Fast 40 Jahre in der ev. Kirchengemeinde
Pfarrer Eckhard Dierig geht in den Ruhestand

Eckhard Dierig in seinem Noch-Wirkungsort, der Lutherkirche in Kirchen. Fast vier Jahrzehnte war er als Pfarrer in der Stadt an der Sieg tätig, am Ende des Monats verabschiedet er sich.
  • Eckhard Dierig in seinem Noch-Wirkungsort, der Lutherkirche in Kirchen. Fast vier Jahrzehnte war er als Pfarrer in der Stadt an der Sieg tätig, am Ende des Monats verabschiedet er sich.
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nb Kirchen. Vom Schwelbel an die See, von der oft 60-Stunden-Woche auf … Nun,
auf Null nicht, das wird jeder wissen, der Pfarrer Eckhard Dierig kennt. Der Fotoapparat dürfte zukünftig mehr zum Einsatz kommen. Zudem wartet ein Garten in üppiger Größe. Dazu vielleicht schreiben, und drechseln und ja, möglicherweise dann und wann doch noch mal einen Gottesdienst halten.

Aus Zufall in Kirchen gelandet

Nach fast vier Dekaden wird der evangelische Pfarrer Eckhard Dierig in den Ruhestand gehen und nicht nur die Gemeinde Kirchen, sondern auch die Region verlassen. Rund zwei Wochen vor Ende seines Dienstes hat die SZ Dierig an seinem Noch-Wirkungsort im Kirchener Zentrum getroffen.

Mehr aus Zufall hat es den gebürtigen Sauerländer Anfang der 80er-Jahre nach Kirchen „verschlagen“. Eckhard Dierig hat Theologie in Bonn und Münster studiert und absolvierte bereits 1981 ein Praktikum in Kirchen. Aus Münster nach Rheinland-Pfalz ging er für das Praktikum aufgrund besserer Vereinbarkeit mit seiner damaligen Tätigkeit als Religionslehrer an einer Berufsschule. Er bekam eine Liste mit zehn möglichen Orten für das Praktikum – von denen ihm keiner etwas sagte. Also entschied sich Dierig für den obersten Namen: Kirchen. Viel mehr als einfach das „Erstbeste“, wie sich herausstellen sollte.

Nicht nur die Region und die Gemeinde gefielen ihm, sondern prägend war auch die Zusammenarbeit mit dem damaligen Pfarrer Johannes Unkrig. Er war es auch, der Dierig vorschlug, das Vikariat in der evangelischen Kirchengemeinde Kirchen zu machen – und so kam es auch. Nach einem Jahr als Vakanzvertretung folgte schließlich 1986 die Wahl zum Pfarrer.

Länger wie keiner zuvor in der Gemeinde

Fast 40 Jahre – so lange wie keiner zuvor – in der Kirchener Gemeinde, da ist es eigentlich nicht ganz einfach, die besten, die prägendsten Momente herauszusuchen.

Aber Dierig braucht nicht lange zu überlegen. Da sind zum Beispiel die Neuerungen, die er eingeführt hat, wie die Christmette mit Kerzenlicht, Gesang und meditativen Elementen, oder das Agapemahl an Gründonnerstag. Oder Partnerschaften in Kirchen und im Kirchenkreis, so wie etwa mit Grüneberg und Teschendorf. „Der Glaube verbindet“, betont der scheidende Pfarrer: „Da sind enge Freundschaften entstanden.“

Und wie schon bei seinem Vorgänger bestimmte der diakonische Bereich sehr das Berufsleben von Eckhard Dierig.

Nicht zu vergessen natürlich auch seine vier Jahre als stellvertretender Superintendent und acht Jahre als Superintendent. Eine durchaus auch herausfordernde Zeit, mit „ganz anderen Schwerpunkten“, wie der 65-Jährige sagt. „Das war eine schöne Zeit, ich bin aber auch gerne wieder zurückgekommen.“Zurück in das ganz „normale“ Leben eines Gemeindepfarrers, das aber doch nie Routine wird. Denn ob Taufe, Konfirmation oder Beerdigung, stets galt es sich auf verschiedene Persönlichkeiten, verschiedene Stimmungen einzustellen. Und Dierig unterstreicht: „Es geht immer um den Menschen.“

Ein gemeinsames Sommerfest der drei Gemeinden

Zu seinen besonders guten Erinnerungen an seine Zeit in Kirchen gehört auch die lebendige Ökumene. Mit der katholischen Gemeinde gibt es, nicht alltäglich, eine besiegelte, offizielle Partnerschaft. Da sitzt der katholische Pastor Helmut Mohr auch schon mal am Reformationstag in der Lutherkirche in der Orgel.

Beste Verbindungen sind im Laufe der Jahre auch zur örtlichen Evangelisch-freikirchlichen Gemeinde entstanden, sodass inzwischen alljährlich mit allen drei Gemeinden ein gemeinsames Sommerfest gefeiert wird.

Wenn nicht „Corona ist“, wie man inzwischen so sagt. Die letzten anderhalb Jahre von Dierigs Zeit in der Gemeinde waren von der Pandemie geprägt. Vieles musste dadurch „runtergefahren werden“ und ob alles wieder neu aufgebaut werden könne, werde sich erst zeigen. Andererseits, so Pfarrer Dierig, habe durch die geringe zeitliche Belastung – Abendtermine etc. entfielen schließlich – nie so entspannt arbeiten können.

Mit dem Ruhestand zieht es Dierig und seine Frau in ein kleines Dorf an der Nordsee. Einer der Söhne des Paares wird aber im Haus in Kirchen wohnen bleiben, sodass Verbindungen bestehen bleiben.
Mit Blick auf „seine“ Gemeinde, auf die Menschen und die Stadt sagt Dierig: „Das wird immer für mich eine Bedeutung haben.“

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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