SZ

Neues vom Siegtal-Radweg
Naturnahe Streckenführung scheint illusorisch

Der Radweg-Bau in Freusburg mit der sehr schwierigen Topographie und dem beengten Platz wird den LBM vor die größte Herausforderung stellen. Für diesen Bereich ist ein Planfeststellungsverfahren vorgesehen (Archivbild).
  • Der Radweg-Bau in Freusburg mit der sehr schwierigen Topographie und dem beengten Platz wird den LBM vor die größte Herausforderung stellen. Für diesen Bereich ist ein Planfeststellungsverfahren vorgesehen (Archivbild).
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  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

thor Kirchen. Zum Siegtal-Radweg zwischen Betzdorf und Niederschelderhütte, der die Kommunalpolitik und die Menschen schon seit seit vielen, vielen Jahren beschäftigt, gibt es zwei neue Nachrichten. Die gute: Der Landesbetrieb Mobilität in Diez (LBM) und die Verbandsgemeinde Kirchen haben sich endgültig auf eine gemeinsame Planung und Streckenführung geeinigt. Die schlechte: Von einem naturnahen Radweg kann keine Rede sein, wird er doch großteils entlang der viel befahrenen B 62 führen. Weder an der Freusburger Mühle noch in Büdenholz sind „Abweichungen“ vorgesehen. Für die SZ erläuterten jetzt Bürgermeister Andreas Hundhausen und Elisa Heilig von der Kirchener Verwaltung sowie Benedikt Bauch, neuer stellv. Leiter des LBM Diez, und Projektingenieur Michael Engels den Stand der Dinge.

thor Kirchen. Zum Siegtal-Radweg zwischen Betzdorf und Niederschelderhütte, der die Kommunalpolitik und die Menschen schon seit seit vielen, vielen Jahren beschäftigt, gibt es zwei neue Nachrichten. Die gute: Der Landesbetrieb Mobilität in Diez (LBM) und die Verbandsgemeinde Kirchen haben sich endgültig auf eine gemeinsame Planung und Streckenführung geeinigt. Die schlechte: Von einem naturnahen Radweg kann keine Rede sein, wird er doch großteils entlang der viel befahrenen B 62 führen. Weder an der Freusburger Mühle noch in Büdenholz sind „Abweichungen“ vorgesehen. Für die SZ erläuterten jetzt Bürgermeister Andreas Hundhausen und Elisa Heilig von der Kirchener Verwaltung sowie Benedikt Bauch, neuer stellv. Leiter des LBM Diez, und Projektingenieur Michael Engels den Stand der Dinge.

„Schön ist anders“, gab Hundhausen unumwunden zu. Doch ist der Verwaltungschef bekanntlich auch ein großer Pragmatiker. „Wir sind endlich mal an einem Punkt, an dem Trasse klar ist. Ansonsten können wir auch noch in den nächsten fünf Jahren lamentieren.“ Bauch ergänzte: „Die Topografie gibt an vielen Stellen die Strecke vor.“ Zudem komme man an den Finanzierungskriterien des Bundes nicht vorbei. Für den Bau von Radwegen an Bundesstraßen werden die Kosten zu 100 Prozent übernommen.
Und so soll der Radweg aussehen: Von Betzdorf kommend, solle zunächst die Engstelle vor dem Ortseingang Kirchen beseitigt, parallel dazu eine Stützmauer erneuert werden, berichtete Engels. Weiter geht es durch die Bahnhofstraße und über die Siegbrücke in die Austraße. Ein Radweg auf dem Siegdamm bis zur Herrenwiese fällt laut Hundhausen wegen des Hochwasserschutzes flach: „Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit würden wir keine Genehmigung von der SGD Nord erhalten.“

„Wir werden die Herausforderungen aber angehen“

Vor der Freusburger Mühle wird es dann knifflig: Hier treffen die Radfahrer wieder auf die B 62 und müssen durch ganz Freusburg geführt werden. Bauch gestand ein, dass hier noch keine fertige Lösung auf dem Tisch liegt. „Wir werden die Herausforderungen aber angehen.“ Massive Eingriffe in den Hang sind ebenso denkbar wie Grunderwerb von Privatleuten. Zur rechtlichen Absicherung will der LBM für diesen Bereich ein Planfeststellungsverfahren in die Wege leiten. Und hier werde man auch im gesamten Verfahren mit den Planungen beginnen, so Bauch. Vermutlich 2023.

Hinter Freusburg soll der bestehende Rad- und Fußweg in einen vernünftigen Zustand gebracht werden. Viele Radfahrer hätten sich dann im Bereich Büdenholz Alternativen gewünscht. Doch der Radweg wird bis zum Durchbruch der Bundesstraße treu bleiben. Es geht weder Richtung Katzenbacher Straße und Mariengrotte (zu steil), noch gegenüber der Gaststätte Braun durch das „Härdtchen“. Hier gibt es laut Hundhausen Bedenken wegen des Naturschutzes. Und bei der Variante Richtung Klärwerk müsste die Bahn beteiligt werden. „Die Sachzwänge sind einfach groß.“

Gespräche mit Grundstückseigentümern 

Ziel ist es nun, dass die Radfahrer am Durchbruch relativ sicher über die B 62 gelangen und dann auf der Büdenholzer und der Au- bzw. Bahnhofstraße bleiben. Immerhin: Hinter Brachbach könnte der Weg oberhalb der Sieg (Bullenkamp/Grube Ecke) genutzt werden. Doch erst einmal müsse hier mit den Grundstückseigentümern gesprochen werden, sagte Elisa Heilig. Durch den Hüttenwald und am Mudersbacher Kirmesplatz vorbei wäre schließlich der Lückenschluss bis zum Radweg an der Stahlwerkstraße erreicht.

Den LBM-Vertretern war der Hinweis wichtig, dass es ein sicherer Radweg werden soll. So ist – wo immer möglich – eine räumliche Trennung von der Fahrbahn vorgesehen, zum Beispiel durch eine Erhöhung und eine Abgrenzung durch Bordsteine. „Der Siegtal-Radweg hat eine hohe Bedeutung, er ist dem Bund sehr wichtig“, sagte Bauch zu der Frage, ob er am Ende Finanzierungsschwierigkeiten erwarte. Durchaus ernüchternd fiel allerdings die Einschätzung zur Zeitschiene des stellv. Behördenleiters aus: Man müsse mit zehn bis 15 Jahren rechnen, bis der Radweg in dieser Form umgesetzt sei. Hundhausen verwies allerdings darauf, dass auch parallele Planungen und Arbeiten möglich seien.

Und so ganz will der Bürgermeister auch der einen oder anderen Alternativ-Route noch nicht die Tür zuschlagen – auch wenn Kirchen dann kein Geld aus Berlin erwarten darf. Dafür eventuell aber deutlich mehr Zustimmung unter den Radfahrern.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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