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AK-Kreis fordert 80 000 Euro von Investoren
Probleme beim "Projekt Bahnhofstraße"

Ohne den Abriss der alten Heizzentrale an der Bahnhofstraße ist der Bau einer neuen Krankenpflegeschule kaum zu realisieren. Noch gibt es keine Einigung über den Preis, den die Investoren für das Grundstück zahlen sollen.
  • Ohne den Abriss der alten Heizzentrale an der Bahnhofstraße ist der Bau einer neuen Krankenpflegeschule kaum zu realisieren. Noch gibt es keine Einigung über den Preis, den die Investoren für das Grundstück zahlen sollen.
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

thor Kirchen. Nach den leichten Turbulenzen im Rahmen des sogenannten Interessenbekundungsverfahren zu den Bauprojekten an der Bahnhofstraße wartet halb Kirchen eigentlich täglich auf das Anrücken der Bagger. Denn wer nicht hinter die politischen Kulissen schaut bzw. schauen kann, muss davon ausgehen, dass einer Realisierung der millionenschweren Maßnahmen rein gar nichts mehr im Wege steht. Wie mehrfach berichtet, wollen zwei Investorengruppe zum einen Wohnraum für Senioren und Demenzkranke schaffen, zum anderen die so dringend benötigte neue Krankenpflegeschule bauen.

Doch so trocken die berühmten Tücher auch schienen, so feucht sind sie tatsächlich noch. Was jetzt einmal mehr im Kreisausschuss in Altenkirchen deutlich wurde.

thor Kirchen. Nach den leichten Turbulenzen im Rahmen des sogenannten Interessenbekundungsverfahren zu den Bauprojekten an der Bahnhofstraße wartet halb Kirchen eigentlich täglich auf das Anrücken der Bagger. Denn wer nicht hinter die politischen Kulissen schaut bzw. schauen kann, muss davon ausgehen, dass einer Realisierung der millionenschweren Maßnahmen rein gar nichts mehr im Wege steht. Wie mehrfach berichtet, wollen zwei Investorengruppe zum einen Wohnraum für Senioren und Demenzkranke schaffen, zum anderen die so dringend benötigte neue Krankenpflegeschule bauen.

Doch so trocken die berühmten Tücher auch schienen, so feucht sind sie tatsächlich noch. Was jetzt einmal mehr im Kreisausschuss in Altenkirchen deutlich wurde. Der entscheidende Knackpunkt ist die alte Heizzentrale auf dem Grundstück, wo Jens Bügler, Kay-Uwe Peter und Thorsten Grahl eine neues Gebäude für die Pflegeschule errichten wollen. Dass dafür der „Klotz“ verschwinden muss, steht außer Frage.

Abrisskosten übersteigen Grundstückswert

Nun beläuft sich an dieser Stelle der Bodenrichtwert für den Quadratmeter auf 80 Euro. Bei einer Größe von gut 2000 Quadratmetern müsste das Trio folglich dem Kreis 160 000 Euro überweisen. Theoretisch. Denn da sind noch die geschätzten Abrisskosten für die Heizzentrale in Höhe von ca. 220 000 Euro. Die Anlage, in „grauer Vorzeit“ gebaut, ist zwar nie so richtig in Betrieb gegangen, dafür hat der Kreis aber ordentlich Fördergelder kassiert.

Laut Baugesetzbuch (Paragraf 196) ist es so, dass sich der Bodenrichtwert nach der Baureife des Grundstücks richtet – es muss demnach sofort gebaut werden können. Was die Heizzentrale aber verhindert. Und da die Abrisskosten in diesem Fall den Grundstückswert übersteigen, müsste der Kreis eigentlich selbst noch draufzahlen. Das aber verlangt keiner, auch nicht die Investoren. Die haben sich vielmehr bereit erklärt, den Abriss zu schultern und das Grundstück für einen symbolischen Euro zu übernehmen.

80 000 Euro keine Lösung

Genau darum ging es am Montag im Kreisausschuss. Die Verwaltung hatte als „Kompromiss“ einen Vorschlag fernab jedweder Symbolik auf den Tisch gelegt: 80 000 Euro will man den Investoren für das Grundstück in Rechnung stellen. Doch schon im Vorfeld hatten die Kirchener in einer Mail an den Kreis erklärt, einer derartigen „Lösung“ in keinem Fall zustimmen zu können. Das allein auch aus Gründen der Gleichbehandlung mit den anderen Investoren Reinhard Hof und Friedhelm Runkel. Denn deren Kosten sind – ohne Heizzentrale – in Stein gemeißelt.

Im Ausschuss selbst konnten sich dem Vernehmen nach CDU und FWG durchaus mit den 80 000 Euro anfreunden, SPD, FDP und Grüne hätten diesen Ansatz lieber um 79 999 Euro reduziert. Zu einer Abstimmung kam es nicht, stattdessen sollen die Investoren jetzt noch einmal hoch offiziell gefragt werden, wie sie zu dem Vorschlag der Verwaltung stehen.

Entscheidung am 19. April

Eine finale Entscheidung soll dann in der nächsten Ausschusssitzung am 19. April erfolgen. Klar ist auch: Sollte der Grundstücksverkauf doch noch scheitern, steht das gesamte Projekt auf der Kippe. Dabei ist es nicht so, dass der Kreis seine eingeplante halbe Million aus dem Grundstücksverkauf nicht bekommen würde. Allein die Stadt Kirchen würde durch die Übernahme der Restflächen 440 000 Euro nach Altenkirchen überweisen.

Zunehmend gereizt und genervt zeigt sich derweil Kirchens Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen. Mit Blick auf das nahe Osterfest habe er die Hoffnung noch nicht aufgegeben, doch die Sorgen würden größer: „Das Projekt ist für viele Akteure ein unglaublich wichtiges Projekt. Es darf jetzt nicht zu weiteren Verzögerungen kommen.“ Ansonsten werde der Gesundheitsstandort Kirchen stark gefährdet.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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