SZ

DRK-Krankenhaus ist gerüstet
Kirchen nimmt Patienten aus Italien auf

Bis auf zwei werden derzeit die Intensivbetten im Kirchener Krankenhaus nicht genutzt. Das wird sich heute ändern, wenn die beiden Patienten aus Italien aufgenommen werden. Foto: damo
  • Bis auf zwei werden derzeit die Intensivbetten im Kirchener Krankenhaus nicht genutzt. Das wird sich heute ändern, wenn die beiden Patienten aus Italien aufgenommen werden. Foto: damo
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Kirchen. Und Europa funktioniert manchmal doch. Auch wenn der Anlass ein trauriger ist. Unter dem Eindruck der völlig überlasteten Intensiv-Abteilungen in den norditalienischen Kliniken nehmen immer mehr Krankenhäuser in Deutschland schwer erkrankte Covid-19-Patienten auf. Nun wird auch das DRK-Krankenhaus Kirchen dazugehören. Wie der Kaufmännische Direktor Nicki Billig und der Ärztliche Direktor Dr. Gerald Hensel auf Anfrage der Siegener Zeitung bestätigten, werden am Freitag zwei Patienten erwartet. Kirchen ist damit das erste Krankenhaus in der Region, das eigene Intensiv-Betten für die europäischen Nachbarn zur Verfügung stellt.
DRK-Verbund nimmt sechs Patienten aufDie Aktion basiert offenbar auf einer Initiative des DRK-Generalsekretariats in Berlin, eingebunden ist u. a.

thor Kirchen. Und Europa funktioniert manchmal doch. Auch wenn der Anlass ein trauriger ist. Unter dem Eindruck der völlig überlasteten Intensiv-Abteilungen in den norditalienischen Kliniken nehmen immer mehr Krankenhäuser in Deutschland schwer erkrankte Covid-19-Patienten auf. Nun wird auch das DRK-Krankenhaus Kirchen dazugehören. Wie der Kaufmännische Direktor Nicki Billig und der Ärztliche Direktor Dr. Gerald Hensel auf Anfrage der Siegener Zeitung bestätigten, werden am Freitag zwei Patienten erwartet. Kirchen ist damit das erste Krankenhaus in der Region, das eigene Intensiv-Betten für die europäischen Nachbarn zur Verfügung stellt.

DRK-Verbund nimmt sechs Patienten auf

Die Aktion basiert offenbar auf einer Initiative des DRK-Generalsekretariats in Berlin, eingebunden ist u. a. die DRK-Trägergesellschaft Süd-West (Mainz), zu der auch Kirchen gehört. Billig berichtete, dass der Verbund insgesamt sechs Patienten aus dem italienischen Krisengebiet aufnehmen wird: Die Krankenhäuser in Alzey, Neuwied, Altenkirchen und Hachenburg würden sich um jeweils einen Kranken kümmern.

Transport per Luftwaffe

Der Transport wird über die Luftwaffe der Bundeswehr organisiert, wobei die Patienten für Kirchen eigentlich schon für Mittwoch angekündigt waren. Die Maschinen sollen in Köln-Wahn landen, dort werden die Italiener vermutlich an speziell ausgerüstete Krankenwagen übergeben. In Kirchen ist alles vorbereitet.

Noch keine Infos zum Gesundheitszustand

Nach Angaben von Dr. Hensel liegen derzeit keine genaueren Informationen über den Gesundheitszustand der Patienten vor. Er gehe aber davon aus, dass diese künstlich beatmet werden müssten. Vonseiten des Kirchener Krankenhauses sei eine sofortige Zusage erfolgt, nachdem die Anfrage eingegangen sei. „Wir mussten nur kleinere Einschränkungen machen“, sagte der Ärztliche Direktor. Zum einen sei man nicht für Dialyse-Patienten ausgerüstet, zum anderen verfüge man nicht über eine spezielle Herz-Lungen-Maschine (Ecmo).

Aufnahme eine Selbstverständlichkeit

Das Kirchener Krankenhaus verfügt über insgesamt zehn Intensiv-Betten mit Beatmungsoption. Dort wird bislang nur ein 71-Jähriger versorgt, dessen Zustand dem Vernehmen nach stabil sein soll. Für Hensel ist die Aufnahme der italienischen Patienten nicht nur deshalb eine Selbstverständlichkeit: „Wir sind personell und apparativ dazu in der Lage.“ Und es sei auch völlig egal, welche Sprache ein Patient spreche. Das werde man auch während der Behandlung nicht unterscheiden.

AK-Kreis kein Corona-Hotspot

Es deute sich zudem an, so Hensel, dass sich der Kreis Altenkirchen nicht zu einem Corona-Hotspot entwickeln würde. Bei dieser Einschätzung stützt er sich auf die die Zahlen der Fieberambulanzen. In der Tat verzeichnet das AK-Land die niedrigste Infektionsquote unter allen Kreisen in Rheinland-Pfalz.

Weitere Betten reserviert

Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 119 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 32 aus Italien und zwei aus den Niederlanden. Für Kranke aus Italien sind noch 49 weitere Betten reserviert, für Frankreich sind es noch 13. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

Auch St.-Marien-Krankenhaus wäre bereit

Aus Siegen ist bislang nichts über eine mögliche Beteiligung bekannt geworden. Vonseiten des St.-Marien-Krankenhauses hieß es gestern, dass man Anfang der Woche der nordrhein-westfälischen Landesregierung angeboten habe, Patienten aus Italien zu übernehmen. Dazu fühle man sich als kirchliche Einrichtung verpflichtet. Das Angebot sei aber bislang nicht in Anspruch genommen worden.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

15 folgen diesem Profil

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen