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Gerüchte bestätigt
Katholische Kirche gibt Kita in Niederschelderhütte ab

Die Tage der kath. Kita St. Matthias in Niederschelderhütte sind gezählt, das Bistum will die Trägerschaft abgeben.
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

thor Niederschelderhütte/Mudersbach. Das Bistum Trier wird sich über seine Trägergesellschaft von der nächsten Kindertagesstätte im Kreis Altenkirchen trennen – diesmal wird es St. Matthias in Niederschelderhütte sein. Das Thema wurde am Mittwochabend erstmals öffentlich in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Ortsgemeinde Mudersbach angesprochen, nachdem vor Wochen schon entsprechende Gerüchte im Dorf aufgekommen waren. Mittlerweile aber sind auch die Eltern offiziell über die Pläne informiert worden.

Dabei waren es die Eltern, die sich vor zwei Jahren sehr deutlich für einen Erhalt der kath. Kita ausgesprochen hatten, und auch die Kita gGmbH Koblenz hatte seinerzeit ein Interesse an einem Trägerwechsel vehement bestritten. Vonseiten der ev.

thor Niederschelderhütte/Mudersbach. Das Bistum Trier wird sich über seine Trägergesellschaft von der nächsten Kindertagesstätte im Kreis Altenkirchen trennen – diesmal wird es St. Matthias in Niederschelderhütte sein. Das Thema wurde am Mittwochabend erstmals öffentlich in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Ortsgemeinde Mudersbach angesprochen, nachdem vor Wochen schon entsprechende Gerüchte im Dorf aufgekommen waren. Mittlerweile aber sind auch die Eltern offiziell über die Pläne informiert worden.

Dabei waren es die Eltern, die sich vor zwei Jahren sehr deutlich für einen Erhalt der kath. Kita ausgesprochen hatten, und auch die Kita gGmbH Koblenz hatte seinerzeit ein Interesse an einem Trägerwechsel vehement bestritten. Vonseiten der ev. Kirchengemeinde war dieser Wechsel hingegen relativ schnell beschlossen worden, nachdem die Neubaupläne der Gemeinde bekannt waren. Mit zwei Jahren „Verspätung“ ist nun also die Katholische Kirche umgeschwenkt.

„Wir werden da tätig werden müssen“

Ortsbürgermeister Christian Peter berichtete im Rahmen der Haushaltsberatungen, dass der Träger mit der Bitte „auf uns zugekommen ist, die Betriebsträgerschaft zu übernehmen“. Und bekanntlich sagen die Kommunen nicht „nein“, sehen sie sich doch den Kindern und Eltern gegenüber in der Verantwortung. Auch in Mudersbach. „Wir werden da tätig werden müssen“, so Peter noch sehr zurückhaltend. Derzeit wird die kath. Kita unterhalb der Kirche von 48 Mädchen und Jungen besucht, nächstes Jahr werden es 50 sein. „Das Gebäude ist bautechnisch nicht das beste, um es mal vorsichtig auszudrücken“, beschrieb der Ortsbürgermeister den Zustand der Bestandsimmobilie.

So sind erste Gespräche mit der Kreisverwaltung geführt worden, die für die Kita-Bedarfsplanung zuständig ist. Peter: „Wir werden die Kita aufstocken, um den Platzanforderungen gerecht zu werden.“
Es wird also künftig eine Betreuung aus einer Hand in Niederschelderhütte geben. Die Kehrseite der Medaille: Die Baukosten steigen auf über 5 Millionen Euro, allein im nächsten Haushalt sind 4 Millionen eingeplant. An Zuschüssen erhält die Ortsgemeinde aber lediglich 1,3 Millionen Euro, wobei der Kreis mit einer Million den Löwenanteil trägt.

„Das Land lässt uns im Regen stehen“

Diese Konstellation brachte nicht nur CDU-Fraktionschef Markus Köhler auf die Palme: „Das Land lässt uns im Regen stehen.“ Er ließ keinen Zweifel daran, dass er einen Beitrag von 300 000 Euro als geradezu lächerlich empfindet. Der Landesregierung müssten hier einmal die Augen geöffnet werden. Christian Peter konnte Köhler insofern beruhigen, als dass er bereits einen Brief aufgesetzt hat.
„Das Land schafft die Rahmenbedingungen, die Kommunen baden es aus“, schloss sich der Kritik auch SPD-Fraktionssprecher Arnd Kretzer an. Die neue Kita sei eine Investition für die nächsten 30 Jahre „Da oben in Niederschelderhütte entsteht ein kleiner Bildungshügel“, sagte Kretzer.

Das Problem: Die Aufstockung belastet den Mudersbacher Haushalt zusätzlich – und ruft die Kommunalaufsicht auf den Plan, die Einsparungen verlangt. Beigeordnete Renate Otto schilderte die paradoxe Situation: Auf der einen Seite werde man zur Schaffung von Kita-Plätzen verpflichtet, auf der anderen Seite drohe der Verlust hoher Zuschüsse, weil man beim Förderprogramm „Lebendige Zentren“ eventuell Abstriche machen müsse (weiterer Bericht folgt).

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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