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„Bergbau per Bike“
Neue Mountainbike-Strecken in Flyer

Wer mithilfe des neuen Flyers am Brachbacher Stollen „Josefsglück“ angekommen ist, hat schon einige Höhenmeter geschafft, doch längst nichts alle. Die Tour „Bergbau per Bike“ ist eine durchaus sportliche Angelegenheit.
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  • Wer mithilfe des neuen Flyers am Brachbacher Stollen „Josefsglück“ angekommen ist, hat schon einige Höhenmeter geschafft, doch längst nichts alle. Die Tour „Bergbau per Bike“ ist eine durchaus sportliche Angelegenheit.
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thor Brachbach. Was für eine Überraschung: Dieser Tage ist ein neuer Flyer für Radtouren in der Naturregion Sieg erschienen – und der Kreis Altenkirchen wurde nicht ausgespart. Das ist allein deshalb erstaunlich, weil Radfahrern eigentlich auch von offiziellen Stellen stets geraten wird, einen großen Bogen um das AK-Land zu machen bzw. den Zug zu nutzen. Der Bereich zwischen Niederschelderhütte und Fürthen gilt da als eine Art Transitzone. Erst im Rhein-Sieg-Kreis kann man von einem echten Sieg-Radweg sprechen, der auf 64 Kilometern von Rosbach bis nach Niederkassel führt.

Doch die Macher des Flyers haben sich bei ihrer Auswahl durchaus Gedanken gemacht und geschaut, wo die Stärken des AK-Kreises für Radfahrer liegen.

thor Brachbach. Was für eine Überraschung: Dieser Tage ist ein neuer Flyer für Radtouren in der Naturregion Sieg erschienen – und der Kreis Altenkirchen wurde nicht ausgespart. Das ist allein deshalb erstaunlich, weil Radfahrern eigentlich auch von offiziellen Stellen stets geraten wird, einen großen Bogen um das AK-Land zu machen bzw. den Zug zu nutzen. Der Bereich zwischen Niederschelderhütte und Fürthen gilt da als eine Art Transitzone. Erst im Rhein-Sieg-Kreis kann man von einem echten Sieg-Radweg sprechen, der auf 64 Kilometern von Rosbach bis nach Niederkassel führt.

Doch die Macher des Flyers haben sich bei ihrer Auswahl durchaus Gedanken gemacht und geschaut, wo die Stärken des AK-Kreises für Radfahrer liegen. Und die liegen bekanntlich nicht in den Tälern, wo es nur stückweise Radwege gibt (und dann noch zumeist an Straßen), sondern in den Wäldern und auf Höhenzügen. Erstmals macht nunmehr eine Broschüre auf das bislang touristisch eher stiefmütterlich behandelte und völlig unterschätzte Potenzial aufmerksam. Gerade auch in der Verbandsgemeinde Kirchen, die für Mountain-Biker jede Menge zu bieten hat.

Unter den insgesamt acht Touren findet sich auch eine mit dem Namen „Bergbau per Bike“. Dabei handelt es sich um eine grenzüberschreitende Strecke, die Mudersbach, Brachbach, Eiserfeld und Neunkirchen tangiert. Wie der Name schon sagt, begeben sich Radfahrer hier auf die Spuren des Siegerländer Erzbergbaus, der in diesem Gebiet mit zahlreichen Gruben und Pingen allgegenwärtig ist.

Vom Bahnhof Mudersbach aus – alle Touren stehen unter dem Motto „Trail & Rail“ – geht es über die Grube Ecke nach Brachbach auf den dortigen Grubenwanderweg, wo u. a. das kleine Schaubergwerk „Josefsglück“, liebevoll hergerichtet vom Heimatverein, wartet. Letztlich geht es bis zum Kaiserschacht und zum Pfannenbergturm, wo im nahen Ausflugslokal „Steimel“ die – leider – einzige Einkehrmöglichkeit liegt. Auch die Sandhalde und die Birker Ley dürfen auf dem Rückweg nicht fehlen.

