SZ

Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt vor Ort
Mudersbach muss Farbe bekennen

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (4. v. l.) war am Freitag mit einem großen Tross aus Mainz und in Begleitung zahlreicher Politiker aus der Region nach Mudersbach gekommen, um sich speziell über die Bahnhofstraße und die Fa. Patz zu informieren. Die FDP-Politikerin sprach dabei von einer „anspruchsvollen Situation“.
  • Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (4. v. l.) war am Freitag mit einem großen Tross aus Mainz und in Begleitung zahlreicher Politiker aus der Region nach Mudersbach gekommen, um sich speziell über die Bahnhofstraße und die Fa. Patz zu informieren. Die FDP-Politikerin sprach dabei von einer „anspruchsvollen Situation“.
  • Foto: thor
  • hochgeladen von Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin)

thor Mudersbach.Eine neue Anbindung der Bahnhofstraße einschließlich des großen Stahl-Servicecenters Patz (Knauf-Interfer-Gruppe) und damit auch eine Entlastung der Anwohner wird es nur in Verbindung mit einer Ortsumgehung geben. Das steht seit Freitag fest. Da nämlich besuchte die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) das Unternehmen, die – wie sie sagte – ein Gespür dafür bekommen wollte, „woran es hängt“. Vor wenigen Wochen hatte sie von Dr. Peter Enders die vom Bürgerverein Mudersbach gesammelten Unterschriften erhalten. Und der Landrat hatte dabei noch einmal die Dringlichkeit des Themas betont.

thor Mudersbach.Eine neue Anbindung der Bahnhofstraße einschließlich des großen Stahl-Servicecenters Patz (Knauf-Interfer-Gruppe) und damit auch eine Entlastung der Anwohner wird es nur in Verbindung mit einer Ortsumgehung geben. Das steht seit Freitag fest. Da nämlich besuchte die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) das Unternehmen, die – wie sie sagte – ein Gespür dafür bekommen wollte, „woran es hängt“. Vor wenigen Wochen hatte sie von Dr. Peter Enders die vom Bürgerverein Mudersbach gesammelten Unterschriften erhalten. Und der Landrat hatte dabei noch einmal die Dringlichkeit des Themas betont.

Klares Bekenntnis gefordert

Schmitt jedenfalls forderte ein klares Bekenntnis („Commitment“) der Region, wie „unter Berücksichtigung von Kompromissen eine Lösung gefunden werden kann“. Schnell kam die FDP-Politikerin auf die Ortsumgehung Mudersbach zu sprechen, die – vor Jahren viel diskutiert – eigentlich schon wieder in der Schublade verschwunden war. Seinerzeit hat sich die Gemeinde strikt gegen die Planungen im Tal gewehrt, wollte man sich den Ort doch nicht durch eine zweite Straße „zerschneiden“ lassen. Zumal auch die Höchstspannungsleitung kein Grund ist, sich bei „Unser Dorf soll schöner werden“ anzumelden.

Bund und Land in den Startlöchern

„Wir stehen seitens des Landes und des Bundes in den Startlöchern“, sagte die Ministerin und ließ keinen Zweifel daran, dass man zur Umsetzung des Mega-Projekts die Akzeptanz der Menschen vor Ort brauche. Es gelte, sich „zusammenzuraufen“. Denn es soll nicht nur die Bahnhofstraße neu angebunden, sondern auch der Bahnübergang überflüssig gemacht werden, wie der zuständige Abteilungsleiter im Ministerium, Michael Puschel, erklärte. Der Landesbetrieb Mobilität in Diez hat nun den Auftrag eine Machbarkeitsstudie zu erstellen. Dabei sollen auch die Interessen der Ortsgemeinde Brachbach berücksichtigt werden.

Bislang hatte die Ortsgemeinde darauf gesetzt, die Bahnhofstraße kurz vor dem Durchbruch über den Steilhang an die B 62 anschließen zu können. Bis auf die Richtung Brachbach führende Brücke über Bahn und Sieg ist diese Variante jetzt vom Tisch. „Das beißt sich mit der Umgehungsstraßenplanung“, sagte LBM-Leiter Lutz Nink. „Solange die da ist, schließt das andere Planungen aus.“ Der Bund sei nicht dafür zuständig, Gewerbegebiete anzuschließen. Soll heißen: Würde die Gemeinde an dieser Anbindung festhalten, müsste sie selbst mehrere Millionen in die Hand nehmen. Utopisch.

Was wird aus dem Kirmesplatz?

Ratsmitglied Ulrich Merzhäuser wusste beim Termin nur allzu genau, was bald für Diskussionen im Ort und im Rat geführt werden. Er hoffe, dass man sich einigen könne. Kirchens Wirtschaftsförderer Tim Kraft strich den Kompromiss-Gedanken heraus: „Wir werden keine Lösung finden, die alle Bürger zufrieden stellt.“ Laut Bürgermeister Andreas Hundhausen wird man sich sehr genau einen möglichen Trassenverlauf entlang der Bahn anschauen. Die neue Sachlage bedeute nicht automatisch, dass der Kirmesplatz aufgegeben werden müsse.

Firma Patz investiert Millionen

Ministerin Schmitt nutzte ihren Besuch auch, um die Bedeutung der Firma Patz für die Ortsgemeinde und die gesamte Region zu betonen. Rheinland-Pfalz sei dankbar für Unternehmen mit dieser Wertschöpfung. Allerdings konkurriere man längst auf internationaler Ebene. Und Knauf-Interfer will dem Standort eigentlich die Treue halten. „Wir haben einen Chef, der in Stahl investiert und daran glaubt“, sagte Patz-Geschäftsführer Thomas Niederhofer. Über die Feiertage habe man 2,5 Millionen Euro in die Anlagentechnik gesteckt, im Raum stehe ein weiterer (zweistelliger) Millionenbetrag für eine Erweiterung des Werks Richtung Bahntunnel, berichtete er. Der Platz sei derart beengt, dass derzeit Coils bei der Spedition Siebel in Kreuztal eingelagert würden. Dabei würde Patz gerne mittelfristig einen Großteil seines Materials mit der Bahn transportieren lassen. „Wir wollen weitermachen, aber wir brauchen eine Perspektive.“

Keine "Muskelspiele"

Von den Nachrichten und Botschaften aus Mainz zeigte sich Niederhofer äußerst angetan: „Endlich sehe ich mal klar.“ Gefragt seien jetzt die Entscheidungsträger vor Ort, die auch sämtliche Konsequenzen berücksichtigen müssten – wobei man als Unternehmen selbst auf „Muskelspiele“ verzichten werde. Das Fazit des Niederlassungsleiters: „Ich bewerte diesen Tag als sehr erfolgreich.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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