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20 Betten im DRK-Krankenhaus
Neue Fachabteilung Neurologie in Kirchen

Sven Laaß (l.) wird als Chefarzt die neue neurologische Fachabteilung im Kirchener Krankenhaus aufbauen. Der kaufmännische Direktor Nicki Billig kann damit hinter einem weiteren Vorhaben ein Häkchen setzen.
  • Sven Laaß (l.) wird als Chefarzt die neue neurologische Fachabteilung im Kirchener Krankenhaus aufbauen. Der kaufmännische Direktor Nicki Billig kann damit hinter einem weiteren Vorhaben ein Häkchen setzen.
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  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

thor Kirchen. Dieser neue Chefarzt im Kirchener DRK-Krankenhaus verdient eine fast schon pathetische Begrüßung: Sven Laaß hat wahrlich den Elementen getrotzt, um nach Kirchen zu kommen. Wie viele andere auch wurden er und seine Familie am Sonntag auf der Rückfahrt aus dem Italienurlaub von den verheerenden Unwettern in den Alpen überrascht. Sturm und Regen, Hagel und Schnee sorgten für eine ungeplante Zwischenübernachtung – gleichwohl erschien der 49-Jährige gestern pünktlich zum Dienst. Und zwar als neuer Chefarzt einer neurologischen Fachabteilung im Krankenhaus, die Anfang nächstes Jahres offiziell an den Start gehen soll.

thor Kirchen. Dieser neue Chefarzt im Kirchener DRK-Krankenhaus verdient eine fast schon pathetische Begrüßung: Sven Laaß hat wahrlich den Elementen getrotzt, um nach Kirchen zu kommen. Wie viele andere auch wurden er und seine Familie am Sonntag auf der Rückfahrt aus dem Italienurlaub von den verheerenden Unwettern in den Alpen überrascht. Sturm und Regen, Hagel und Schnee sorgten für eine ungeplante Zwischenübernachtung – gleichwohl erschien der 49-Jährige gestern pünktlich zum Dienst. Und zwar als neuer Chefarzt einer neurologischen Fachabteilung im Krankenhaus, die Anfang nächstes Jahres offiziell an den Start gehen soll.

Neurologie in Kirchen

Das ist in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Botschaft: Zum einen arbeitet Nicki Billig als Kaufmännischer Direktor weiter Stück für Stück daran, dass Leistungsangebot auszubauen und die Klinik immer näher an die „Unantastbarkeit“ heranzuführen. Zum anderen wird mit der Neurologie ein wichtiges medizinisches Feld in einer älter werdenden Gesellschaft abgedeckt und noch dazu eine Versorgungslücke geschlossen.

Stroke-Unit für Patienten mit Schlaganfall

Der gebürtig aus Berlin stammende, aber in Bonn aufgewachsene Laaß kommt aus Asbach, wo er als Leitender Oberarzt in der DRK-Kamillus-Klinik unter Chefarzt Dr. Dieter Pöhlau gearbeitet hat. Zuvor hatte er seine Facharztausbildung an der Uni-Klinik Bonn absolviert. Glaubt man dem Neurologen, dann hat er Anfang des Jahres keine Sekunde gezögert (selbstverständlich in Abstimmung mit seiner Frau), das Angebot aus Kirchen anzunehmen. Wobei Billig damit einmal mehr einen langfristigen Plan verfolgt hat. Denn vor knapp drei Jahren war mit Dr. Roland von Rohden und Dr. Cecilia Nemeth erstmals wieder neurologische Expertise ins Krankenhaus eingezogen. Und gemeinsam mit Dr. Kay-Uwe Kreutz, dem Chefarzt der Inneren, wurde schließlich auch wieder eine funktionsfähige Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten aufgebaut. Ein Etappenziel war erreicht.

Netzwerk "NeuroVask"

Billig hatte nach eigenem Bekunden kurz überlegt, in Kirchen eine Art neurologische Filiale von Asbach zu eröffnen, diesen Gedanken aber schnell wieder verworfen. „Mit Sven Laaß haben wir den richtigen Mann gefunden. Er ist nicht nur fachlich sehr gut, sondern kann auch in Strukturen denken“, so der Verwaltungschef. Laaß hat demnach seinen Anteil daran, dass im Großraum Bonn das Netzwerk „NeuroVask“ entstanden ist. Dieses Netzwerk ermöglicht eine optimale und vor allem schnellstmögliche Versorgung der Patienten. Denn in der Neurologie zählt bekanntlich jede Sekunde.

20 Betten für die Neurologie

Kirchen kommt für diesen „Verbund“ aufgrund der Entfernung nicht infrage, doch Laaß ist mit Leib und Seele Netzwerker, sodass er sich auch in der heimischen Region als „Fernziel“ eine ähnliche Kooperation vorstellen kann. Doch zunächst wird der Chefarzt in den nächsten Monaten damit beschäftigt sein, die neue Abteilung vorzubereiten. Im Landeskrankenhausplan sind für die Neurologie 20 Betten vorgesehen. Neben Laaß, von Rohden und Nemeth wird das ärztliche Team übrigens durch einen in Betzdorf und Kirchen sehr bekannten Namen ergänzt: Dr. Caroline Muhl ist aus Wuppertal in die alte Heimat zurückgekehrt.

Fachwissen im Krankenhaus Kirchen

Laaß selbst bringt aber nicht nur viel Fachwissen mit, sondern auch an Enthusiasmus grenzende Leidenschaft, was seinen neuen Job an der Sieg angeht. „Die Neurologie ist ein riesiges Fachgebiet geworden“, sagt er und will die Arbeit nicht allein auf Schlagabfälle reduziert wissen. Ob nun Bewegungsstörungen, epileptische Leiden, Parkinson oder Muskeldystrophien: Kirchen soll künftig wieder für die verschiedensten Patienten erste Anlaufstelle sein. Besonders komplexe Erkrankungen müssten natürlich weiterhin in den den Zentren der Maximalversorgung behandelt werden.

Facharzt frühzeitig aufsuchen

„Die Fallzahlen steigen“, sagt der Chefarzt und verweist darauf, dass eigentlich fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens eine neurologische Krankheit hat. Bislang sei der Kreis Altenkirchen ein „blinder Fleck“ zwischen Siegen und Asbach gewesen. Die großen Entfernungen hätten nach seinen Erfahrungen oft genug Patienten abgeschreckt, frühzeitig einen Facharzt aufzusuchen – mit den entsprechenden Folgen. Eine verzögerte Diagnostik führe häufig zu irreparablen Schäden.
Laaß betont, dass die Voraussetzungen für seine Arbeit in Kirchen geradezu ideal seien. Womit er nicht nur Geräte wie CT und MRT meint. Wichtig sei auch die Unterstützung der Kollegen aus der Gefäßchirurgie, der Radiologie und vor allem auch der Kardiologie.
Man darf also auf die neue Fachabteilung gespannt sein – nur die Makler vor Ort werden ein langes Gesicht ziehen. Laaß wird seiner Familie in Königswinter weiter wohnen. Die Fahrtzeit von etwas unter einer Stunde sei verkraftbar. Wie gut, dass Laaß persönlich als Pendler deutlich andere Maßstäbe ansetzt als beim Transport seinen Schlaganfall-Patienten.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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