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Wilhelmslust-Stollen Mudersbach
Plötzlich wird das Wasser zum Problem

Im hinteren Teil des Stollens ist alles in Ordnung – aber auf den ersten 50 Metern des Wilhelmslust-Stollens geht ohne Gummistiefel gar nichts mehr. Das Foto zeigt Uli Merzhäuser und Bernhard Steiner in einer der Abbauhallen.
  • Im hinteren Teil des Stollens ist alles in Ordnung – aber auf den ersten 50 Metern des Wilhelmslust-Stollens geht ohne Gummistiefel gar nichts mehr. Das Foto zeigt Uli Merzhäuser und Bernhard Steiner in einer der Abbauhallen.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

damo Mudersbach. Ein Schaubergwerk soll möglichst authentisch sein – aber es gibt Grenzen. Eine davon ist überschritten, wenn die Füße nass werden. Denn natürlich hat der Kampf gegen das Wasser zum Alltag der Bergleute gehört, aber wer heute einen Fuß in einen Besucherstollen setzt, will nicht bis zu den Knien im Wasser stehen. Genau das aber ist derzeit im Wilhelmslust-Stollen der Fall.
Dort wären Besichtigungen – so sie die Pandemie denn überhaupt zulassen würde – seit einiger Zeit nur noch mit hohen Gummistiefeln möglich: Auf den ersten 50 Metern des Stollens steht plötzlich das Wasser. Und das ist für die Ehrenamtler, die sich um den Stollen kümmern, eine ganz neue Erfahrung.

damo Mudersbach. Ein Schaubergwerk soll möglichst authentisch sein – aber es gibt Grenzen. Eine davon ist überschritten, wenn die Füße nass werden. Denn natürlich hat der Kampf gegen das Wasser zum Alltag der Bergleute gehört, aber wer heute einen Fuß in einen Besucherstollen setzt, will nicht bis zu den Knien im Wasser stehen. Genau das aber ist derzeit im Wilhelmslust-Stollen der Fall.
Dort wären Besichtigungen – so sie die Pandemie denn überhaupt zulassen würde – seit einiger Zeit nur noch mit hohen Gummistiefeln möglich: Auf den ersten 50 Metern des Stollens steht plötzlich das Wasser. Und das ist für die Ehrenamtler, die sich um den Stollen kümmern, eine ganz neue Erfahrung.

Wasser war im Wihlemslust-Stollen in Mudersbach nie ein Problem

„Das hat es noch nie gegeben“, sagen Uli Merzhäuser und Josef Söhngen unisono. Sie vertreten beim Ortstermin unter Tage mit der SZ den Bürgerverein: Nachdem der SGV wegen personeller Engpässe das Schaubergwerk abgegeben hat, waren der die Ortsgemeinde (Trägerschaft) und der Bürgerverein (Führungen und Pflege der Anlage) in die Bresche gesprungen. Insbesondere Söhngen hat im Stollen schon Dutzende Führungen geleitet, und so weiß er, wovon er spricht: „Die Probleme mit dem Wasser sind neu. Die gibt’s erst, seit der Wald weg ist.“

Und so will er auch Schneeschmelze und starke Regenfälle nicht als Begründung für das Wasserproblem gelten lassen – er geht vielmehr davon aus, dass auch der Schieferstollen von den großflächigen Rodungsarbeiten in den Mudersbacher Wäldern betroffen ist. In der Tat: Der Hang über dem Stollen ist kahl, und so liegt der Verdacht nahe, dass das Wasser jetzt nicht mehr vom Wald gebunden wird, sondern sich schnell seinen Weg ins Tal sucht. Und damit eben auch in der alten Grube Wilhelmslust ankommt.

Keiner will auf den Stollen in Mudersbach verzichten

So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben, da stimmt auch Bernhard Steiner, Beigeordneter der Ortsgemeinde Mudersbach, zu. „Es ist so viel Wasser, dass man mit Gruppen gar nicht mehr reinkommt“, sagt Söhngen. Auf den Stollen verzichten will aber in Mudersbach keiner. Denn der Mudersbacher Schiefer hatte schon im Mittelalter einen guten Namen: Das Material ließ sich gut spalten, und so spielte es eine große Rolle, als die Strohdächer durch solide und vor allem feuerfeste Schieferdächer ersetzt wurden – und zwar keineswegs nur in den Mudersbacher Gemeindegrenzen.

An diese wichtige Bergbautradition erinnert der Stollen, und in den Abbauhallen lässt sich noch perfekt erkennen, wie die großen Platten früher gewonnen worden sind. Kurzum: „Es wäre eine Schande, wenn wir das Schaubergwerk nicht aufrechterhalten würden“, sagt Merzhäuser. Und auch Steiner spricht von einer „Attraktion für die Gemeinde“.

Klassische Rösche als Lösung für das Problem

All das wirft die Frage auf: Wie werden die Mudersbacher das Wasser wieder los? Neulich, als ein Fernsehteam zu Dreharbeiten im Stollen war, ist die Feuerwehr angerückt. Das Wasser wurde in die Sieg gepumpt – aber schon ein paar Tage später war es wieder da. Und es staut sich in dem Stollen, weil dessen Mundloch etwas höher liegt als der Rest des Stollens. Die tiefste Stelle ist nach rund 30 Metern erreicht – und so kann das Wasser nicht ablaufen. Noch nicht: Denn jetzt will der Bürgerverein einen Ablauf schaffen.

Die Lösung wird wohl eine klassische Rösche, also eine Entwässerungsrinne, wie es sie früher in vielen Stollen gegeben hat, werden. Allerdings wird das eine Menge Arbeit werden, denn auf einer Länge von mindestens 30 Metern muss besagte Rinne in den Felsboden gegraben oder gefräst werden. Mit einem Bagger ist nichts zu wollen, dazu ist der Stollen viel zu schmal. „Das läuft wohl auf Hand- und Spanndienste hinaus“, ahnt Merzhäuser.
Wann die Arbeiten beginnen, steht noch in den Sternen – durch die Pandemie ruht der Schaubergwerksbetrieb ja ohnehin.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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