Kreis-Defizit auch in Harbach zu spüren

Haushalt 2003 verabschiedet/Keine unnötigen Illusionen in Sachen Jugendraum

ruth Harbach. Die Lage des Harbacher Bürgerhauses ist nicht schlecht: Von dort oben kann man bereits sehen, was sich im fernen Altenkirchen zusammenbraut. Ortsbürgermeister Hans Dücker war selbst vor ein paar Tagen in der Kreisverwaltung und warnte seinen Rat in der jüngsten Sitzung bereits eindringlich: »Ich hatte eine Audienz beim Kreis, die war nicht von Pappe«, nickte er Böses ahnen und fügte hinzu: »Der Nachtragshaushalt, der ist uns so gut wie sicher«.

Damit wird Hans Dücker wohl Recht behalten. Nichtsdestotrotz musste der Haushalt für 2003 erst einmal auf den Weg gebracht werden. Dazu kam Kämmerer Franz-Josef Brühl von Friesenhagen über den Berg nach Harbach, um das Zahlenwerk kurz vorzustellen. Der Kreis wird seine Umlage erhöhen, und die Verbandsgemeinden werden vermutlich nachziehen. Da die Harbacher sich diesen Tatsachen beugen müssen und ohnehin kaum mehr Einfluss auf die Gestaltung des Haushalts haben, stimmten sie dem Zahlenwerk einstimmig zu.

Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2003 hat ein Gesamtvolumen von 387480 e. Dabei entfallen auf die Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushalts 298052 e (Vorjahr 297428 e), die Einnahmen und Ausgaben des Vermögenshaushaltes liegen bei 89428 e (Vorjahr 27590 e). Der Verwaltungsetat weist sogar eine kleine freie Finanzspitze von 169 e auf. Dies war jedoch nur möglich, weil Haushaltsansätze gegenüber dem Vorjahr gekürzt wurden. Ob auch in Zukunft der Ausgleich des Verwaltungshaushalts erreicht wird, hängt im Wesentlichen vom Gemeindeanteil an der Einkommensteuer und den Schlüsselzuweisungen ab. Beide Einnahmen machen zusammen 68,83 Prozent (Vorjahr 70,97 Prozent) der Gesamteinnahmen des Verwaltungshaushaltes aus.

So wie es derzeit aussieht, rückt der so lang ersehnte Jugendraum damit in weite Ferne. Um einen solchen Raum überhaupt einrichten zu können, müsste die Gemeinde 30000 e an Krediten aufnehmen. Geplant ist jedoch, einen Großteil der Arbeiten für den Jugendraum in Eigenleistung zu erbringen, so dass die Kreditaufnahmen nur zum Teil notwendig würden. Somit könnte Harbach weiter den Schuldenabbau fortsetzen, der zum 1. Januar 2003 bei 292,30 e pro Einwohner liegt. Sofern keine neuen Kredite notwendig werden, läge die Verschuldung am Jahresende 2003 dann bei 279,74 e.

Im Haushaltsentwurf 2003 macht der Jugendraum mit rund 65000 e den größten Brocken aus. Knapp 8000 e sind für die Tilgung von Krediten angesetzt, 7000 e für die Bau- und Planungskosten am Friedhof. Es wird letztendlich viel davon abhängen, ob Harbach einen Zuschuss für den Jugendraum vom Land bekommt. Der Rat tut gut daran, sich schon frühzeitig von diesem Wunsch zu verabschieden.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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