»Kein Stoff ist sicher vor uns«

Marliese Dubreuil:

Patchwork-Ausstellung am 17. und 18. November im Pfarrheim Mudersbach

Mudersbach. »Kein Stoff ist sicher vor uns«, sagt Marliese Dubreuil, Vorsitzende der Patchworkfrauen Mudersbach. Am Wochenende des 17. und 18. Novembers soll eine Ausstellung im Pfarrheim Mudersbach einen Überblick über das reichhaltige Schaffen der Gruppe geben. Am Samstag ist das Haus von 14 bis 18 Uhr, am Sonntag von 10.30 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Der besondere Besucheranreiz dabei: Eines der wohl prächtigsten Exponate wird verlost, ein Amish-Quilt im Wert von gut 1500 DM. Es handelt sich um echte Wertarbeit nach allen Regeln der Kunst, für das sich die Patchworkfrauen knapp ein halbes Jahr Zeit ließen. Die Lose werden bereits im Vorverkauf, beginnend in der ersten Oktoberhälfte, an den Mann und die Frau gebracht. Der Erlös fließt an den Hospizverein des Jung-Stilling-Krankenhauses.

Erst »kaputtmachen«...

Die seit 1996 bestehende Patchworkgruppe ist inzwischen auf neun Frauen angewachsen, die sich alle vier Wochen in der Hauptschule des Ortes treffen. Dort wird dann erst »kaputtgemacht«, um die Stofffetzen nachher wieder zusammenzusetzen. Was einst aus der Not der Amish-Siedler in Neuengland heraus geboren wurde, hat längst Methode. Zunächst herrschte aber Stoffmangel, und für die rauen Winter reichten die aus der »Alten Welt« mitgeführten Steppdecken bei weitem nicht aus. Also wurde kurzerhand jedes verfügbare Stück Stoff zusammengetragen und -genäht. Dieses frühe Patchwork war willkürlich zusammengesetzt und sah wohl in etwa wie das moderne Crazy Patchwork aus.

Mit der Zeit entwickelten sich dann geometrische Muster, die man aus sorgsam ausgewählten Geweben kombinierte. Die Motive bekamen ihre eigenen Namen wie Vexierbild, Sonne und Schatten oder Wildgänsejagd. Gleichzeitig kam der Patchworkblock auf, der das Gesamtmuster in kleinere Einheiten zerlegt, die später eine Verbindung eingehen. War der Oberstoff fertig, folgte die Stepparbeit, das Quilten. Für die Herstellung von Bettdecken und anderen großen Stücken hielt man »Quilting bees« ab, bei denen man Oberstoff, Einlage und Unterstoff gemeinsam zusammennähte. Das waren nicht nur Arbeitstreffen, sondern geradezu gesellschaftliche Ereignisse, an denen sich auch Männer und Kinder beteiligten. Die Einlage oder Wattierung besteht heute nicht mehr aus trockenen Blättern, Lumpen, Baumwolle und ähnlichen Materialien – inzwischen hat sich die Polyestereinlage durchgesetzt. Obwohl heute viele Näharbeiten mit der Maschine erledigt werden, sind einige der Meinung, dass nur ein handgearbeiteter Quilt ein wahrer Quilt ist.

Meisterstück der Sammlung

Die besondere Schwierigkeit, da ist man sich in der Patchworkgruppe einig, bildet das exakte Schneiden und Nähen. Beim zu verlosenden Meisterstück wurden die traditionellen Muster per Hand eingenäht. Auch die richtige Farbwahl ist eine Wissenschaft für sich: 15 Stoffe fanden im Quilt Verwendung, darunter die gemusterten, obligatorischen Farben Grün, Blau, Rot und ein dämpfendes Beige als Hintergrund. Das ganz klassische Stück wirkt moderner denn je und ist für den jungen Einrichtungsstil von heute bestens geeignet. Das Volksbildungswerk bietet auch in diesem Jahr, am 1. und 2. September, wieder einen Patchwork-Kurs für 10 Personen an, die sich einmal in dieser Kunst versuchen wollen. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung bei der Leiterin Marliese Dubreuil unter der Telefonnummer (02745) 8426.

fram

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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