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Kita-Notgruppe im Pfarrheim
"Ländliche Zentren" ist ein Bürokratiemonster

Einen günstigeren Ort als das Pfarrheim (links im Bild) hätte es für die Kita-Notgruppe kaum geben können.
  • Einen günstigeren Ort als das Pfarrheim (links im Bild) hätte es für die Kita-Notgruppe kaum geben können.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

damo Brachbach. Wie schön, dass der Brachbacher Bauausschuss am Montagabend nicht nur über die Gewerbehallen am Zechenwaldplatz diskutieren musste: Denn einmal mehr zeigte sich überdeutlich, dass das Landesförderprogramm „Ländliche Zentren“ in Brachbach zu einem echten Bürokratiemonster verkommen ist. Und der Frust darüber war im Ausschuss beinahe mit Händen zu greifen. Aber es gab zum Glück noch ein zweites Thema: die Kita-Notgruppe. Und da ist schnell, lautlos und kostengünstig eine gute Lösung eingetütet worden.

Nach aktuellem Stand hätten zehn Kinder für den Start des neuen Kita-Jahres im Spätsommer abgewiesen werden müssen – der Platz ist begrenzt, und bis die neue Kita gebaut ist, wird noch viel Zeit vergehen.

damo Brachbach. Wie schön, dass der Brachbacher Bauausschuss am Montagabend nicht nur über die Gewerbehallen am Zechenwaldplatz diskutieren musste: Denn einmal mehr zeigte sich überdeutlich, dass das Landesförderprogramm „Ländliche Zentren“ in Brachbach zu einem echten Bürokratiemonster verkommen ist. Und der Frust darüber war im Ausschuss beinahe mit Händen zu greifen. Aber es gab zum Glück noch ein zweites Thema: die Kita-Notgruppe. Und da ist schnell, lautlos und kostengünstig eine gute Lösung eingetütet worden.

Nach aktuellem Stand hätten zehn Kinder für den Start des neuen Kita-Jahres im Spätsommer abgewiesen werden müssen – der Platz ist begrenzt, und bis die neue Kita gebaut ist, wird noch viel Zeit vergehen. Also musste eine Interimslösung gefunden werden, und da kommt die Kirchengemeinde ins Spiel: Sie stellt zwei Räume in der mittleren Etage des Pfarrheims zur Verfügung.

Gebäude liegt direkt nebenan

Das habe ausschließlich Vorteile, freute sich Ortsbürgermeister Steffen Kappes: Das neue Gebäude liegt direkt neben der Kita, noch nicht einmal durch eine Straße getrennt. Im Pfarrheim gibt’s sanitäre Einrichtungen in unmittelbarer Nähe zum geplanten Gruppenraum, und der bauliche Zustand ist über jeden Zweifel erhaben. Zwar sind für den Kita-Betrieb einige Umbaumaßnahmen nötig, aber alles in allem werden die Kosten wohl in einem überschaubaren Rahmen bleiben. Und so tat der Ausschuss das einzig Plausible: Er hat die ausgestreckte Hand ergriffen und einstimmig dem Plan zugestimmt.

So viel zum einfachen, geradlinigen Teil des Abends – denn die Überlegungen, ob die ehemaligen Neuser-Hallen am Zechenwaldplatz nun abgerissen werden oder nicht, gerieten einmal mehr zu einer frustrierenden Angelegenheit.

Abrisskosten ein Problem

Dabei war der Beschluss eigentlich bereits gefasst: Der Rat hatte im April entschieden, dass im Juni oder Juli der Abrissbagger anrückt. Aber diese Rechnung hatte die Gemeinde ohne die Förderrichtlinien des Landesprogramms gemacht.
Denn: Der vorzeitige Abriss wird zusätzliche Kosten verursachen – schließlich muss die offen liegende Bodenplatte dann vor Feuchtigkeit geschützt werden. Und damit die „Kegelbahn“ im Keller des Gebäudes nicht vollständig absäuft, wird’s ohne eine Drainage nicht gehen, verdeutlichte Planer André Wittke-Gräbener. Die Mehrkosten liegen bei rund 20 000 Euro.

"Wir hätten das Förderprogramm besser gar nicht genutzt."
Reinhard Zöller
Ratsmitglied

Der Haken dabei: Die ADD fördert diese zusätzlichen Kosten nicht – und schlimmer noch: Der eigentliche Abriss wird zwar gefördert, aber nur, wenn sich der Neubau sofort anschließt. Und die Kommunalaufsicht wiederum lässt es nicht zu, dass die Gemeinde auf Fördergelder verzichtet. Mit anderen Worten: Ergeben sich die Brachbacher den Regeln der Bürokratie, dann dürfen sie jetzt nicht abreißen.

"Von dem Gebäude gehen Gefahren aus"

Aber: „Von dem Gebäude gehen Gefahren aus, und ich will die Haftung nicht mehr übernehmen“, stellte Steffen Kappes klar. Er verwies auf Teile vom Dach, die bei jedem Unwetter auf dem Zechenwaldplatz landen, und auf Jugendliche, die sich offenbar in den alten Hallen häuslich eingerichtet haben. Zudem seien Jahr für Jahr ein paar Tausend Euro für mehr oder minder erfolglose Flickarbeiten am Dach nötig – denn auch der eindringende Regen schädige die Substanz. Soll heißen: „Wir haben gute Gründe für den vorzeitigen Abriss.“

Abriss hätte Signalwirkung

Außerdem hätte der Abriss auch eine Signalwirkung – nämlich die, dass sich endlich mal was tut. „Nach knapp zehn Jahren wäre das gar nicht so schlecht“, befand Kappes. Reinhard Zöller (SPD) wurde angesichts der neuerlichen Bürokratie-Hürden deutlicher: „Wir hätten das Förderprogramm besser gar nicht genutzt. Das kann doch alles nicht wahr sein!“

Der Ausschuss hat die Entscheidung schließlich vertagt, ob er sich fügt oder eben doch den Abriss beauftragt und es auf den Knatsch mit der Kommunalaufsicht ankommen lässt. Stattdessen soll jetzt ein Gespräch mit der ADD als Fördergeberin, der Kommunalaufsicht und dem Bauamt geführt werden, um zu sehen, ob es nicht doch noch eine einvernehmliche Lösung gibt. Und, Achtung: Dieses Gespräch soll zeitnah geführt werden.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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