SZ

Haubergsgenossen wollen drei Windräder errichten
Neuer Anlauf auf dem Giebelwald

Die Mudersbacher Haubergsgenossen haben sich entschieden, einen neuen Anlauf in Sachen Windkraft auf dem Giebelwald zu starten. Mit im Boot ist der Stadtwerke-Verbund Trianel, der unter anderem den Windpark Rabenau in Hessen (Foto) betreibt.
  • Die Mudersbacher Haubergsgenossen haben sich entschieden, einen neuen Anlauf in Sachen Windkraft auf dem Giebelwald zu starten. Mit im Boot ist der Stadtwerke-Verbund Trianel, der unter anderem den Windpark Rabenau in Hessen (Foto) betreibt.
  • Foto: Trianel
  • hochgeladen von Marc Thomas

damo Mudersbach. Zehn Jahre sind vergangen, seit der Mudersbacher Giebelwald erstmals in den Fokus der Windenergie-Projektierer gerückt ist. Damals war es ein Planer namens Amolak Sound, der für die Firma Jade Naturenergie sechs Windräder im Hauberg aufstellen wollte. Wie die Geschichte ausgegangen ist, dürfte hinlänglich bekannt sein: Im Siegtal hat sich öffentlicher Widerstand formiert, am Ende sind die Pläne begraben worden, bis heute dreht sich zwischen Giebelberg und Windhahn kein einziges Windrad. Jetzt aber geht’s in eine neue Runde.

Dabei haben sich die Vorzeichen deutlich geändert. Statt Jade Naturenergie ist der Aachener Stadtwerkeverbund Trianel am Start, aus sechs Anlagen sollen drei werden.

damo Mudersbach. Zehn Jahre sind vergangen, seit der Mudersbacher Giebelwald erstmals in den Fokus der Windenergie-Projektierer gerückt ist. Damals war es ein Planer namens Amolak Sound, der für die Firma Jade Naturenergie sechs Windräder im Hauberg aufstellen wollte. Wie die Geschichte ausgegangen ist, dürfte hinlänglich bekannt sein: Im Siegtal hat sich öffentlicher Widerstand formiert, am Ende sind die Pläne begraben worden, bis heute dreht sich zwischen Giebelberg und Windhahn kein einziges Windrad. Jetzt aber geht’s in eine neue Runde.

Dabei haben sich die Vorzeichen deutlich geändert. Statt Jade Naturenergie ist der Aachener Stadtwerkeverbund Trianel am Start, aus sechs Anlagen sollen drei werden. Vor allem aber hat der Wald an den geplanten Standorten nur noch herzlich wenig mit dem zu tun, was er vor zehn Jahren war.

Großflächige Brachflächen gewaltige Herausforderung

Die großflächigen Brachflächen im Wald stellen die Mudersbacher Haubergsgenossen vor eine gewaltige Herausforderung: Sie werden auf absehbare Zeit nur geringe Einnahmen verbuchen können, müssen gleichzeitig aber reichlich Geld in die Hand nehmen, um einen neuen Wald aufzubauen. Und die Fördermittel allein werden nicht reichen, prognostiziert Haubergsvorsteher Bernd Killer im Gespräch mit der SZ: „Wir bekommen zwar Zuschüsse für die Pflanzungen, aber die hohen Kosten entstehen erst später, wenn es an die Pflege geht.“ Und die einzelnen Haubergsgenossen im großen Stil zur Kasse zu bitten, kann nicht die Strategie des Vorstands sein – so ist das Thema Windkraft wieder aktuell geworden. So vertritt der Hauberg mit breiter Mehrheit die Meinung, dass Windräder zumindest für die nächsten 20 Jahre ein Ausweg aus dem Dilemma sein könnten.

Neuer Partner ist der Stadtwerke-Verbund Trianel aus Aachen. Auch dort ist längst die Nachricht angekommen, welches Bild der Verwüstung die unglückselige Kombination aus Käfer und Dürre in den Wäldern des Siegerlands hinterlassen hat. „Das, was wir da sehen, sind die Konsequenzen aus dem Klimawandel“, ist sich Dr. Nadja Thomas sicher. Die Trianel-Pressesprecherin hält sich im Gespräch mit der SZ noch bedeckt, was das Giebelwald-Projekt angeht. Ja, bestätigt sie, es gibt Gespräche mit den Haubergsgenossen – aber man wolle in einem so frühen Stadiums nicht und niemandem vorgreifen. „Wir stehen ganz am Anfang, es sind noch keine Verträge unterzeichnet. Und natürlich wollen wir sukzessive alle Beteiligten informieren.“

Gewinnung von Windenergie positiver Effekt

Klar sei aber: „Es geht hier nicht um Standorte in intakten Wäldern, sondern um Waldbrachen.“ Und genau auf diesen Flächen hätte die Gewinnung von Windenergie nach ihrer Einschätzung gleich in doppelter Hinsicht einen positiven Effekt: Zum einen, weil sie als Bestandteil der Energiewende zum Klimaschutz beitrage; zum anderen, weil die Pachterträge die finanziell arg gebeutelten Waldbesitzer in die Lage versetzten, klimastabile Wälder aufzubauen. „Davon profitieren alle“, ist sich Dr. Thomas sicher.

Was sie und die Haubergsgenossen natürlich auch wissen: Man darf mit Gegenwind rechnen. Das ist praktisch überall so, wo neue Windenergieanlagen gebaut werden soll, und in diesem speziellen Fall sogar erst recht: Schließlich müsste sich am Fuße des Giebelwald ja noch nicht einmal eine neue Bürgerinitiative gründen – die BI Siegtal besteht schließlich nach wie vor, und an ihrer grundsätzlichen Position hat sich nichts geändert.

Aussicht auf Proteste schrecken nicht ab 

Die Aussicht auf Proteste schrecke Trianel aber nicht ab, betont Dr. Thomas. Seit 2010 beschreite die Stadtwerke-Kooperation erfolgreich den Weg der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen. Unter anderem betreiben die 57 Stadtwerke, sie sich unter dem Dach „Trianel“ zusammengeschlossen haben, einen Offshore-Windpark vor der Küste Borkums. Und seit einigen Jahren realisiere man auch Onshore-Projekte.

Bis Trianel aber auch den Strom vom Giebelwald ins Portfolio aufnehmen kann, werden noch Jahre ins Land gehen – sofern das Projekt überhaupt realisiert werden kann, stellt Dr. Thomas klar: „Durchschnittlich dauert ein Genehmigungsverfahren sieben Jahre.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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