Realistisches Training ist das A und O

»Faulgasexplosion« im Klärwerk / Löschzug Siegtal trainierte für den Ernstfall

maha Büdenholz. Urplötzlich musste am Freitagabend alles ganz schnell gehen: Durch einen Arbeitsunfall bei Schweißarbeiten einer Dachdeckerfirma im Kuppelbereich des Faulbehälters 2 war es auf dem Gelände des Büdenholzer Klärwerks zu einer heftigen Explosion von Faulgasen gekommen. Dabei waren brennende Stücke der Behälterkuppe durch die entstandene Druckwelle auf das benachbarte Betriebsgebäude geschleudert worden und hatten Teile des Gebäudes in Brand gesetzt.

Fluchtweg aus dem Flammenmeer

Doch damit nicht genug: Während die meisten Mitarbeiter aus eigener Kraft die tödliche Falle verlassen konnten, hatten eingestürzte Gebäudeteile zwei Mitarbeitern im Werksgebäude und zwei Dachdeckern auf dem Dach des Hauses den Fluchtweg aus dem Flammenmeer versperrt.

Rund zehn Minuten nach ihrer Alarmierung um 19.04 Uhr erreichten die herbeigerufenen Blauröcke des Löschzuges Siegtal mit Blaulicht und Martinshorn den Ort des Unglücks. Und obwohl es sich bei dem Szenario »nur« um die inszenierte Herbstübung der Löschzüge aus Brachbach, Mudersbach, Niederschelderhütte sowie des DRK-Zuges Brachbach handelte, waren die rund 70 Beteiligten um Einsatzleiter Thomas Schneider von der ersten Sekunde an mit vollem Einsatz bei der Sache. Im Falle eines echten Rettungseinsatzes muss schließlich jeder Handgriff sitzen. Fehler dürfen sich die Helfer in ihrem Ehrenamt nicht leisten, denn im Notfall sind die Einwohner des Siegtals auf das Können ihrer Feuerwehr angewiesen.

Arbeiten Hand in Hand

Unterstützt wurden die Feuerwehrleute bei ihrem geplanten Großeinsatz von dem befreundeten Löschzug aus Kirchen. Denn für einen Rettungseinsatz in dem großflächigen und unübersichtlichen Gelände des Klärwerkes mit seinen hohen Gebäuden ist der Einsatz einer Rettungsdrehleiter unerlässlich. Alle würden sich auch im Ernstfall Hand in Hand an einem Einsatz beteiligen. Während sich die DRK-Sanitäter nach der schnellen Bergung der beiden leicht verletzten Mitarbeiter aus dem Werksgebäude um deren wichtige erstmedizinische Versorgung kümmern konnten, stellte die Rettung der beiden eingeschlossenen Dachdecker die Einsatzkräfte vor eine schwierigere Aufgabe. Doch dank der guten Zusammenarbeit unter den Löschgruppen, gelang es den Atemschutztrupps zu den Bewusstlosen vorzustoßen und sie über die Gebäuderückseite mit der Drehleiter in Sicherheit zu bringen.

Übergreifen der Flammen verhindern

Parallel zu dem Einsatz mit schwerem Atemschutz in den betroffenen Gebäudeteilen galt es für die Löschzüge mit gezielten Löschmaßnahmen den »Brand« unter Kontrolle zu bringen und ein weiteres Übergreifen der »Flammen« auf benachbarte Gebäudeteile zu verhindern. So zeigte sich am Ende lediglich der bei einem echten Feuer vermutlich sehr hilfreiche Regen nicht nur für die anfangs zahlreichen großen und kleinen Zaungäste eher als störend. Ansonsten zeigten die Floriansjünger und DRK’ler, dass sie ihr ehrenamtliches Handwerk aus dem sprichwörtlichen »Effeff« beherrschen – auch wenn es vermutlich immer etwas zu verbessern gibt.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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