SZ

Schlechter geht’s immer
Radweg endet abrupt

Radfahrer, die von hier aus weiter nach Kirchen wollen, haben drei Alternativen: absteigen und schieben, gegen die StVO verstoßen oder sich in den fließenden Verkehr auf der B 62 einfädeln. Keine davon ist wirklich schön.
  • Radfahrer, die von hier aus weiter nach Kirchen wollen, haben drei Alternativen: absteigen und schieben, gegen die StVO verstoßen oder sich in den fließenden Verkehr auf der B 62 einfädeln. Keine davon ist wirklich schön.
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  • hochgeladen von Daniel Montanus (Redakteur)

damo Kirchen. Es ist schwer vorstellbar, aber: In Sachen Radwege geht’s noch schlechter. Nicht nur, dass auf etlichen offiziellen Schildern eindringlich davor gewarnt wird, den Siegtalradweg im AK-Land für einen Familienausflug zu nutzen. Und nicht nur, dass seit Jahren praktisch jedes denkbare Modell für einen Lückenschluss in den Mühlen der Bürokratie pulverisiert wird. Nein, es bleibt nicht einmal beim unbefriedigenden Stillstand, sondern es geht erstaunlicherweise weiter bergab. Und zwar auf einem durchaus wichtigen Teil des Siegtalradwegs.

Die Rede ist von dem Abschnitt zwischen dem Betzdorfer Struthof und dem Kirchener Südknoten.

damo Kirchen. Es ist schwer vorstellbar, aber: In Sachen Radwege geht’s noch schlechter. Nicht nur, dass auf etlichen offiziellen Schildern eindringlich davor gewarnt wird, den Siegtalradweg im AK-Land für einen Familienausflug zu nutzen. Und nicht nur, dass seit Jahren praktisch jedes denkbare Modell für einen Lückenschluss in den Mühlen der Bürokratie pulverisiert wird. Nein, es bleibt nicht einmal beim unbefriedigenden Stillstand, sondern es geht erstaunlicherweise weiter bergab. Und zwar auf einem durchaus wichtigen Teil des Siegtalradwegs.

Die Rede ist von dem Abschnitt zwischen dem Betzdorfer Struthof und dem Kirchener Südknoten. Dort, wo so viele Autos über die B 62 rollen wie an kaum einer anderen Stelle, hat den Radfahrern bislang ein kombinierter Geh- und Radweg zur Verfügung gestanden, wohlgemerkt durchgängig von Betzdorf bis nach Kirchen. Diese Zeiten sind aber vorbei: Seit einigen Wochen steht kurz vor dem Kirchener Südknoten ein neues Schild, das die Radler darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Radweg hier endet.

Wer sich nicht über die Straßenverkehrsordnung hinwegsetzen will und seinen zehnten Geburtstag schon hinter sich hat, hat nur zwei Optionen: absteigen und schieben – oder den besonderen Nervenkitzel suchen und sich in den fließenden Verkehr auf der Bundesstraße einfädeln.

Es überrascht wenig, dass sich viele Radfahrer nicht um das neue Verbot scheren und die letzten hundert Meter nach Kirchen trotzdem auf dem Sattel bleiben. Aber: Der ADFC warnt eindringlich davor, allzu leichtfertig mit seinem Zweirad einen Gehweg zu nutzen. Komme es nämlich zu einem Unfall mit einem Fußgänger, müsse der Radfahrer damit rechnen, die alleinige Schuld zugesprochen zu bekommen, warnt der Fahrrad-Club und zitiert exemplarisch ein Urteil des Erfurter Landgerichts.

Und dass sich auf dem Ex-Radweg Fußgänger und Radfahrer in die Quere kommen könnten, ist gar nicht mal so unwahrscheinlich. Denn: Der Weg ist zu schmal, um die Mindestanforderungen an einen kombinierten Geh- und Radweg zu erfüllen. Und genau dieser Missstand hat jetzt auch dazu geführt, dass der Radweg plötzlich vorzeitig endet.

Aufgefallen ist das der Straßenmeisterei Betzdorf – die eigentlich angerückt war, um den Radfahrern das Leben zu erleichtern. Denn die Asphaltdecke war ziemlich marode, die Decke des Radwegs war spürbar in Richtung Sieg abgesackt. Das ist behoben worden, der Radweg ist jetzt wieder in einem richtig hübschen Zustand. Dumm nur, dass er eben kein Radweg mehr ist.

Michael Braune, Leiter der Straßenmeisterei Betzdorf, erklärt das im Gespräch mit der SZ mit haftungsrechtlichen Gründen. „Als wir dort gearbeitet haben, haben wir ausgemessen und zu unserem großen Schrecken festgestellt, dass er zu schmal ist“, berichtet Braune und liefert auch sofort die Erklärung mit, warum ihn das besorgt hat: „Wir waren erstaunt, wie stark frequentiert der Radweg ist. Und das in beide Richtungen und sowohl von Radfahrer als auch von Fußgängern.“ Und spätestens seit den jüngsten Asphaltarbeiten sei die Passage auch wieder in seinem so guten Zustand, dass Radfahrer dort zügig unterwegs sein können.

Also habe die Straßenmeisterei keine andere Wahl gehabt, als die Aufstellung des Radweg-Ende-Schildes anzuleiern. „Das nötige Maß von 2,50 Meter Breite ist nicht erfüllt, und da gibt’s keinen Spielraum“, verdeutlicht Braune.

Allerdings haben Braune und der Leiter des LBM Diez, Lutz Nink, zumindest einen kleinen einen Trost für die Radfahrer: „Dieses Stück soll neu überplant werden“, sagt Nink im Gespräch mit der SZ. Erklärte Zielsetzung: „Der Radweg soll weiter nach Kirchen führen“, ergänzt Braune. Nur: Wann das so weit sein wird, steht derzeit noch völlig in den Sternen.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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