1. ADAC Siegtal Historic
Premieren-Rallye in Kirchen ein großer Erfolg

Mit so einem Ferrari düste einst Tom Selleck in der US-amerikanischen-Fernsehserie „Magnum“ in den 1980er-Jahren über die Bildschirme.
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  • Mit so einem Ferrari düste einst Tom Selleck in der US-amerikanischen-Fernsehserie „Magnum“ in den 1980er-Jahren über die Bildschirme.
  • Foto: rai
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

rai Kirchen. Altes Blech, glänzender Chrom, hochpolierter Lack und bisweilen hochgezüchtete Boliden – all das war am Sonntag in der Region unterwegs: Ob es nun der schnittige Audi Quattro war oder der Lloyd Alexander TS, der VW Käfer oder ein Ferrari, alle vereinte ein Merkmal: Die Autos sind Old- bzw. Youngtimer. Und sie fuhren bei der Premiere der 1. ADAC Siegtal Historic mit, zu der die Motorsportfreunde Kirchen (MSF) eingeladen und alles mit 50 Helfern bestens organisiert hatten.
Es war noch frisch, aber die Sonne gewann zunehmend an Kraft, als Bürgermeister Andreas Hundhausen mit der Flagge in der Hand parat stand. An ihm führte kein Weg vorbei. Er gab das Startzeichen für die knapp 70 Fahrzeuge. Im Minutentakt schwang Hundhausen die Flagge und schickte die Autos auf die Strecke. Die erste Etappe an diesem Tag führte wieder ans Bürgerhaus.

Alvis Special  ist 82 Jahre alt

Die aufgereihten Oldtimer auf dem Parkplatz im Industriegebiet machten was her. Ein Auto war schon bis an den Start gerollt: Der Alvis Special von Bernd Tiggemann startete aus der Poleposition. Das Auto war mit 82 Jahren das älteste. Aus dem schwäbischen Rothenburg ob der Tauber war der gebürtige Wehbacher in seine alte Heimat mit dem Oldtimer von 1939 angereist. Immer weniger Behörden würden solche Rallyes genehmigen, deshalb wolle er die Fahrt unterstützen. Mit seinen 130 PS und einem Gewicht von etwas über 800 Kilo sei der Sechszylinder „teuflisch schnell“, sagte Tiggemann. Dem 64-Jährigen und seinem Navigator, Jürgen Dornhoff, wird das Wetter behagt haben. Ein Verdeck hat das britische Auto nicht. Weltweit soll es noch drei Exemplare geben – zwei in Deutschland, eines in Australien.
„Wir sind froh, dass wir es jetzt machen dürfen“, sagte Fahrtleiter Karl Georg Rheingans. Nach seiner Idee hatte der Verein alles für 2020 geplant, was aus bekannten Gründen scheiterte. Dann sollte es 2021 der 26. September werden – bis für diesen Tag die Bundestagswahl terminiert wurde, so Vorsitzender Lothar Knoll.

Vielfalt auf vier Rädern

Die meisten Anmeldungen aus dem Vorjahr blieben bestehen. Die noch offenen 24 Plätze waren im Nu vergeben, so Knoll. Das alles zusammen ergab „ein fantastisches Starterfeld“, wie Rheingans anmerkte. Die Schaulustigen am Start konnten sich selbst davon überzeugen, etwa als ein Jaguar S-Type MK II am Start stand: „Der Fünfsitzer ist eine Limousine mit der Fahrleistung eines Sportwagens“, sagte Moderator Klaus Klein (Niederndorf). Oliver und Michaela Scholz aus Wissen waren mit einem VW Passat Baujahr 1977 dabei: „Das Auto ist im Originalzustand“, befand Klein.
Der Lancia Delta HF Integrale von 1990 sei interessant, weil der Typ von 1987 bis 1992 bei Rallye-Weltmeisterschaften nahezu unschlagbar gewesen sei. Serienmäßig 177 PS, für den Rennsport mehr als 300. Mit dem Fahrzeug waren Steffen Neuser (Betzdorf) und André Missel (Wenden) auf den zwei Etappen unterwegs: morgens in Richtung Siegerland und Wendener Land, nachmittags in den Westerwald und ins Wisserland. Jeweils 85 Kilometer waren zu fahren.
Während an der Wertungsstation am Autohaus Latsch, gleich hinter dem Start, der Fahrer eines TR6 Triumph versuchte, die 40 Meter möglichst exakt in 15 Sekunden zu meistern – sonst gab es Strafsekunden – war zu hören: „Das findet nicht so oft statt, und wir sind dabei.“ Marion Oswald aus Niederfischbach freute sich, dass sie gleich mit Ehemann Mario im Golf I Cabrio Sportline, Baujahr 1991, selbst mit von der Partie war. Vom Verein „Föschber Jecke“ hatten sie sich angemeldet, ebenso Tanja Becker und Christian Becker aus Locherhof im Golf I GTI Cabrio, Baujahr 1988.

Zweite Auflage "Siegtal Historic“ möglich

Ja, alle waren sie dabei bei dem Debüt: Der Kleinwagen Lloyd Alexander TS, der Borgward Kombi, der Manta mit Fuchsschwanz, ein imposanter Mustang und der Porsche 911 R (Baujahr 1966). Und ein roter Ferrari. Mit so einem Exemplar war in den 1980er-Jahren Tom Selleck als Detektiv Magnum vorgefahren. Bei der „Siegtal Historic“ saß Dirk Bierbaum aus Niederfischbach hinter dem Steuer des 335 PS starken Ferrari, mit Navigatorin Sabine Dorn aus Berlin.
Auch hier gab Bürgermeister Hundhausen das Startsignal: „Die ganzen historischen Autos sind ein schöner Anblick.“ Die Motorsportfreunde denken für 2022 über eine eine zweite Auflage nach, dann aber im September. Nach zwei Etappen nahmen Knoll, Rheingans und Sportleiter Ralf Schmidt die Siegerehrung vor und verteilten Dutzende Pokale in den Kategorien „Touristisch“ und „Tourensportlich“ an die Klassensieger und den Gesamtsieger.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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