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Brachbacher Karnevalsgesellschaft packt Kamelletüten
Närrisches Trostpflaster für die Kinder

300 Kamelletüten für die Kinder sind gepackt, und die Erwachsenen können sich auf Klatsch und Tratsch im „Dorfbesen“ freuen.
  • 300 Kamelletüten für die Kinder sind gepackt, und die Erwachsenen können sich auf Klatsch und Tratsch im „Dorfbesen“ freuen.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

damo Brachbach. Das ist wieder ein Artikel, in dem das Wörtchen „eigentlich“ mehrfach auftaucht. Denn eigentlich würde in diesen Tagen das AK-Land Kopf stehen – überall würde Karneval gefeiert. Eigentlich. Aber diesmal ist alles anders – dass morgen Altweiber ist, werden viele Menschen kaum im Bewusstsein haben. Warum auch? Die einzigen Masken, die aktuell gefragt sind, tragen das FFP2-Label. „Aber kein Karneval kann nicht sein“, meint Steffen Kappes. Er würde – eigentlich – am Samstagabend als Brachbacher Sitzungspräsident auf der Bühne stehen. Das ist natürlich nicht denkbar, aber genauso schwer will es der Brachbacher Karnevalsgesellschaft (KG) in den Kopf, dass die Tage um den Rosenmontag vollkommen karnevalsfrei bleiben. Und so hat die KG beschlossen – wie auch etliche andere Karnevalsvereine in der Region –, zumindest ein kleines närrisches Trostpflaster zu liefern.

Brachbacher Karnevalsgesellschaft p

damo Brachbach. Das ist wieder ein Artikel, in dem das Wörtchen „eigentlich“ mehrfach auftaucht. Denn eigentlich würde in diesen Tagen das AK-Land Kopf stehen – überall würde Karneval gefeiert. Eigentlich. Aber diesmal ist alles anders – dass morgen Altweiber ist, werden viele Menschen kaum im Bewusstsein haben. Warum auch? Die einzigen Masken, die aktuell gefragt sind, tragen das FFP2-Label. „Aber kein Karneval kann nicht sein“, meint Steffen Kappes. Er würde – eigentlich – am Samstagabend als Brachbacher Sitzungspräsident auf der Bühne stehen. Das ist natürlich nicht denkbar, aber genauso schwer will es der Brachbacher Karnevalsgesellschaft (KG) in den Kopf, dass die Tage um den Rosenmontag vollkommen karnevalsfrei bleiben. Und so hat die KG beschlossen – wie auch etliche andere Karnevalsvereine in der Region –, zumindest ein kleines närrisches Trostpflaster zu liefern.

Brachbacher Karnevalsgesellschaft packt 300 Kamelle-Tüten

Adressat sind die Kinder im Dorf. „Gerade die Kinder sind ohnehin von den Folgen der Pandemie schwer getroffen“, meint Kappes, „also haben wir überlegt, dass wir ihnen irgendeinen Ausgleich bieten“. Was das sein kann, wird jeder ahnen, der schon mal mit einem Kind beim Straßenkarneval war und erlebt hat, mit welchem Feuereifer Bonbons und Kamelle von der Straße geklaubt und in große Tüten gestopft werden.
„Wir haben 300 Kamelle-Tüten verpackt“, verkündet Kappes folgerichtig im Gespräch mit der SZ. Und die sollen am Rosenmontag ans Kind gebracht werden. Dazu rücken zwischen 11.11 und 14.11 Uhr rund 30 Aktive aus Reihen der KG aus. Sie werden – natürlich nur in ganz kleinen Gruppen oder im Familienverband – lautstark und bunt kostümiert durchs Dorf ziehen. Mit dabei: ein Bollerwagen. An die Haustüren kommen die Narren aber nicht: Sie ziehen gemächlichen Tempos durch die Straßen. Für die Kinder heißt das: „Wenn ihr den Krach und den Lärm hört, müsst ihr schnell vor die Tür kommen. Und dann könnt ihr die Tüten abgreifen“, lautet der Tipp des Sitzungspräsidenten.
Finanziert wird die Aktion von der KG: „Wir haben in diesem Jahr keine Ausgaben, und zumindest die Mitgliedsbeiträge kommen ja rein. Und wir sind der Meinung, dass dieses Geld für die Kamelletüten gut investiert ist.“

Über Reste freuen sich die Kindergärten Mudersbach und Brachbach

Gut möglich, dass am Ende einige der 300 Tüten übrigbleiben, denn: „Es gibt ja keine Statistik, wie viele Kinder im kamellefähigen Alter sind“, meint Kappes lachend. Aber selbst wenn die KG zu großzügig eingekauft hat: „Dann geht der Rest an die Kindergärten in Mudersbach und Brachbach.“
Auch für die Erwachsenen lohnt es sich, mal kurz den Homeoffice-Arbeitsplatz zu verlassen, wenn’s draußen laut wird. Denn die KG hat auch an die Großen gedacht und den „Dorfbesen“ aus seinem Dornröschenschlaf befreit.
Zuletzt, glaubt Kappes zu wissen, ist die närrische Dorfzeitung in den 1960er-Jahren erschienen – jetzt gibt es eine Neuauflage. „Das war eine spontane Aktion, die haben wir mit sechs Leuten innerhalb von wenigen Wochen aus dem Ärmel geschüttelt.“ Sie kann zwar nicht den alljährlichen Auftritt des „Ausschellers“ ersetzen, aber zumindest ein bisschen spaßig aufbereiteten Dorftratsch liefern. Und, fest versprochen: Natürlich taucht auch Helmut S. in den satirischen Artikeln auf…
Vielleicht, hofft Kappes, gelingt es der KG, den „Dorfbesen“ auch in die Zeit nach der Pandemie zu retten. „Ich würde mich freuen, wenn wir das beibehalten könnten“, meint er. Aber noch mehr setzt er – und die gesamte KG mit ihm – auf die nächste Session: „Ich hoffe sehr, dass wir dann wieder Karneval in echt feiern können.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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