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„Ihr habt das alles richtig gut gemacht“
Kinderschutzdienst wendet sich mit empathischem Brief an die Kinder

Viele Kinder haben sich während der Pandemie ihre gute Laune und ihre Freude bewahrt – und das verdient Respekt, sagt der Kinderschutzdienst.
  • Viele Kinder haben sich während der Pandemie ihre gute Laune und ihre Freude bewahrt – und das verdient Respekt, sagt der Kinderschutzdienst.
  • Foto: SZ-Archiv/Daniel Montanus
  • hochgeladen von Michael Sauer

damo Kirchen. Die Abschlussfeier in der Kita? Mit Maske und Abstand. Die erste Klassenfahrt? Abgesagt. Das erste Mal bis Mitternacht um die Häuser ziehen? Verschoben. Die Liste ließe sich problemlos verlängern: Kinder und Jugendliche bekommen die Corona-Pandemie mit voller Härte zu spüren – und vieles, auf das sie verzichten müssen, lässt sich nicht nachholen, sondern ist einfach verloren.

All das wissen auch die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzdienstes in Kirchen – und mehr noch: In ihrer täglichen Arbeit bekommen sie immer wieder Kinder zu Gesicht, denen das Virus noch viel übler mitspielt.
Liebe Kinder und Jugendlichen hier bei uns im Landkreis Altenkirchen, wir möchten Euch sagen, dass Ihr wichtig seid und wir froh sind, dass es Euch gibt.

damo Kirchen. Die Abschlussfeier in der Kita? Mit Maske und Abstand. Die erste Klassenfahrt? Abgesagt. Das erste Mal bis Mitternacht um die Häuser ziehen? Verschoben. Die Liste ließe sich problemlos verlängern: Kinder und Jugendliche bekommen die Corona-Pandemie mit voller Härte zu spüren – und vieles, auf das sie verzichten müssen, lässt sich nicht nachholen, sondern ist einfach verloren.

All das wissen auch die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzdienstes in Kirchen – und mehr noch: In ihrer täglichen Arbeit bekommen sie immer wieder Kinder zu Gesicht, denen das Virus noch viel übler mitspielt.

Liebe Kinder und Jugendlichen hier bei uns im Landkreis Altenkirchen, wir möchten Euch sagen, dass Ihr wichtig seid und wir froh sind, dass es Euch gibt.
Kinderschutzdienst
in einem Brief an alle Kinder

Aber die vier Pädagoginnen nehmen nicht nur das Leid der Kinder wahr: Sie erkennen auch, dass viele Kinder erstaunlich gut mit den schwierigen Rahmenbedingungen umgehen, dass sie ihren eigenen Weg zum Umgang mit der Pandemie gesucht und gefunden haben, dass sie sich mit vielen Schwierigkeiten arrangiert haben. Und das ist für den Kinderschutzdienst Grund genug, laut und deutlich Danke zu sagen – und zwar in Form eines offenen Briefs an die Kinder im AK-Land.
„Liebe Kinder und Jugendlichen hier bei uns im Landkreis Altenkirchen, wir möchten Euch sagen, dass Ihr wichtig seid und wir froh sind, dass es Euch gibt“, heißt es in dem Brief. Und weiter: „Seitdem das Coronavirus unter uns ist, sind die Dinge irgendwie anders für die Erwachsenen, aber gerade auch für Euch alle: Vieles von dem, was wir Erwachsenen Euch als besonders wertvoll und wichtig beigebracht haben, hat mit dem Virus eine völlig andere Bedeutung gekommen.“

Der Brief liefert viele Beispiele: „Wir lehrten Euch, wie sehr Nähe und Berührung, wenn Ihr sie selber wollt, ein gutes Gefühl im Bauch machen können und dass es wichtig ist, einem guten Freund oder einer Freundin auch dieses Gefühl zu schenken.“ Jetzt aber gelte: 1,5 Meter Abstand. Und die Gefühle blieben viel zu oft unter der Maske verborgen.
Oder die Schnelltests: „Wir lehrten Euch, dass Euer Körper Euch gehört und Ihr gut darauf achtet, welche Berührung Euch gut tut“, schreibt der Kinderschutzdienst – wohl wissend, dass es unangenehm sein kann, von einer fremden Person getestet zu werden. Nächstes Beispiel: das Teilen. „Dadurch entstehen gute Gefühle, Freundschaften und gegenseitiges Vertrauen. Nun müssen alle Erwachsenen in den Kitas und Schulen sagen: Bitte teilt nichts – keinen Stift, keinen Radiergummi, erst recht kein Butterbrot oder Getränk!“ Und natürlich geht der Brief auch auf die Restriktionen der Lockdowns ein: „Wir lehrten Euch, wie wichtig Bewegung, freies Spiel, Toben und Sport sind. In den Lockdowns aber haben wir Eure Spielstätten, Sportstätten, Eure Spielwiesen, selbst Parkbänke schließen müssen.“

Brief will Mut machen und Geleistetes würdigen

Aus ihrer täglichen Praxis wissen die Mitarbeiterinnen des Kinderschutzdienstes nur zu genau, dass die Pandemie den Kindern Angst machen kann. Angst, die Großeltern mit dem Virus anzustecken oder gar zu verlieren. Angst, in der Schule abgehängt zu werden, weil das Lernen zuhause nicht klappt. Angst, weil sich das Zuhause während der Lockdowns eben nicht gut angefühlt hat: „Für andere war es aber vielleicht auch zum Ängstigen still, sie fühlten sich einsam und verlassen.“

Der Brief beschränkt sich aber keineswegs darauf, nur die negativen Aspekte aufzuzählen: Er will zugleich Mut machen – und das, was die Kinder geleistet haben, würdigen. „Wir sind sehr dankbar und glücklich, dass es Euch gibt. Und wir Erwachsenen haben uns auf Euch gefreut, in den Schwimmbädern, in den Tier- und Freizeitparks, in den Kitas und Schulen und Ausbildungsstätten, in den Familien, Beratungsstellen, Indoorhallen, in den Straßen der Stadt und auf den Spielplätzen. Ihr habt bis heute so viel geschafft, und dafür möchten wir Euch ganz herzlich danken und sagen: Ihr habt das alles richtig gut gemacht!“

Kinderschutzdienst stellt Brief Interessierten zur Verfügung

Der Brief schließt mit einer ausgestreckten Hand: „Wenn Ihr kleine oder große Sorgen habt, dann erzählt einem Erwachsenen davon, denn Euer Kummer wird sonst immer schlimmer. Wenn ihr Angst habt, es Euch nicht gut geht oder auch der Stress zu Hause zu groß wird, dann sucht Euch einen Erwachsenen, zu dem ihr Vertrauen habt, und erzählt solange davon, bis Ihr die Hilfe bekommt, die Ihr braucht. Wir sind für Euch da!“
Wer Kontakt mit dem Kinderschutzdienst aufnehmen möchte: (0 27 41) 93 00 -46 oder -47, E-Mail: ksd-ak@lv-rlp.drk.de. Dort bekommen Interessierte auf Wunsch auch den Brief in ganzer Länge.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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