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Update: Sanierung von St.-Michael-Kirche
„Operation“ am offenen Dach

Das Dach des Seitenschiffes an der Seite Richtung Friedhof ist noch ungedeckt – bei einer Überprüfung wurden weitreichende Schäden am Gebälk entdeckt. Jetzt ist Mess- und Maßarbeit gefragt.
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  • Das Dach des Seitenschiffes an der Seite Richtung Friedhof ist noch ungedeckt – bei einer Überprüfung wurden weitreichende Schäden am Gebälk entdeckt. Jetzt ist Mess- und Maßarbeit gefragt.
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nb Kirchen. Während es im Aufzug bequem nach oben geht, zollt Maurer Christian Bast seinen „Kollegen“, die vor Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten gewirkt haben, Respekt. Gelegenheit, die Arbeit früherer Zeiten zu bewundern, hat er viele. Der Maurer ist für die Bautenschutz Theisen GmbH tätig und die hat sich insbesondere auf die Sanierung historischer Gebäude spezialisiert. Auf die Fuge genau kennt Bast also Burgen und Schlösser – und jetzt auch die Kirche St. Michael in Kirchen.

Denn: Seit Anfang März ist das Unternehmen aus der Eifel Teil des Großprojekts Kirchensanierung in Kirchen. Mehrfach hat die SZ bereits über das Millionenprojekt berichtet und war am Donnerstag noch einmal für ein Update vor Ort.
Mehrkosten von 180.

nb Kirchen. Während es im Aufzug bequem nach oben geht, zollt Maurer Christian Bast seinen „Kollegen“, die vor Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten gewirkt haben, Respekt. Gelegenheit, die Arbeit früherer Zeiten zu bewundern, hat er viele. Der Maurer ist für die Bautenschutz Theisen GmbH tätig und die hat sich insbesondere auf die Sanierung historischer Gebäude spezialisiert. Auf die Fuge genau kennt Bast also Burgen und Schlösser – und jetzt auch die Kirche St. Michael in Kirchen.

Denn: Seit Anfang März ist das Unternehmen aus der Eifel Teil des Großprojekts Kirchensanierung in Kirchen. Mehrfach hat die SZ bereits über das Millionenprojekt berichtet und war am Donnerstag noch einmal für ein Update vor Ort.

Mehrkosten von 180.000 Euro

Für die Fugen gilt dabei das, was auch schon an anderen Stellen eingetreten ist: Wie groß die Schäden sind, hatte niemand in der Art „auf dem Schirm“. Sie tragen mit bei zu Mehrkosten von 180.000 Euro, wie Paul Eisel, Kassenwart des Fördervereins St. Michael, erläutert. Für diese Summe ist ein Förderantrag beim Bistum Trier gestellt und auch genehmigt worden. „Dank der starken Fürsprache durch Bistumsarchitekt Robert Mitchell“, wie Eisel betont.

Lob hat er aber auch für Architekt Norbert Sonntag – das Büro Sonntag und Partner aus Siegen fungiert als Bauleiter –, der durch seine gute Vernetzung die passenden Handwerker bekommen habe und diese auch entsprechend dem Fortgang der Arbeiten koordinieren könne. Wie eben die Spezialisten aus der Eifel.

Maurer Christian Bast begutachtet zufrieden die erneuerten Fugen. Die sehen nun nicht nur gut aus, sondern sind auch besser vor Witterungseinflüssen geschützt.
  • Maurer Christian Bast begutachtet zufrieden die erneuerten Fugen. Die sehen nun nicht nur gut aus, sondern sind auch besser vor Witterungseinflüssen geschützt.
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Durch Witterungseinflüsse poröse Fugen

Zwei Drittel der Fläche auf der Seite zum Rathaus hin haben sie „gepackt“. Sie haben die unter anderem durch Witterungseinflüsse porös gewordenen Fugen maschinell herausgestemmt. Am Steinmetz (Firma Denkmalplan, Thüringen) war es dann, kaputte Steine auszutauschen und Löcher zuzumauern. Anschließend, so Christian Bast, wurde im sogenannten Trockenspritzverfahren neu verfugt. Danach werden die Steine wieder freigekratzt, schließlich sollen sie zu sehen sein.

Insgesamt werden die Kirchenwände so aber sehr viel glatter als zuvor. Dadurch soll auch verhindert werden, dass sich Wasser in Fugen und Rillen ansammelt und bei Frost für Schäden sorgt.
Mindestens bis Ende Juli, so die Einschätzung, ist die Firma Theisen noch beschäftigt, bis ihre Arbeit komplett getan ist.

Massive Schäden am Gebälk

Eigentlich, so kommt Paul Eisel zu einer größeren Änderung des Ablaufplanes, sollten diese Arbeiten aber noch gar nicht laufen, sondern erst die Sanierung des Daches vollendet werden. Aber auch hier war man einmal mehr nicht vor Überraschungen gefeit. Das Querdach über dem Altarraum und die Steilfläche des Hauptdaches sind gemacht, aber als nun das Dach des Seitenschiffes auf der Friedhofsseite aufgedeckt wurde, wurden massive Schäden am Gebälk gefunden. Eisel beschreibt das so: „Das ist wie eine offene OP.“

Spezielle Stahlkonstruktion ist Geschichte

Besonders betroffen: Die Fußpfette – also einer der waagerechten Träger – und deren Betonlager. Beide sowie auch die einzelnen Streben, die das Dach stützen, müssen erneuert werden. Pfette und Hölzer müssen zunächst von einem Statiker berechnet werden, bevor sie in Maßarbeit gefertigt und eingebaut werden. „Von der Stange“, das ist bereits öfters deutlich geworden, gibt es bei einer Kirchensanierung eben nichts. Wie es auf der Rathausseite aussieht weiß man noch nicht, das muss noch überprüft werden.

Sanierung soll bis Jahresende fertig sein

Da Berechnung und Fertigung einige Zeit in Anspruch nehmen, wurden die Fugenarbeiten vorgezogen. In einer Hinsicht sogar noch eine glückliche Fügung, denn anders als die Dacharbeiten können die Fugenarbeiten bei jedem Wetter erledigt werden – und dieses Frühjahr war ja reichlich verregnet.
„Trotz aller Unwägbarkeiten rechne ich damit, dass wir doch zum Jahresende fertig sind“, so Paul Eisel mit Blick auf die beauftragten Arbeiten. Er rief auch noch einmal ins Gedächtnis, dass die Gesamtkosten sich auf etwa 1,8 Millionen Euro belaufen werden. 60 Prozent davon trägt das Bistum, der Rest muss von der Kirchengemeinde selbst aufgebracht werden.

Ganz aktuell steht das Spendenbarometer des Fördervereins bei rund 469.300 Euro. Über weitere Unterstützung würde sich der Verein sehr freuen. Bei der Sparkasse Westerwald-Sieg ist ein
Spendenkonto eingerichtet – die IBAN lautet: DE72 5735 1030 0050 0476 79

Das Dach des Seitenschiffes an der Seite Richtung Friedhof ist noch ungedeckt – bei einer Überprüfung wurden weitreichende Schäden am Gebälk entdeckt. Jetzt ist Mess- und Maßarbeit gefragt.
Maurer Christian Bast begutachtet zufrieden die erneuerten Fugen. Die sehen nun nicht nur gut aus, sondern sind auch besser vor Witterungseinflüssen geschützt.
Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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