Rat Friesenhagen sieht reichlich Angriffsflächen
Kampf gegen Windpark geht in die nächste Runde

Erneut muss die Gemeinde Friesenhagen eine Stellungnahme zum geplanten Windpark bei Steeg abgeben. Aber der Rat sieht reichlich Angriffsfläche. Archivfoto: damo
  • Erneut muss die Gemeinde Friesenhagen eine Stellungnahme zum geplanten Windpark bei Steeg abgeben. Aber der Rat sieht reichlich Angriffsfläche. Archivfoto: damo
  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

damo Friesenhagen. Gemeindliche Stellungnahme zum Windpark in Steeg: Das hatten wir doch schonmal? Ja, stimmt. Aber in Friesenhagen wird’s niemanden ärgern, dass der Fachanwalt der Gemeinde sich erneut mit dem Bauantrag für die geplanten Altus-Windräder bei Steeg befassen muss – schließlich war es ja die Ortsgemeinde, die mit ihrer kritischen Stellungnahme die erste Offenlage hatte platzen lassen und die Kreisverwaltung gezwungen hatte, die Beteiligung der Öffentlichkeit zu wiederholen.

Zur Erinnerung: In der ersten Runde hatte die Gemeinde die Unvollständigkeit der Unterlagen bemängelt, die in Altenkirchen öffentlich ausgelegt worden waren. Insbesondere die Tatsache, dass die Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde nicht einzusehen war, war ein gefundenes Fressen für den Anwalt der Friesenhagener.

Jetzt liegt besagte Stellungnahme aus – und sie bietet der Gemeinde nach deren Einschätzung reichlich Angriffsflächen. Zwar ist die Stellungnahme des Juristen noch in der Mache, berichtete Ortsbürgermeister Norbert Klaes im Gemeinderat, aber: „Unser Anwalt wird im Detail auf die Aussagen der Unteren Naturschutzbehörde eingehen. Da gibt es einige Knackpunkte, das ist eine vernichtende Stellungnahme.“ Klaes zitierte einige Passagen aus der Einschätzung der Naturschutzbehörde: Immer wieder würden demnach „gravierende Mängel und Ermittlungsdefizite“ angeprangert. In Summe komme die Behörde laut Klaes zu der Einschätzung, dass „das beantragte Bauverfahren abzulehnen sei“.

Aber auch das Lärmschutzgutachten, das die Firma Altus vorgelegt habe, könnte ein Schwachpunkt sein, an dem es sich lohnt, den Hebel anzusetzen, führte Klaes aus. Ihm liege ein Angebot von einem Gutachter vor, die Untersuchung von Altus zu überprüfen – offenbar sieht die Gemeinde hier einige wacklige Punkte. Kein Wunder, dass der Rat Klaes grünes Licht gegeben hat, für rund 800 Euro diese zusätzliche Expertenmeinung einzuholen.

Aber auch das Fehlen der raumordnerischen Prüfung, für die die SGD Nord zuständig ist, könnte dem Anwalt der Friesenhagener Munition liefern.

Nach Einschätzung von Ratsmitglied Christoph Gehrke ist aber schon allein der Natur- und Artenschutz ein Ausschlusskriterium für die Realisierung des Windparks: „Der Artenschutz erlaubt den Bau dieser Anlagen nicht. Das wäre ein klarer Rechtsbruch.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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