SZ

„Balkon-Kraftwerke“ rechnen sich
Preis einer Mini-PV-Anlage schnell wieder „drin“

Auf der Gartenhütte hat Rainer Schmidt die Mini-PV-Anlage montiert. Und wie man sieht, ist er in Sachen „Sonnenenergie“ am Queckhahn nicht alleine.
  • Auf der Gartenhütte hat Rainer Schmidt die Mini-PV-Anlage montiert. Und wie man sieht, ist er in Sachen „Sonnenenergie“ am Queckhahn nicht alleine.
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  • hochgeladen von Alexandra Pfeifer

thor Kirchen. Aus dem Queckhahn oberhalb der Freusburger Mühle ist inzwischen ein kleiner „Sunshine State“ geworden. Auf etlichen Grundstücken finden sich inzwischen Mini-PV-Anlagen, die die Kraft der Sonne einfangen. „Pionier“ Roland Kram, über dessen Begeisterung für die kleinen Kraftwerke die SZ vor eineinhalb Jahren berichtet hatte, konnte viele der Nachbarn überzeugen.
Solarmodule auf dem Gartenhaus
Rainer Schmidt hingegen war lange Zeit skeptisch, was die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage angeht. Erst als er sich seine „stillen Stromverbraucher“ (Heizungspumpen, Router etc,.) einmal genauer anschaute, wurde ihm das Einsparpotenzial klar.

thor Kirchen. Aus dem Queckhahn oberhalb der Freusburger Mühle ist inzwischen ein kleiner „Sunshine State“ geworden. Auf etlichen Grundstücken finden sich inzwischen Mini-PV-Anlagen, die die Kraft der Sonne einfangen. „Pionier“ Roland Kram, über dessen Begeisterung für die kleinen Kraftwerke die SZ vor eineinhalb Jahren berichtet hatte, konnte viele der Nachbarn überzeugen.

Solarmodule auf dem Gartenhaus

Rainer Schmidt hingegen war lange Zeit skeptisch, was die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage angeht. Erst als er sich seine „stillen Stromverbraucher“ (Heizungspumpen, Router etc,.) einmal genauer anschaute, wurde ihm das Einsparpotenzial klar. Ende 2020 nutzte er die Gelegenheit, eine Komplettanlage mit zwei Modulen zu je 320 Wp (Spitzenleistung) zu erwerben, und installierte sie wie Nachbar Kram auf dem Dach seiner Gartenhütte, das nach Süd-Südwest ausgerichtet ist.

Durch den Kauf der PV-Anlage spart der Kirchener ordentlich ein

Um es vorweg zu nehmen: Den Kauf hat der Kirchener noch keine Sekunde bereut. Im ersten Jahr hat er 107 Euro eingespart. Was für ihn angesichts der gerade explodierenden Strompreise erst der Anfang ist. Seine Prognose: „Eine Amortisation in vier, maximal fünf Jahren erscheint realistisch.“

Eine Erstattung dafür gibt es nicht, aber man hat ein gutes Gewissen, denn dieser Strom muss nicht mehr konventionell erzeugt werden.
Rainer Schmidt
Besitzer einer Mini-PV-Anlage

Ein Elektro-Ingenieur wie Schmidt verlässt sich dabei auch nicht im Ruhestand auf sein Bauchgefühl, sondern auf exakte Berechnungen. Für 10 Euro hat er ein Messgerät in der Gartenhütte installiert, das fortlaufend die erzeugte Energiemenge in kWh aufzeichnet. Die Werte hat er dann im Jahr 2021 täglich abgelesen und sie in Diagrammen sehr anschaulich dargestellt. Das Ergebnis kurz zusammengefasst: Die Anlage hat insgesamt 570 kWh erzeugt (der Juni war der beste Monat), davon hat Schmidt selbst 368 kWh verbraucht. Das restliche Drittel floss ins Versorgungsnetz der EAM. „Eine Erstattung dafür gibt es nicht, aber man hat ein gutes Gewissen, denn dieser Strom muss nicht mehr ,konventionell’ erzeugt werden“, so der „Kraftwerks-Betreiber“. Erstaunt hat ihn darüber hinaus, dass er dadurch 357 Kilo CO2 reduziert hat.

Ab dem fünften Jahr erwartet Schmidt einen Reingewinn

Doch, wie angedeutet, ist der Blick eher nach vorn gerichtet: Für den eigenen Haushalt erwartet Schmidt eine 30-prozentige Erhöhung des Strompreises. „Bei gleich hoher Stromerzeugung wie im Jahr 2021 würde ich damit schon 139 Euro sparen.“ Angesichts der Situation und vor allem der weiteren Entwicklung geht der Kirchener davon aus, dass die Ersparnis ab dem fünften oder sechsten Jahr als Reingewinn verbucht werden. Das sei am normalen Kapitalmarkt schwerlich zu erreichen.

Schmidt nennt noch einmal die wichtigsten Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb: Der Standort sollte möglichst über den ganzen Tag von der Sonne erreicht werden und idealerweise nach Süd-Ost, Süd oder Südwest geneigt sein. Die Anlage könne auch nahezu flach liegen oder senkrecht montiert sein. Und: Es muss eine spezielle Steckdose zur Einspeisung der erzeugten Strommenge in der Nähe sein. „Dazu kommt ein unvermeidbarer, aber überschaubarer Bürokratismus und der (meist kostenlose) Austausch des Stromzählers.“

Sonne für Strom gibt es in der Region genug

Abschließend möchte Schmidt auf das theoretische Potenzial verweisen: Die Sonne liefere in der heimischen Region jährlich etwa 1000 kWh pro Quadratmeter Modulfläche. „Wenn diese Energie ohne Verluste vollständig in Strom umgewandelt würde und der Überschuss verlustlos gespeichert werden könnte, hätte ich 3200 kWh jährlich zur Verfügung. Das ist mehr als mein derzeitiger Jahresverbrauch.“ Leider gingen über 80 Prozent bei der Umwandlung in den Solarmodulen verloren, einige Prozentpunkte noch bei der Umwandlung in Netzstrom und auch bei unvemeidbaren Teilbeschattungen. Am Ende blieben ihm besagte 570 kWh und damit weniger als 18 Prozent des solaren Angebots. „Hier besteht eine reiche Möglichkeit für die weltweite Forschung, den Wirkungsgrad nachhaltig zu verbessern. Längst ist die Entwicklung nicht abgeschlossen.“

Aber er sieht auch die Kommunen in der Pflicht: Vor Jahren habe die Verbandsgemeinde Umstellungen im Heizungsbereich gefördert: Warum sollte es keinen Zuschuss für den Kauf von Mini-PV-Anlagen geben?

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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