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Mit Überzeugung in die Pflege
Pflegeschule in Kirchen ist erneut ausgebucht

Diese jungen Damen – und zwei Herren – haben sich für eine Ausbildung in der Pflege entschieden. Seit dem 1. September drücken sie die Schulbank in Kirchen.
  • Diese jungen Damen – und zwei Herren – haben sich für eine Ausbildung in der Pflege entschieden. Seit dem 1. September drücken sie die Schulbank in Kirchen.

  • Foto: Schule
  • hochgeladen von Sarah Groos

thor Kirchen. „Ich bin total begeistert von der ganzen Dankbarkeit,“ sagt Lina Mockenhaupt. „Ich mache diesen Job sehr gerne, ich liebe ihn“, betont Damla-Nur Varel. „Ich kann dabei helfen, dass es besser wird“, weiß Lena Taach. „Die medizinischen Sachen sind sehr interessant, man benötigt viel Hintergrundwissen“, berichtet Katharina Funk. Vier junge Damen, die für eine ganze Klasse sprechen, auch wenn es nur Momentaufnahmen sind.

Gemeinsam mit 30 Mitschülern haben Lina, Damla, Lena und Katharina am 1. September ihre Ausbildung in der Pflege begonnen. Jetzt sitzen sie in der Pflegeschule in Kirchen und hören aufmerksam zu, als Pflegepädagogin Anna-Lena Dörner sie mit dem ersten theoretischen Rüstzeug versorgt.

thor Kirchen. „Ich bin total begeistert von der ganzen Dankbarkeit,“ sagt Lina Mockenhaupt. „Ich mache diesen Job sehr gerne, ich liebe ihn“, betont Damla-Nur Varel. „Ich kann dabei helfen, dass es besser wird“, weiß Lena Taach. „Die medizinischen Sachen sind sehr interessant, man benötigt viel Hintergrundwissen“, berichtet Katharina Funk. Vier junge Damen, die für eine ganze Klasse sprechen, auch wenn es nur Momentaufnahmen sind.

Gemeinsam mit 30 Mitschülern haben Lina, Damla, Lena und Katharina am 1. September ihre Ausbildung in der Pflege begonnen. Jetzt sitzen sie in der Pflegeschule in Kirchen und hören aufmerksam zu, als Pflegepädagogin Anna-Lena Dörner sie mit dem ersten theoretischen Rüstzeug versorgt. Vor ihr, das wird schnell klar, sitzen nicht nur Auszubildende, sondern echte „Überzeugungstäter“. Und es könnten theoretisch noch sehr viel mehr sein.

Es mangelt tatsächlich nicht an Bewerbungen.
Karola Jockel
Pflegeschule Kirchen

34 neue Pflegeschüler

Mit 34 Pflegeschülern ist auch der neue Jahrgang in der Kirchener Schule einmal mehr ausgebucht, wie die Leiterinnen Karola Jockel und Ursula Brühl beim Besuch der SZ berichten. Allein zehn Auszubildende kommen aus Partnereinrichtungen, denn zahlreiche Alten- und Pflegeheime aus der Region greifen nur allzu gerne auf die Kapazitäten in Kirchen zurück.
Seit Jahren sind die Klassen proppenvoll. „Es mangelt tatsächlich nicht an Bewerbungen. Wir müssen auch abweisen“, berichtet Karola Jockel. Von dem schlechten Image der Pflegeberufe ist hier nichts zu spüren. „Interessanterweise hat Corona dem keinen Abbruch getan. Die Motivation ist nach wie vor da“, ergänzt Ursula Brühl.

Neue und größere Räumlichkeiten werden benötigt

Es ist kein Geheimnis: Lieber heute als morgen würde die Pflegeschule in neue Räumlichkeiten an der Bahnhofstraße umziehen. Nicht nur, um Schülern und Lehrern endlich ein modernes Umfeld zu bieten, sondern vor allem, um noch mehr ausbilden zu können. Auch im eigenen Interesse. Denn die Diskrepanz ist offensichtlich: Auf der einen Seite volle Klassen, auf der anderen permanente Klage darüber, dass nicht genug Personal gefunden wird.
„Mein Eindruck ist aber der, dass es nicht am Kirchener Krankenhaus selbst liegt“, meint Brühl. Viele junge Leute ziehe es nach der Ausbildung erst einmal in größere Städte. So sehe nun mal die Lebensplanung heute aus. Wer aber in Kirchen bleiben wolle, bekommen auch einen Job. Schon jetzt gehe Pflegedirektorin Michaela Meinhardt gezielt in die Klassen, um für einen Übergang zu werben bzw. spezielle Angebote zu machen.

Ziel: Über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden

Ziel muss es laut Jockel daher sein, in Kirchen über den eigenen Bedarf hinaus auszubilden, damit der Anteil der „Heimatverbundenen“ noch größer wird. Die Bezahlung spielt nach Einschätzung der beiden Leiterinnen nur eine untergeordnete Rolle, im Vordergrund stünden die Arbeitsbedingungen und das Arbeitsklima.
Jockel und Brühl betonen in diesem Zusammenhang noch einmal die Bedeutung der Pflegeschule als wohnortnahem und gut mit dem ÖPNV zu erreichendem Ausbildungsplatz. Viele der Schüler seien ja noch nicht volljährig, und auch die 20 Wohnheimplätze seien stark nachgefragt. Die Schule stärke mit ihren Angeboten die gesamte Region, erklärt Jockel mit Verweis auf den Nachwuchs in den Altenpflegeeinrichtungen.
Die Kirchener können zudem damit punkten, dass besonders Qualifizierte ab dem 2. Ausbildungsjahr ein begleitendes Studium der angewandten Pflegewissenschaften an der Katholischen Hochschule Köln absolvieren können. Großer Wert wird ebenso auf die Gesundheitsförderung (einschließlich Fahrsicherheitstraining) gelegt. Gerne würden Jockel und Brühl auch wieder mehr Männer begrüßen, doch seit der Abschaffung des Zivildienstes sind hier wichtige Einblicke und Einstiege verloren gegangen. Ein verpflichtendes Soziales Jahr wäre eine Option, so Jockel: „Dieser Weg muss von der Politik forciert werden.“
Besagten Weg haben die neuen Pflegeschüler schon eingeschlagen. Und sie ließen keinen Zweifel daran, dass sie ihn auch bis zum Ende gehen wollen. Viele berichteten gegenüber der SZ von einem großen Rückhalt bei Freunden und in der Familie, man werde aber regelmäßig auch mit Vorurteilen und Klischees konfrontiert. Warum gehst du in die Pflege, du hast doch Abitur? Oder, der absolute Klassiker: Wie kann man nur Leuten den Hintern abwischen? Dem hält Lina stellvertretend für alle entgegen: „Ich wünsche mir, dass ich eines Tages genauso gepflegt werde, wie ich es jetzt mache.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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