»König David« auf der Anklagebank im Rathaus

Freikirchliche Gemeinde inszenierte Gerichtsverhandlung

rai Kirchen. Die Gerichtsbarkeit erlebte am Freitagabend in Kirchen eine Renaissance – zumindest für gut zwei Stunden im großen Sitzungssaal des Rathauses. Verhandelt wurde da ein tödlicher Unfall bei einem Transport, der sich – wie es in der Bibel nachzulesen ist – vor etwa 3000 Jahren ereignet hatte. Und der Gerichtssaal war brechend voll, als die Jugend der ev.-freikirchlichen Gemeinde die alttestamentarische Erzählung von der Rückkehr der Bundeslade nach Israel und dem tödlichen Ereignis für den »Transportbegleiter« Usa nun in moderner Form, einer spontanen Verlaufsform und ausschließlich auf der biblischen Erzählung beruhend, mit dem außergewöhnlichen Jugendgottesdienst »Die Jury« verhandelte.

Über 160 Besucher, aus denen spontan die Jury gewählt wurde, hörten sich an, was Staatsanwalt und Verteidiger gegen bzw. für den Angeklagten vorzutragen hatten. Langeweile kam nicht auf. Es war kein geringerer als König David, der einst mit der Steinschleuder Goliath besiegte, der auf der Anklagebank saß.

Hintergrund und Intention der gelungenen Inszenierung erläuterte Jugendmitarbeiter Erik Leu im Gespräch mit der SZ. Im Alten Testament ist unter Samuel nachzulesen, wie die Bundeslade unter König David zurückgeschafft wird. Dieser hatte jedoch offenbar nicht beachtet, dass Gott bestimmt hatte, dass nur Leviten, also Diener Gottes, die Bundeslade begleiten und letztendlich berühren durften. Usa, einer der Begleiter, ist jedoch kein Levit – und stirbt, als er die vom Wagen stürzende Bundeslade stützen will.

Mit dem Jugendgottesdienst solle deutlich gemacht werden, dass »man bestimmte Dinge zu akzeptieren hat, wenn man sich mit Gott einlässt«, sagte Leu. »Gott, gerecht und heilig«, sei eine solide Basis für das Leben. Vieles gehe kaputt, weil der Mensch sich von Gott entferne, meinte Leu. Als Stichworte nannte er menschliche Beziehungen und Ehe. »Wenn Gottes Regeln missachtet werden, hat es Folgen«, das stecke hinter der Erzählung.

Als die von »Richter« Eberhard Bruch geleitete Verhandlung in einem inszenierten Tumult gipfelte, führte Prediger Eckart Weiss das Thema im eigentlichen Jugendgottesdienst aus. Dabei ermutigte er die Jugendlichen, auf den Erlöser Christus zu bauen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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