Kirchen erhält »vernünftiges Entree«

Offizieller Spatenstich zum Bau der Park-and-ride-Anlage in Kirchen mit Minister Bauckhage

thor Kirchen. Eine Frage wird sich der unbescholtene Bürger nach der Lektüre der unteren Überschrift sicher stellen: Ein 1. Spatenstich für den Bau der Park-and-ride-Anlage in Kirchen, wo doch schon vor Monaten die Bagger angerückt sind? Das ist in der Tat schwierig zu erklären, vor allem deshalb, weil nicht nur die ersten Stellflächen hergerichtet wurden, sondern auch seit einigen Tagen ein riesiges Loch die Baustelle ziert, wo bald die neue Personenunterführung entsteht. Nun muss man wissen, dass heutzutage in diesem unseren Land eine öffentliche Baumaßnahme erst dann als begonnen gilt, wenn sämtliche Freunde und Förderer persönlich vor Ort erschienen sind.

Gestern war also der Tag, denn schließlich war der wichtigste »Finanzier« des Projekts nach Kirchen gekommen: Wirtschafts- und Verkehrsminister Hans-Artur Bauckhage. Von den 4,5 Mill. Euro, die die Park-and-ride-Anlage einschließlich der Unterführung »verschlingt«, trägt das Land Rheinland-Pfalz 85 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Diese erfreuliche Nachricht hatte Bauckhage im Juli dieses Jahres Bürgermeister Wolfgang Müller übermittelt, der sich dafür dann auch noch einmal artig bedankte. Immerhin kann nun die Ortsgemeinde Kirchen mit einem Zuschuss von maximal 3 Mill. Euro rechnen.

Müller erinnerte nochmals an die »unendliche Geschichte« der Park-and-ride-Anlage, die seit 1995 Streitpunkt in den Haushaltsberatungen gewesen sei. Vom Grundsatzbeschluss der Gemeinde im Jahre 1990 bis heute zum 1. Spatenstich seien sogar 13 Jahre vergangen, ohne dass es hier um Eingriffe in einen ökologisch sensiblen Bereich gegangen sei. Müller: »Es wird offenkundig, wollen wir, die Ortsgemeinden, die Kommunen, in Zukunft und auf Dauer Motor von Wachstum und Innovation sein, dann muss unser Dickicht von Vorschriften, Verordnungen und Verwaltungen durchforstet und gelichtet werden.«

Für den Verwaltungschef ist die neue Anlage ein wichtiger Beitrag zur Verbesserung und Optimierung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV). Auch der Ortskern von Kirchen werde dadurch eine städtebauliche Aufwertung erfahren. Minister Bauckhage sprach von einem »guten Tag«, und das nicht nur für ihn persönlich, weil er bei Morgenterminen in seinem Heimatkreis ein Stündchen länger schlafen kann. Nein, es sei ein »guter Tag für Kirchen, ein guter Tag für den SPNV im Land, im Kreis und für die Region Betzdorf/Kirchen«. Die Unterstützung der Maßnahme belege die Philosophie des Landes, Anreize für den Individualverkehr zum Umstieg auf die Schiene zu geben. Dazu brauche man auch ein »vernünftiges Entree«, wie es Kirchen nun erhalte, so Bauckhage. Einziger Wermutstropfen sei noch die Erhöhung der Bahnsteige. Hier stehe man mit der Bahn in Verhandlungen. »Ich hoffe, dass wir das am Ende noch erreichen«, sagte der Minister.

Bauckhage betonte erneut die Bedeutung des Schienenverkehrs angesichts des stetig wachsenden Verkehrsaufkommens auf der Straße. »Das Land meint es ernst mit einer intelligenten Verkehrspolitik.« Als Beispiele nannte Bauckhage den Rheinland-Pfalz-Takt und die Tatsache, dass von den über 450 Bahnhöfen im Land mittlerweile 110 modernisiert worden seien. Dafür habe das Land in den vergangenen Jahren Fördermittel von über 140 Mill. Euro bewilligt.

Und so wird der Daadener sicherlich im nächsten Jahr erneut den Weg nach Kirchen finden, wenn die Park-and-ride-Anlage – natürlich »offiziell« – eingeweiht wird. Dann wird die »unendliche Geschichte« doch noch zu einem guten Abschluss kommen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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