Kuchen nach dem Kraftakt

Wiedereröffnung des Schützenhauses Brachbach / Neue Kapazität soll Jugend locken

fram Brachbach. Das dreißigteilige Kuchenbuffet ist eröffnet. Erst auf den zweiten Blick fällt auf - es steht direkt neben den Luftgewehrständen. Gästeraum und Schießstand in einem. Am Samstag konnte man sich aber beruhigt mit seinem Stück Torte niederlassen, denn geschossen wurde hier nicht. Der Schützenverein St. Josef Brachbach, gegründet 1960, eröffnete nach 18-monatiger Renovierungs- und Anbauzeit sein Schützenhaus.

Wie verwandelt ist es nun, kein einfaches Vereinsheim mehr, nein - »Trainingsanlage für die Region«, wie Ortsbürgermeister Engelbertz nicht ohne Stolz auf die tüchtigen Schützinnen und Schützen verkündete. Vorsitzender Günter Schuhen begrüßte die Ortsvereine, Ehrengäste, Gäste aus nah und fern. Den regen Besuch fand er »wie den Bau - fantastisch.«

Die Kombination Gästehaus und Luftgewehrstand erklärt sich ganz schnell. »Die Kapazität ist um 100 Prozent erweitert worden«, so Vorsitzender Schuhen. Wo es vorher vier Luftgewehrstände und fünf für Kleinkaliber (KK) und Großkaliber (GK) gab, da sind es jetzt im Hauptraum zehn Luftgewehrstände sowie im hinteren, offenen Bereich zehn KK- und GK-Kurzwaffen sowie vier KK- und GK-Langwaffenstände. Vorbei die Zeiten, als sich Mannschaften über die nicht normgerechte Luftgewehranlage beschwerten, vorbei die Phase, als zum Training auf Häuser befreundeter Vereine ausgewichen werden musste.

»Alle Kapazitäten werden der Jugend zugeführt«, erklärte Schuhen, mit Blick auf das Nachwuchsproblem des 160 Mitglieder starken Vereins. Beim Vogelschießen seien im Schnitt zehn bis 18 Jugendliche von zwölf bis 18 Jahren dabei, beim regulären Training nur drei bis vier. Die Eröffnung war zugleich ein Tag der offenen Tür, die Munition von Vereinsmitgliedern gespendet, damit jeder Interessent mal auf fünfzig Meter zum Schuss kam. Auf den symbolischen ersten Schuss durch Ortsbürgermeister Engelbertz verzichtete man, wegen des drohenden Gedränges in der Schießanlage. Da taten es dann zum offiziellen Eröffnungsakt auch Band und Schere.

Funktional wie schön präsentierte sich das Haus. Der Schutt von vor 14 Tagen ist verschwunden, stattdessen spielten auf der großzügigen Terrasse der MV Lyra unter Leitung von Ludwig Griffel zur Feier des Tages auf, und hatte der MGV Frohsinn einen seiner Auftritte. Auf 250000 Euro waren die Baukosten im Vorfeld vom Bauausschuss des Ortsgemeindrates geschätzt worden. Dank unermüdlicher Eigenleistung drückten über fünfzig Mitgliedern sie dann aber auf 90000 Euro. Vom Land gab es keinen Zuschuss, dafür 15000 Euro von der Ortsgemeinde.

An den »i-Tüpfelchen« war noch bis zuletzt gearbeitet worden, denn bei der behördlichen Bauabnahme am vergangenen Donnerstag wurden zwei kleine Mängel festgestellt. Ein Türknauf musste durch einen Griff ersetzt, der Rundweg um die Schießanlage zwischen altem und neuem Stand durch ein Tor versperrt werden. Besonders fleißig mit angefasst hatten Urban Mohr und Hermann Baranowski, seit sieben Jahren im Verein, sowie Werner Zirbes, seit '79 Vereinsmitglied. Stellvertretend für alle Helfer belohnte sie Schuhen mit je einer Schieferuhr

Ein Geschenk, das der Ortsbürgermeister ebenfalls nachträglich zum Sechzigsten entgegen nahm. Engelbertz sah keinen Verein aus Majestäten, »sondern ein einig arbeitendes Volk«. »My home is my castle«, so betonte Werner Becker, 1. Beigeordneter der Verbandsgemeinde Kirchen, den großen Wert des runderneuerten Unterschlupfes: »Er trägt dazu bei, die Vereinsgemeinschaft zu vertiefen.«

»Lang ersehnt, jetzt endlich wahr«, lobte auch Winfried Thiel, Geschäftsführer des 13. Bezirks im Rheinischen Schützenbund, das Ergebnis. Er überbrachte die Grüße des Präsidenten Harald Hachenberg nebst Vereinsbund-Fahne und Urkunde. Vereinsvorsitzender Schuhen dankte, lobte, dass die »passiven und aktiven Mitglieder, die historischen Schützen, die Jungs hinter der Theke und die Arbeiter harmonieren.« Nur so wäre der Bau möglich gewesen. Er hielt sich kurz, mit Hinweis auf Biertheke und Kuchenbuffet. Da sollten, wie gesagt, nicht die Luftgewehre klacken, sondern die Münzen in der verausgabten Vereinskasse klingen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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