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Pandemie hat Lage verschlimmert
Kinderschutzdienst hat alle Hände voll zu tun

Melanie Jung, Petra Baldus, Daniela Weber und Lucia Stupperich vom Kinderschutzdienst freuen sich über eine 8000-Euro-Spende vom Energieversorger EAM. Den Scheck haben Marco Müller und Johannes Rudolf (v.l.) überreicht.
  • Melanie Jung, Petra Baldus, Daniela Weber und Lucia Stupperich vom Kinderschutzdienst freuen sich über eine 8000-Euro-Spende vom Energieversorger EAM. Den Scheck haben Marco Müller und Johannes Rudolf (v.l.) überreicht.
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damo Kirchen. Das Team des Kinderschutzdienstes hat derzeit alle Hände voll zu tun: Klar, Weihnachten ist immer eine Zeit, in der in instabilen Familien schwelende Konflikte eskalieren können. Aber es ist noch immer die Pandemie, die dem vierköpfigen Team mehr Arbeit beschert, als man es den Kindern im AK-Land wünschen würde – denn jeder einzelne Fall ist immer ein Schicksal, steht immer für ein Kind, das Gewalt erfahren musste. „Seit dem Herbst hat bei uns die Bude gebrannt“, redet Sozialpädagogin Lucia Stupperich dann auch Klartext.
Die...

damo Kirchen. Das Team des Kinderschutzdienstes hat derzeit alle Hände voll zu tun: Klar, Weihnachten ist immer eine Zeit, in der in instabilen Familien schwelende Konflikte eskalieren können. Aber es ist noch immer die Pandemie, die dem vierköpfigen Team mehr Arbeit beschert, als man es den Kindern im AK-Land wünschen würde – denn jeder einzelne Fall ist immer ein Schicksal, steht immer für ein Kind, das Gewalt erfahren musste. „Seit dem Herbst hat bei uns die Bude gebrannt“, redet Sozialpädagogin Lucia Stupperich dann auch Klartext.

Die Pandemie verschlimmert die Lage

„Die Pandemie hat als Brandbeschleuniger gewirkt“, ergänzt Petra Baldus: Wenn es schon ohne Corona in den Familien gekriselt hat, dürfte die Pandemie mit all ihren Unwägbarkeiten, Einschränkungen und Belastungen vielerorts das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Und das geht viel zu häufig zu Lasten der Kinder.

Seit dem Herbst hat
bei uns die Bude gebrannt.
Lucia Stupperich
Kinderschutzdienst

Häusliche Gewalt, körperliche und seelische Übergriffe, sexualisierte Gewalt oder Vernachlässigung: Die Liste der Probleme, mit denen der Kinderschutzdienst konfrontiert wird, ist lang. Und selbst die Fälle, in denen (noch?) keine Gewalthandlung offenbar geworden ist, gehen an die Nieren: „Ich habe mit vielen Lehrerinnen gesprochen, die mir von Kindern berichtet haben, die seit der Pandemie in sich gekehrt oder traurig sind“, meint Melanie Jung.

,,Das wird bestimmt Folgen haben''

Und das Team ist sich einig: Die Bugwelle der neuen Fälle aus der Pandemie ist noch lange nicht abgearbeitet – denn vieles, was in den Lockdowns schief gelaufen ist, wird erst langsam greifbar.
Als ob all das nicht schon finster genug wäre, geht das multiprofessionelle Team des Kinderschutzdienstes zudem davon aus, dass die Pandemie Langzeitfolgen haben wird, was die Entwicklung vieler Kinder und Jugendlicher angeht. Denn zu viele Entwicklungsschritte, zu viele Erfahrungen haben die Kinder schlichtweg nicht in dem Alter machen können, in dem diese eigentlich an der Reihe gewesen wären. „Das wird bestimmt Folgen haben“, ist sich Petra Baldus sicher.

Kinderschutzdienst in neuen Räumlichkeiten

Also steht zu befürchten, dass der Kinderschutzdienst auch künftig dringend gebraucht wird – und da ist es erfreulich, dass der Fachdienst auf einem guten Weg ist. Seit zwei Jahren steht er unter der Trägerschaft des DRK, seit einem Jahr ist er endlich in adäquaten Räumlichkeiten untergebracht. Und insbesondere der zweite Aspekt prägt die tägliche Arbeit maßgeblich: Die Kinder, die auf die Unterstützung des Fachdiensts angewiesen sind, müssen nicht mehr in die beengten und finsteren Räume an der Brückenstraße kommen, sondern werden jetzt am Brühlhof empfangen. Keine Sekunde, antworten die vier Frauen lachend, haben sie den Umzug bereut – auch wenn’s viel Arbeit war und auch noch sein wird.

EAM-Stiftung überreicht 8000-Euro-Spende

Denn das Außengelände muss noch gestaltet werden. Eine Idee gibt es schon lange: Dort soll ein Wahrnehmungsparcours angelegt werden, aber auch mit Sonnensegeln und Sichtwänden für Privatsphäre gesorgt werden.

Und da kommt eine großzügige Spende gerade recht: Die EAM-Stiftung hat dem Kinderschutzdienst 8000 Euro zur Verfügung gestellt. „Wir freuen uns riesig über die Spende“, dankte Daniela Weber für das gesamte Team – zumal „oft das Geld eben nicht da ist“, wie Lucia Stupperich ergänzt: „Wir sind in dieser Hinsicht nicht sehr verwöhnt.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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