Stadtrat lehnt Wohnhaus ab und stimmt Wohnpark zu
Nicht jeder Neubau ist willkommen

Für diese Freifläche in Katzenbach (oben) ist eine Bauvoranfrage für ein großes Mehrfamilienhaus eingegangen. Aufgrund der Dimension steht der Rat dem Projekt eher ablehnend gegenüber.
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  • Für diese Freifläche in Katzenbach (oben) ist eine Bauvoranfrage für ein großes Mehrfamilienhaus eingegangen. Aufgrund der Dimension steht der Rat dem Projekt eher ablehnend gegenüber.
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thor Kirchen. Kaum werden die sinkende Einwohnerzahl und der Bedarf nach Wohnraum in Kirchen thematisiert, kommen auch schon größere Bauvorhaben auf den Tisch. In Katzenbach soll ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen entstehen, in Offhausen ein kleiner Wohnpark mit drei Häusern. Doch merke: Auch wenn jeder Quadratmeter mehr dringend erforderlich ist, so nickt der Stadtrat doch nicht alles ab. Das wurde am Montag Abend in der Ratssitzung vor allem bei dem geplanten Projekt in Katzenbach deutlich.

Das vorhaben wird zunächst verweigert

Hier plant ein Investor an der Ecke Dorfstraße/Dorfwiese besagtes Gebäude mit einem Bauvolumen von 3170 Kubikmetern. Elisa Heilig von der Kirchener Verwaltung erklärte, dass eine Nachverdichtung zwar grundsätzlich zu begrüßen sei, aber: „Hier tritt das zu wuchtig in Erscheinung.“ Das geplante Haus sei so groß, dass sogar die Katzenbacher Kirche hineinpassen würde, verdeutlichte sie die Dimension. Das gesamte Umfeld sei zudem von Ein- und Zweifamilienhäusern geprägt. Heilig plädierte dafür, dem Investor zwei kleinere Häuser mit jeweils drei oder vier Wohnungen vorzuschlagen.

Auch der gesamte Rat einschließlich Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen ist der Überzeugung, dass solch ein Neubau nicht in den kleinen Ortsteil passt, zudem befürchtet wird, das direkt daneben ein Gebäude ähnlicher Größe in Planung ist. Das gemeindliche Vorhaben wurde daher zunächst verweigert, auch der Ortsbeirat wird sich nochmals mit dem Thema befassen.

Noch gibt es Beratungsbedarf über zwei Bauvorhaben

Ganz anders gewertet wird vom Rat ein Bauvorhaben in Offhausen. Ein ortsansässiger Unternehmer möchte hier gerne drei Häuser (mit je einer Wohnung) südlich der Straße „Im Wiesengrund“ errichten. Unter einem der Gebäude soll eine Tiefgarage für firmeneigene Fahrzeuge entstehen. Hier gab es keinerlei Bedenken seitens der Verwaltung.

Anders verhält es sich mit einem kleinen Wohnpark, der südlich des Wiesengrunds in Offhausen entstehen soll.
  • Anders verhält es sich mit einem kleinen Wohnpark, der südlich des Wiesengrunds in Offhausen entstehen soll.
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Und schließlich gab es noch den Fall, wo die Verwaltung eher ablehnender Haltung ist, die Kirchener Kommunalpolitiker dem aber nicht so einfach folgen wollen. Es geht um eine Bauvoranfrage für ein Wohnhaus am Ende des Kreuzgartens in Freusburg. Für die Verwaltung und auch die Untere Naturschutzbehörde ist das schon Außenbereich bzw. Natura-2000- und Vogelschutzgebiet. Doch nicht nur Rainer Höhne (SPD) war der Meinung, dass alles „rein optisch“ nach einem Bauplatz aussieht. Es sei auch seltsam, dass hier kein Bebauungsplan existiere. In diesem Zusammenhang will Hundhausen erst einmal klären, ob der Antragsteller die Fläche als Bauplatz erworben hat. Ergo: Noch gibt es Beratungsbedarf.

Umbenennung des Kindergartens noch nicht fest

Das gilt auch für den neuen Namen der kommunalen Kita im Oberdorf. Wie berichtet, hatte das Team eine Umbenennung von „St. Nikolaus“ zu „Welt-Entdecker“ beantragt. Die ehemalige Kita-Leiterin Astrid Brück berichtete, dass der bisherige Name vor Jahrzehnten von Pfarrer Hartwig Honecker eingeführt worden sei, „weil St. Nikolaus den Kindern bekannt ist und worauf sie sich freuen“. Die jetzige Leiterin Andrea Braun betonte hingegen nochmals den Umbruch in der Kita-Landschaft und die veränderte Konzeption. „Wir müssen uns auch immer wieder erklären“, sagte sie. Was heißen sollte: Außenstehende vermuten hinter dem Namen nach wie vor einen katholischen Träger.

Kindertagesstätte beantragt Namensänderung

Ein großer Befürworter der Umbenennung war Kurt Möller von den Grünen: Man sollte den Wunsch der Eltern und Erzieherinnen respektieren, auch sei die Zusammensetzung der Kinder eine ganz andere als 1960. Dem hielt Karlheinz Latsch (SPD) entgegen: „Man muss nicht jedem Windchen Folge leisten.“ Für Klaus Baldus (CDU) ist der bisherige Namen etabliert. Und überhaupt: Wenn es in fünf Jahren ein neues Konzept gebe, müsse man dann auch wieder über einen neun Namen befinden? Andrea Braun sprach allerdings von einer „Grundsatzentscheidung“.

Günter Kohles (SPD) würde den „Nikolaus“ im Namen gerne behalten, ohne den Heiligen-Bezug. Eine Idee, mit der sich auch Marcus Engler (FDP) anfreunden konnte. Da sich aber kein Konsens abzeichnete, wird die Diskussion nun im Ausschuss weitergeführt.

Für diese Freifläche in Katzenbach (oben) ist eine Bauvoranfrage für ein großes Mehrfamilienhaus eingegangen. Aufgrund der Dimension steht der Rat dem Projekt eher ablehnend gegenüber.
Anders verhält es sich mit einem kleinen Wohnpark, der südlich des Wiesengrunds in Offhausen entstehen soll.
Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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