Ausgesucht hat die Tour Felix Knopp, Wegemanager des Natursteigs Sieg. Dazu muss man wissen, dass Knopp ein absolutes „Konditionsmonster“ ist. Mit anderen Worten: Die Strecke hat es in sich: 600 Höhenmeter auf 22 Kilometern sind unter den acht Empfehlungen in der Naturregion der Spitzenwert. Und jeder Mountain-Biker, der ohne Akku unterwegs ist, weiß nun einmal, dass man sich auf dem Weg hoch zur Kreuzeiche erst einmal ein bisschen quälen muss – egal, ob man nun aus dem Heller- oder dem Siegtal kommt. Dafür wird man mittlerweile nicht nur auf dem Pfannenbergturm mit großartigen Aussichten belohnt. Großflächige Einschläge von geschädigten Fichten lassen die Blicke weit, weit ins Siegerland schweifen.

Im Flyer wird „Bergbau per Bike“ so beschrieben: „Raue Landschaft, steile Berge: Mountainbike und gute Kondition sind ein Muss für Radler, die hier in die geheimnisvolle Bergwelt eintauchen.“ Wer sich auskennt, wird freilich vor Ort auch einige „entspanntere“ Aufstiege kennen. Auswärtigen E-Bike-Fahrern wird das aber egal sein. Sie dürften sich über die gute Erreichbarkeit mit der Bahn freuen, inzwischen hat die Naturregion die Strecke auch in der Navigations-App „Komoot“ eingestellt. Ohnehin muss man sich von GPS-Daten führen lassen, da es keine speziellen Ausschilderungen gibt.

Es geht aber auch deutlich weniger sportlicher und flacher zu: So wird im neuen Flyer auch der Ruhr-Sieg-Radweg im Asdorftal berücksichtigt. Hier beträgt der Höhenunterschied gerade mal 120 Meter. Als Highlights werden die Alte Rentei in Junkernthal und der „Siegerländer Dom“ in Niederfischbach erwähnt, und natürlich sollte auch ein Abstecher nach Freudenberg nicht fehlen.

Vom Bahnhof Wissen aus starten gleich zwei Touren: Der „Nister Flitzer“ hat eine Länge von 29 Kilometern und führt zunächst über den Nister-Radweg, Helmeroth, Mörsbach, Fensdorf, Mittelhof und Schönstein zurück nach Wissen. Auf der anderen Seite der Sieg im Norden nennt sich eine Tour „Stille Post“. Hier, auf 18 Kilometern, nutzen die Radfahrer den Botanischen Weg und die Alte Poststraße durch das Mühlenthal und das Brölbachtal.

Aufgrund der guten Bahnanbindung über die Siegstrecke haben die Verantwortlichen der Naturregion einmal mehr den Großraum Köln/Bonn/Düsseldorf im Blick. Auf Basis der Routen-Empfehlungen müssen Rad-Touristen dann auch nicht auf „gut Glück“ in die heimischen Wälder starten.

Wobei das eingangs erwähnte Siegtal nicht aus dem Blick geraten sollte: Nach Angaben von Carmen Döhnert von der Naturregion Sieg klingelt immer und immer wieder das Telefon, weil Radfahrer den Fluss gerne von der Quelle bis zur Mündung bereisen würden. Dann muss Döhnert stets tief Luft holen, freundlich und höflich auf die Möglichkeiten hinweisen – und eben auch auf die „Transitzone“ im Kreis Altenkirchen.

Wer mithilfe des neuen Flyers am Brachbacher Stollen „Josefsglück“ angekommen ist, hat schon einige Höhenmeter geschafft, doch längst nichts alle. Die Tour „Bergbau per Bike“ ist eine durchaus sportliche Angelegenheit.
Deutlich gemächlicher kann man es auf der alten Bahntrasse im Asdorftal angehen lassen. Der Radweg darf in der Broschüre natürlich nicht fehlen. Archivfoto: rai
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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