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Mangel an Medizinern
Kirchen darf sich nicht auf Ärzte-Polster ausruhen

Die Verbandsgemeinde ist hinsichtlich der Versorgung mit Medizinern vergleichsweise gut aufgestellt.
  • Die Verbandsgemeinde ist hinsichtlich der Versorgung mit Medizinern vergleichsweise gut aufgestellt.
  • Foto: Pixabay (Symbolbild)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

thor Kirchen. Wer in der Verbandsgemeinde Kirchen über die medizinische Versorgung jammert, der tut dies auf einem hohen Niveau. Noch. Denn der Schwellenwert wird in den nächsten Jahren kontinuierlich sinken. Das wurde am Montagnachmittag einmal mehr bei einer Sitzung des Seniorenbeirats deutlich. Als besonderen Gast begrüßte Vorsitzender Helmut Ermert die Leiterin der Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung, Jennifer Siebert. Die informierte die Mitglieder über den Landarzt-Mangel im Allgemeinen und die Situation in der VG Kirchen im Speziellen.
Dass nicht unbedingt neue Erkenntnisse ans Tageslicht gefördert wurden, darf man Siebert nicht zum Vorwurf machen. Denn zu bekannt sind die vielfältigen Gründe, die die Entwicklung herbeigeführt haben.

thor Kirchen. Wer in der Verbandsgemeinde Kirchen über die medizinische Versorgung jammert, der tut dies auf einem hohen Niveau. Noch. Denn der Schwellenwert wird in den nächsten Jahren kontinuierlich sinken. Das wurde am Montagnachmittag einmal mehr bei einer Sitzung des Seniorenbeirats deutlich. Als besonderen Gast begrüßte Vorsitzender Helmut Ermert die Leiterin der Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung, Jennifer Siebert. Die informierte die Mitglieder über den Landarzt-Mangel im Allgemeinen und die Situation in der VG Kirchen im Speziellen.
Dass nicht unbedingt neue Erkenntnisse ans Tageslicht gefördert wurden, darf man Siebert nicht zum Vorwurf machen. Denn zu bekannt sind die vielfältigen Gründe, die die Entwicklung herbeigeführt haben. Angefangen von zu wenigen Medizinstudienplätzen über das schlechte Image der Allgemeinmedizin bis hin zur Vorliebe junger Mediziner für die richtige Work-Life-Balance. Die Folge: Auch im AK-Land gibt es zahlreiche Ärzte, die trotz Erreichen des Rentenalters immer noch weiter praktizieren – eben weil sie keine Nachfolger finden und sich ihren Patienten gegenüber verpflichtet fühlen.

Schließung einer Praxis führt direkt zu Engpässen

Siebert ging auf den Planungsbedreich Betzdorf/Kirchen/Wissen (zu dem auch noch Daaden und Herdorf gehören) ein. Demnach müssten hier bis 2024 exakt 23 Prozent aller Hausarzt- und sogar 64 Prozent der Facharzt-Sitze neu besetzt werden. In der Verbandsgemeinde Kirchen arbeiteten momentan noch 20 Hausärzte auf 19 Sitzen, sechs davon seien älter als 60. Von einem Überangebot im Planungsbereich könne man nicht mehr sprechen, so Siebert. Der Versorgungsgrad liege bei 106 Prozent (110 Prozent ist die Grenze). Zwei neue Hausärzte könnten sich sofort in der Region niederlassen.
Was passiere, wenn eine Praxis relativ kurzfristig schließe, habe man im vergangenen Jahr in Betzdorf gesehen. Viele der 300 betroffenen Patienten hätten nur mit Mühe und Not einen neuen Hausarzt gefunden.

Lange Wartezeiten bei Fachärzten

Helmut Ermert hatte in seinen einleitenden Worten auf die teils sehr langen Wartezeiten bei Fachärzten hingewiesen. Auch Siebert wollte nicht verhehlen, dass es speziell bei HNO-, Haut-, Frauen- und Nervenärzten einen teils eklatanten Mangel gebe. Dafür habe sich kürzlich eine junge Kardiologin nicht niederlassen können, weil kein freier Sitz vorhanden sei. In diesem Zusammenhang betonte die Vertreterin der Kreisverwaltung die Bedeutung des ans Kirchener Krankenhaus angedockten MVZ: „Es leistet einen entscheidenden Beitrag zur Sicherstellung der Versorgung.“ Überhaupt stehe die Verbandsgemeinde Kirchen durch das Krankenhaus und die Nähe zu Siegen deutlich besser da als andere Regionen im AK-Land. Doch ein Zurücklehnen gilt auch hier nicht. „Wir sind noch nicht an einem Punkt angekommen, wo allen bewusst ist, wie kritisch die Situation ist.“
Siebert zählte im Verlauf des Vortrags sämtliche Bemühungen seitens des Kreises auf, die Versorgung im Kreis zu verbessern und Ärzte anzulocken. Und ja, auch das – von Ermert sehr kritisch gesehene – kommunale Wettbieten mancher Kommunen um Mediziner werde man nicht aufhalten können. Fakt sei: Man stehe vor großen Herausforderungen und Veränderungen – Stichwort Telemedizin. Und ebenso sicher sei, dass es keine Patentlösungen gebe.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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