Mit Bauernschläue und einem dicken Fell

Rat Friesenhagen verabschiedete Hermann Mockenhaupt/Auch Willi Bürger 30 Jahre dabei

thor Steeg. »Verabschiedung«, so meinte gestern Abend Ortsbürgermeister Werner Würden, sei ein allzu negatives Wort. Stattdessen wolle man heute Dank sagen. Und das tat der Gemeinderat in seiner Sitzung im Bürgerhaus ausgiebig. Dank wurde an die ausgeschiedenen Ratsmitglieder entrichtet – allen voran Willi Bürger, der 30 Jahre aktiv für die Gemeinde tätig war –, Dank wurde Martin Fuß ausgesprochen, der über vier Jahrzehnte die Protokolle der Sitzungen geführt hat. Im Mittelpunkt des gestrigen Abends stand freilich ein Anderer. Ex-Ortsbürgermeister Hermann Mockenhaupt hatte seinen letzten »offiziellen« Auftritt im Rahmen einer Gemeinderatssitzung.

Wer fast 30 Jahre lang dieses Amt ausübe, »der benötigt eine Menge Idealismus und Verantwortungsbewusstsein«, betonte Würden. Und wer mit offenen Augen durch die Gemeinde gehe, könne sehen, was Mockenhaupt geleistet habe. Von großer Sorgfalt sei seine Arbeit geprägt gewesen, zur Zufriedenheit der Friesenhagener, lobte der Ortsbürgermeister. »Hermann Mockenhaupt hat aber auch heiße Eisen angepackt, was ihm nicht nur Freunde eingebracht hat«, sagte Würden und erinnerte an die Erfahrungen seines Vorgängers beim Wegetausch. Er habe Mockenhaupt als »verantwortungsbewussten, ehrlichen, aber auch kritischen Menschen« kennen gelernt, der mit Bauernschläue und einem dicken Fell viel für die Gemeinde erreicht habe: »Es ist keine Selbstverständlichkeit, was Sie für Friesenhagen geleistet haben.«

Dem allgemeinen Lob schloss sich auch der 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde Kirchen, Werner Becker, an: »Fair und verlässlich«, so seine Einschätzung, auch wenn Mockenhaupt für die Verwaltung nicht immer »bequem« gewesen sei. Beigeordneter Herbert Hombach attestierte Mockenhaupt: »Drei Jahrzehnte ein offenes Ohr für die Bürger.«

Der ausgeschiedene Ortsbürgermeister gab das Lob teilweise zurück, denn die Gemeinde habe sich nicht wegen ihm, sondern wegen der Menschen, der Unternehmen und auch der Arbeit im Rat weiterentwickelt: »Es ist ein Gemeinschaftswerk.« Mockenhaupt fand zum Schluss aber auch (selbst-)kritische Worte: Es sei z.B. bedauerlich, dass man den Erntedankfestzug als Aushängeschild der Gemeinde nicht vermarkten könne: »Der Tourismus hat in Friesenhagen nie eine Rolle gespielt.« Auch sei es vor Jahren sicherlich ein Fehler gewesen, dass man nicht die alte Bahntrasse erworben habe, die man jetzt für den Radweg benötige. In Sachen Wegetausch aber, so bekräftigte Mockenhaupt ein letztes Mal, habe er immer mit offenen Karten gespielt und umfassend informiert. Sein Abschiedsgruß: »Gott schütze das Wildenburger Land.«

Eine besondere Ehrung erfuhr auch Willi Bürger. Tobias Kappenstein, sein ehemaliger Mitstreiter in der Wählergruppe, meinte in seiner Laudatio: »Wer 30 Jahre lang in den Gemeinderat gewählt wird, muss wohl bürgernah sein.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.