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Radweg von Wildenburg Bahnhof nach Rothemühle
Kreisverwaltung lehnt alle Vorschläge der SGD Nord ab

Die SGD Nord hatte vorgeschlagen, dass der Radweg bis zu dieser Brücke auf der alten Bahntrasse gebaut werden soll.
  • Die SGD Nord hatte vorgeschlagen, dass der Radweg bis zu dieser Brücke auf der alten Bahntrasse gebaut werden soll.
  • Foto: thor (Archiv)
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

thor Friesenhagen. Er sollte für die Verbandsgemeinde Kirchen so etwas wie ein Trostpflaster sein: der Radweg von Wildenburg Bahnhof nach Rothemühle. Wenn sich schon im Siegtal nichts tut bzw. jede Planung abseits der viel befahrenen B62 von übergeordneten Behörden zunichtegemacht wird, sollten Radfahrer wenigstens hier im Wildenburger Land auf der alten Bahntrasse ihr Glück finden. Doch die Realisierung dieses grenzüberschreitenden Projekts (gemeinsam mit der Gemeinde Wenden) steht nunmehr in den Sternen: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) als Obere Naturschutzbehörde hat den geplanten Trassenverlauf abgelehnt. Entsprechende Informationen der SZ bestätigte Bürgermeister Andreas Hundhausen.

thor Friesenhagen. Er sollte für die Verbandsgemeinde Kirchen so etwas wie ein Trostpflaster sein: der Radweg von Wildenburg Bahnhof nach Rothemühle. Wenn sich schon im Siegtal nichts tut bzw. jede Planung abseits der viel befahrenen B62 von übergeordneten Behörden zunichtegemacht wird, sollten Radfahrer wenigstens hier im Wildenburger Land auf der alten Bahntrasse ihr Glück finden. Doch die Realisierung dieses grenzüberschreitenden Projekts (gemeinsam mit der Gemeinde Wenden) steht nunmehr in den Sternen: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) als Obere Naturschutzbehörde hat den geplanten Trassenverlauf abgelehnt. Entsprechende Informationen der SZ bestätigte Bürgermeister Andreas Hundhausen.

Uhren in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ticken anders

Konkret geht es darum, den geplanten Radweg von den Festsetzungen der Rechtsverordnung über das Naturschutzgebiet Biggequellgebiet zu befreien. Einmal mehr zeigt sich, dass bei der Unterstützung derartiger Maßnahmen die Uhren in Rheinland-Pfalz ganz anders ticken als in Nordrhein-Westfalen. Im Oktober vergangenen Jahres hatte der Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Olpe einem Befreiungsantrag der Wendener von den Regelungen des Landschaftsschutzgebiets stattgegeben. Die Eingriffe in die Natur seien vertretbar, zudem gebe es ein großes öffentliches Interesse an einem Radweg.

Aufgrund des Schreibens an die Kirchener Verwaltung sieht es so aus, als ob die SGD Nord der große Sündenbock ist, denn die Kreisverwaltung wäscht ihre Hände in Unschuld. „Die Untere Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung war hier nicht zuständig und müsste sich erst im Fall eines positiven Bescheides durch die SGD mit dem Thema befassen“, heißt es in einer Stellungnahme aus Altenkirchen.

Dazu aber muss man wissen, dass auf Einladung der SGD Nord Mitte Juni ein Ortstermin entlang der Bahntrasse stattgefunden hat – mit dem Kreis. Klar abgelehnt wurde der Radweg von den Naturschutzverbänden. Die fürchten um die Ruhe des Schwarzstorchs – der hier allerdings nicht mehr nachgewiesen ist.

Die Kreisverwaltung rudert wieder zurück

Auch von der SGD Nord, so berichtete Kirchens Bauamtsleiter und Wirtschaftsförderer Tim Kraft, sei zwar die Bedeutung des Naturschutzgebiets betont, zugleich aber ein Kompromissvorschlag gemacht worden. Demnach könnte zum Beispiel der Radweg, von NRW kommend, bis zur Brücke (K11) auf der Bahntrasse verlaufen, um ihn anschließend auf der Kreisstraße bis Wildenburg Bahnhof zu führen. Auch Wirtschaftswege sollten genutzt werden, um außerhalb der sensiblen Bereiche des Naturschutzgebiets nach Wenden zu gelangen. Doch all das, so Kraft, sei von den Vertretern der Kreisverwaltung vor Ort abgelehnt worden. Das Naturschutzgebiet sei zu klein, es dürfe nicht durch einen Radweg zerschnitten werden.

Mittlerweile aber rudert die Kreisverwaltung etwas zurück. Man teile die Auffassung der SGD, dass es durch Wirtschafts- bzw. Feldwege sowie die wenig befahrene Kreisstraße 83 Möglichkeiten gebe, eine nahgelegene alternative Streckenführung außerhalb des Naturschutzgebietes darzustellen, teilte Kreis-Pressesprecher Andreas Schultheis mit. Landrat Dr. Peter Enders werde hierzu in dieser Woche mit SGD-Präsident Wolfgang Treis sprechen.

Bürgermeister Andreas Hundhausen und Bernd Clemens im Gespräch

Deutlichen Klärungsbedarf hat auch Bürgermeister Hundhausen. Er trifft sich am Mittwoch mit seinem Wendener Kollegen Bernd Clemens. Bei dem Kennenlern-Termin wird der Radweg ganz oben auf der Agenda stehen. Die Erwartungshaltung der Menschen im Wildenburger Land verdeutlichte Friesenhagens Ortsbürgermeister Norbert Klaes: Die alte Bahntrasse eigne sich hervorragend für einen Radweg. „Und ob das Naturschutzgebiet nun 5 Meter neben der Straße beginnt, da kräht doch kein Hahn nach.“ Die Bedenken der Behörden kommentiert Klaes so: „Absolutes Unverständnis.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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