Improvisation mit Zetteln und Stiften beendet
Krankenhaus Kirchen ist wieder online

Auch die Internisten Dr. Kay-Uwe Kreutz (r.) und Dr. Roland von Rohden dürften aufatmen, dass jetzt auch in Kirchen wieder alle System laufen.
  • Auch die Internisten Dr. Kay-Uwe Kreutz (r.) und Dr. Roland von Rohden dürften aufatmen, dass jetzt auch in Kirchen wieder alle System laufen.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor/dpa Kirchen. Nach der großen Cyberattacke auf die DRK-Trägergesellschaft Süd-West kehrt in den betroffenen Krankenhäusern langsam wieder Normalität ein – so auch in Kirchen. „Es läuft wieder alles“, sagte am Freitag der Kaufmännische Direktor Nicki Billig auf Anfrage der SZ. Wobei die Systeme schrittweise wieder hochgefahren werden, um möglichen weiteren Problemen zuvorzukommen, wie es aus Mainz hieß. „Wir haben die Hoffnung, dass wir nächste Woche Montag wieder alles in Betrieb haben.“

Für die Ärzte, Pfleger und Verwaltungsangestellten in Kirchen geht damit eine Woche voller Improvisationen zu Ende, wobei die medizinische Versorgung zu keinem Zeitpunkt gelitten habe. Das betonte auch nochmals der Ärztliche Direktor Dr. Gerald Hensel. Man habe sowohl weiter operieren als auch Röntgenaufnahmen begutachten können, wenn auch nur auf einzelnen Monitoren. Die Dokumentationen seien allerdings ausschließlich mit Stift und Zetteln erfolgt, so Hensel – was jetzt zu einigen Überstunden führen dürfte. „Die Nacharbeit wird nicht ohne sein“, sagte der Chirurg mit Verweis darauf, dass sämtliche Daten nun nachträglich per Hand in die PCs eingegeben werden müssen.

Als Reaktion auf den Hackerangriff kündigte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) einen Runden Tisch an. Es solle geklärt werden, wie in Krankenhäusern weiterhin die IT-Sicherheit gewährleistet werden könne. Zur Diskussion seien Kliniken, die Krankenhausgesellschaft und Experten aus dem Bereich IT-Sicherheit eingeladen.

Der Angriff war am Sonntagmorgen bemerkt worden. Das komplette Netzwerk des Verbundes war von einer Schadsoftware befallen gewesen, die Server und Datenbanken kryptisch verschlüsselte. Diese Verschlüsselung wurde am Sonntagnachmittag gestoppt, wie die Trägergesellschaft mitteilte. Unter ihrem Dach sind elf Krankenhäuser und vier Altenpflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland organisiert.

Bei ähnlichen Attacken in der Vergangenheit hatte es immer wieder Erpressungsversuche der betroffenen Unternehmen gegeben. Von einer Geldforderung im aktuellen Fall sei nichts bekannt, berichtete DRK-Geschäftsführer Bernd Decker. Es sei aber eine verschlüsselte Textdatei gefunden worden. „Die wollten wir nicht öffnen“, sagte er. Sie sei den Behörden übergeben worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und das Landeskriminalamt machten zum Inhalt der Datei und zur Frage, ob Geld gefordert wurde, mit Hinweis auf laufende Ermittlungen keine Angaben.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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