»Ohne Feuerwehren geht es nicht«

Kreisverband tagte in Freusburg: Bekennntnis zum freiwilligen Engagement/Zahlreiche Ehrungen

rai Freusburg. »Ohne Feuerwehren geht es nicht«: Das könne gar nicht oft genug wiederholt werden, sagte Landrat Dr. Alfred Beth am Freitagabend bei der 30. Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Altenkirchen. Hierzu begrüßte Vorsitzender Hans-Peter Benner die Delegierten aus den insgesamt 41 Feuerwehren im Landkreis sowie zahlreiche Ehrengäste im Bürgerhaus Freusburg. Ein besonders Willkommen galt neben dem Landrat dem Ehrenvorsitzendem Gustav Höfer (Weitefeld), der bereits seit 60 Jahren der Feuerwehr angehört, Kreisfeuerwehrinspekteur Eckhard Müller und Hartmut Stein, zuständiger Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung. Für den Landesverband war Hans-Jörg Degen erschienen, ebenso zahlreiche Vertreter von Kommunen.

Am Standort der ältesten Wehr im Kreis Altenkirchen – die Feuerwehr Freusburg ist 157 Jahre alt – begrüßte Kirchens Bürgermeister Wolfgang Müller die Versammlung auch im Namen seiner Amtskollegen.

In einem kurzen Geschäftsbericht informierte Benner über die Tätigkeit im abgelaufenen Jahr. Dabei erwähnte er auch einen Bericht des Landesrechnungshofes, in dem die Kosten der Feuerwehren beleuchtet und kritisiert worden waren. Der Bericht sei sowohl vom Landesfeuerwehrverband als auch vom Innenministerium zurückgewiesen worden. Es sei deutlich geworden, so Benner, dass man Frauen und Männer vor Ort benötige, auch in kleinen Einheiten. Benner begrüßte, dass im Gesetz verankert sei, dass es keine Zwangszusammenlegungen von Feuerwehren geben soll – wenn, dann nur auf freiwilliger Ebene. Derzeit sind kreisweit etwa 1300 Frauen und Männer im aktiven Dienst tätig. Einen soliden Finanzbericht legte anschließend Kassierer Erich Schönfelder (Herdorf) vor.

»Berufswehr nicht finanzierbar«

Landrat Dr. Beth betonte die Verbundenheit der Menschen in der Region mit den Einsatzkräften. Ohne Feuerwehren gebe es keine öffentliche Sicherheit, sagte er mit Verweis auf das ehrenamtliche Engagement. Beifall erntete der Landrat, als er betonte, dass »im ländlichen Raum keine Berufsfeuerwehr finanzierbar ist«. Zugleich räumte er ein, dass die Finanzmisere nicht spurlos an den Löschzügen vorbei gegangen sei. Die Sicherheit der Bürger habe jedoch Vorrang. Dennoch müsse gründlich nachgefragt werden, ob eine Anschaffung oder eine Baumaßnahme jetzt gemacht werden müsse.

Stellvertretend für alle, die ehrenamtliches engagiert sind, ehrte Dr. Beth drei Feuerwehrmänner, die seit 35 Jahren im aktiven Dienst stehen. Urkunde und goldenes Feuerwehrehrenzeichen erhielten jeweils Wolfgang Meier (Daaden) sowie Klaus Kirchhöfer und Detlef Flug (beide Weitefeld).

Auch der Kreisverband hatte Personen zu ehren – darunter den Landrat. Dieser habe in seiner 16-jährigen Amtszeit viel für die Feuerwehr getan, lobte Vorsitzender Benner. Dr. Beth, der zum letzten Mal in seiner bisherigen Funktion an der Delegiertenversammlung teilnahm, wurde mit der Ehrenmedaille des Deutschen Feuerwehrverbandes geehrt. Für seine hervorragenden Leistungen als Wertungsrichter im Kreisverband wurde der Elkenrother Wehrführer Willibald Schuhen mit dem silbernen Ehrenkreuz des Feuerwehrverbands geehrt. Der ausgeschiedene Kreisjugendfeuerwehrwart Hans-Peter Fries (Pleckhausen) wurde mit der silberne Ehrennadel gewürdigt.

Mitgliederrückgang beim Nachwuchs

Beim Tagesordnungspunkt »Fachreferate« berichtete Erich Schönfelder u.a., dass anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Kreisverbandes zum Geschicklichkeitsfahren diesmal auch Einsatzfahrer von THW, DRK und Polizei eingeladen werden sollen. Erstmals in seiner neuen Funktion als Kreisjugendfeuerwehrwart gab Christian Baldus (Kirchen) einen umfassenden Bericht ab. 16 leistungsstarke Jugendfeuerwehren gebe es derzeit im Kreis. Die demografische Entwicklung mache sich aber auch bei der Nachwuchsorganisation bemerkbar, sagte Baldus. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen sei von 345 auf 327 (38 Mädchen; 289 Jungen) zurückgegangen. 32 Jugendfeuerwehrleute waren in den aktiven Dienst gewechselt. Ausführlich gab er einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten der Jugendfeuerwehrleute.

Ein ereignisreiches Jahr liegt auch hinter der Stadt- und Feuerwehrkapelle Wissen. Vom Bundeswertungsspielen kam man mit Silber und Gold zurück. Gemeinsam mit der Kreismusikschule gibt es seit Sommer eine musikalische Früherziehung. Für das Jahr 2008 hat sich die Kapelle beworben, das Landeswertungsspielen in Wissen auszurichten.

Für weitere vier Jahre wurde Siegfried Strunk als stellv. Vorsitzender des Kreisverbands von den Kameraden bestätigt. Ausblickend gab Benner zahlreiche Termine bekannt und berichtete, dass im kommenden Jahr ein so genannter »Firetruck« in den Kreis geholt werden soll. In diesem können Einsätze unter realen Bedingungen geübt werden. Das 25-jährige Bestehen feiert die Jugendfeuerwehr Elkenroth am 13. und 14. Mai, jeweils das 15-jährige Bestehen begehen die Nachwuchsorganisationen Rosenheim und Pleckhausen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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