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Zu Überlegungen der Mudersbacher Haubergsgenossen
Kritik an Windkraft-Plänen wird laut

Für Wolfgang Stock ist der Giebelwald ein ganz außergewöhnlicher Wald: wegen seiner Größe, seiner Bewohner, aber auch wegen der alten Baumriesen wie dieser Grenzeiche. Er warnt eindringlich vor einer Windkraft-Nutzung.
  • Für Wolfgang Stock ist der Giebelwald ein ganz außergewöhnlicher Wald: wegen seiner Größe, seiner Bewohner, aber auch wegen der alten Baumriesen wie dieser Grenzeiche. Er warnt eindringlich vor einer Windkraft-Nutzung.
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damo Mudersbach. Eine Meisterfeier ohne den Münchener Marienplatz, ein Kindergeburtstag ohne Schatzsuche und ein Windkraftprojekt ohne Proteste: Manche Dinge sind schlichtweg nicht vorstellbar. Und so überrascht es auch nicht, dass die Überlegungen der Mudersbacher Haubergsgenossen Kritiker auf der Plan rufen. Es wird wohl nicht allzu lange dauern, bis sich die BI Siegtal positioniert und Harry Neumanns NI mit einer Klage droht. Die erste im Chor der mahnenden Stimmen kommt aber diesmal von Wolfgang Stock und dem BUND.

Dazu muss man wissen: Stock hat eine besondere Beziehung zum Giebelwald. Er hat dort schon die Ausweisung eines Naturschutzgebiets angeregt, er hat Kartierungen auf den Weg gebracht und mehr als einmal die fällige FFH-Bestandsaufnahme eingefordert.

damo Mudersbach. Eine Meisterfeier ohne den Münchener Marienplatz, ein Kindergeburtstag ohne Schatzsuche und ein Windkraftprojekt ohne Proteste: Manche Dinge sind schlichtweg nicht vorstellbar. Und so überrascht es auch nicht, dass die Überlegungen der Mudersbacher Haubergsgenossen Kritiker auf der Plan rufen. Es wird wohl nicht allzu lange dauern, bis sich die BI Siegtal positioniert und Harry Neumanns NI mit einer Klage droht. Die erste im Chor der mahnenden Stimmen kommt aber diesmal von Wolfgang Stock und dem BUND.

Dazu muss man wissen: Stock hat eine besondere Beziehung zum Giebelwald. Er hat dort schon die Ausweisung eines Naturschutzgebiets angeregt, er hat Kartierungen auf den Weg gebracht und mehr als einmal die fällige FFH-Bestandsaufnahme eingefordert. Er kennt den Wald wahrscheinlich besser als seinen eigenen Garten. Nun will er einmal mehr für den Giebelwald in die Bresche springen.

"Mit uns Dummköpfen vom Land kann man’s machen?"
Wolfgang Stock
BUND-Kreisgruppe Altenkirchen

Sein wohl wichtigstes Argument ist dabei die Furcht vor einer Industrialisierung eines Waldes, den es eben nicht mehr dutzendfach im Land gibt. „Wir reden hier über 5600 Hektar Wald, die praktisch von keiner einzigen Straße durchschnitten werden“, sagt er. Natürlich gibt es auf dieser gewaltigen Fläche ökologisch weniger wertvolle Gebiete – aber im Giebelwald finden sich eben auch Quellen und Wasserschutzgebiete, hier haben laut Stock Schwarzstorch und Wildkatze ihre Refugien, und der Status als FFH- und Vogelschutzgebiet komme nicht von ungefähr.

Ein Jahr Bauzeit für ein Windrad

Ein Jahr Bauzeit rechnet er für ein Windrad: „Das sind unzählige Lastwagen, die hier hochfahren, und viele Wege, die im großen Stil ausgebaut werden müssen“, mahnt er. Und vor allem geht er fest davon aus, dass die ersten drei Windräder nur ein Türöffner wären: „Ich kenne etliche Gebiete, wo in wenigen Jahren aus drei Windrädern 20 geworden sind. Und dann wäre der Giebelwald zerstört.“

Nun betonte Stock im Gespräch mit der SZ auch die Bedeutung der Energiewende – aber er sieht keinen Grund dafür, dass ausschließlich der ländliche Raum genutzt werden soll, um dagegen anzukämpfen. „Was würden denn die Menschen in den Großstädten sagen, wenn man ihnen die Windräder an den Stadtrand stellen würde? Die würden Sturm laufen dagegen. Aber mit uns Dummköpfen vom Land kann man’s machen?“

Windkraft-Vorrangflächen aufwendig geprüft

Was Stock auch auf die Palme bringt, ist der Umgang mit der Windkraft-Expertise der Verbandsgemeinde Kirchen. Wie mehrfach berichtet, hat die Verwaltung aufwendig geprüft, wo Windkraft-Vorrangflächen ausgewiesen werden – und keine gefunden. „Das heißt nichts anderes, als dass es hier aus ökologischen Gründen nicht geht“, schlussfolgert Stock: „Und das muss man einfach mal akzeptieren“, adressiert er an die Planer. „Es darf nicht sein, dass Geld darüber entscheidet, ob am Ende doch was geht“, sagt er. Was er damit meint? „Am Ende werden Dutzende Rechtsanwälte und Gutachter losgeschickt, um möglich zu machen, was längst als unmöglich festgeschrieben ist.“

Dass die Haubergsgenossenschaften derzeit vor den Trümmern ihrer Wälder stehen und mit der Wiederaufforstung eine kostspielige Mammutaufgabe vor der Brust haben, weiß Stock natürlich auch. Aber er ist der Meinung, dass es auch ohne die Einnahmen aus der Flächenverpachtung für die Windkraft gehen muss: „Wir brauchen endlich eine Prämie für den Wald als CO2-Speicher.“

Wald hat mehr Wertschätzung verdient

Das sei nur gerecht, wenn die Gesellschaft für die vielen Funktionen des Waldes, die sie in Anspruch nimmt, bezahlt: „Ich bin gerne bereit, meinen Teil dazu beizutragen. Der Wald hat deutlich mehr Wertschätzung verdient.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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