»Mein Hund macht das nicht«

Am Mittwoch in Hahnhof: Hunde-Angriff auf ein Reh

damo Hahnhof. »Mein Hund macht das nicht«: Immer wieder hört Berufsjäger Helmut Hilpisch diese Aussage, wenn er Hundehalter darauf anspricht, dass unangeleinte Hunde schnell ihrem Jagdtrieb erliegen können und dann Wild hetzen. »Das können Hunde sein, die sonst aufs Wort hören – wenn sie ein Reh wittern, wird der Instinkt wach«, meint Hilpisch. Dennoch, fast gebetsmühlenartig: »Mein Hund macht das nicht.« Kann aber nicht sein, denn immer wieder erleben Förster und Jäger Zwischenfälle mit Hunden in ihrem Revier. Eine besonders unschöne Szene spielte sich am Mittwoch in Hahnhof ab.

Hund ließ nicht ab

Gegen 18 Uhr hörte ein Anwohner lautes Geschrei von draußen. »Man konnte das Jaulen durch das ganze Tal hören«, berichtet er im SZ-Gespräch. Als er den Klagelauten auf den Grund ging, entdeckte er einen Hund im ungleichen Kampf mit einem jungen Reh. »Der Hund riss und zerrte an dem Tier herum und ließ auch nicht ab, als ich dazukam«, erzählt der Mann weiter. Erst nach mehreren Zurufen wandte sich der Hund von dem schwer verwundeten Reh ab.

»Ich habe das Reh dann gepackt und in meinen Keller gebracht – da war es vor dem Hund sicher«, erzählt der Tierfreund weiter – aber es war zu spät. Helmut Hilpisch als für das Revier zuständiger Jäger konnte das leidende Tier nur noch mit einem Fangschuss erlösen. In der Zwischenzeit hatte der Hund das Weite gesucht.

»Ich habe keinen Hundehalter in der Nähe gesehen«, berichtet der SZ-Gesprächspartner. Nur eine Beschreibung des Hundes kann er liefern: mittelgroß, pechschwarzes und mittellanges Fell, dicker Kopf mit spitzer Schnauze, helles Halsband. »Wenn ich diesen Hund nochmal sehe, werde ich umgehend die Polizei informieren«, sagt der Augenzeuge, »denn wer weiß? Vielleicht geht dieser Hund morgen auf ein kleines Kind los.«

Laut Hilpisch unterschätzen viele Hundehalter die Gefahr, die von ihrem Tier ausgehen kann. »Viele merken es gar nicht, dass ihr Hund beim Spaziergang ein Tier gehetzt hat. Oft sind die Hunde nur ein paar Minuten im Wald verschwunden – und wenn sie zurückkehren, merkt keiner, was los war.« Deshalb appelliert er nachdrücklich an Hundebesitzer, die Vorgaben des Gesetzes umzusetzen: Demnach muss ein Hund im Wald immer im »Einwirkungsbereich« des Halters sein. Das setzt zwar theoretisch nicht zwingend eine Leine voraus – in der Praxis aber fast immer: »Welcher Hund hört denn noch aufs Wort, wenn er die Fährte eines Wildtiers aufgespürt hat?«

Hund kann eingezogen werden

Wenn einem Hundehalter nachgewiesen werden kann, dass sein Hund gewildert hat, drohen empfindliche Strafen. So können nach dem Landesjagdgesetz deutlich spürbare Bußgelder verhängt werden. Noch weiter greift die kommunale Gefahrenabwehrverordnung: Wildernde Hunde werden laut dieser Verordnung mit Kampfhunden gleichgesetzt – ihre Haltung ist also an bestimmte Auflagen gekoppelt. Und bei »vierbeinigen Wiederholungstätern« bleibt dem Ordnungsamt keine Wahl: Dann wird der Hund eingezogen, um weitere Attacken zu vermeiden.

Hinweise an die Kreisverwaltung

Auch bei Hund und Herrchen im Fall von Mittwochabend besteht offenbar noch Aufklärungsbedarf. Deshalb nimmt die Untere Jagdbehörde der Kreisverwaltung unter Tel. (02681) 812330 sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall entgegen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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