eine Spielverlegung beantragen. Doch nicht nur die Tischtennisspieler haben vorerst ihre Wettkampfstätte verloren, die verschiedensten Turngruppen sind hier zu Hause. »Eigentlich ist die Halle fast jeden Tag ausgebucht«, berichtet Herrmann.

Proben liefen seit Herbst

Besonders bitter ist der Vorfall für die Damen der Theatergruppe der kfd Freusburg. Das Team sorgt seit nunmehr 24 Jahren dafür, dass in dem Kirchener Ortsteil eine tolle Karnevalsshow vor vollem Haus geboten wird. Als Pressebeauftragte Gabriele Becker gestern vom Ausmaß des Schadens erfuhr, lautete ihr erster Kommentar: »Dann ist der Karneval hinüber.« Auch Vorsitzende Birgit Ahnert, die von Bürgermeister Müller noch nicht über die Dauer der Schließung unterrichtet worden war, geht trotz eines kleinen Hoffnungsschimmers nicht davon aus, dass die für den 22. Februar geplante Sitzung im Bürgerhaus unter diesen Voraussetzungen durchgeführt werden kann. Dabei laufen die Proben bereits seit vergangenen Herbst. »Viele Frauen haben schon Sachen genäht oder sich Kostüme gekauft«, berichtete Gabriele Becker.

Ein Ausweichen in eine andere Halle, wie von manchen bereits vorgeschlagen, kommt für die kfd-Gruppe nicht in Frage: »Der Freusburger Karneval kann nur in Freusburg stattfinden«, meint Gabriele Becker. Bleibt für die Damen nur zu hoffen, dass 2004 – im Jubiläumsjahr – der Karneval wieder auf trockenem Boden im Bürgerhaus stattfinden kann.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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