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Dekanat Kirchen bleibt erst einmal bestehen (Update)
Rom stoppt Reform im Bistum Trier

In der Pfarrkirche St. Michael in Kirchen dürfte es am Wochenende neben dem Messwein vielleicht auch ein Gläschen Sekt geben.
  • In der Pfarrkirche St. Michael in Kirchen dürfte es am Wochenende neben dem Messwein vielleicht auch ein Gläschen Sekt geben.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Thorsten Stahl (Redakteur)

thor Kirchen/Betzdorf. Es ist eigentlich kein Paukenschlag, sondern ein Donnerhall: Die römische Kleruskongregation im Vatikan hat im Bistum Trier das Synoden-Gesetz zur Umsetzung von Reformen zur Überprüfung ausgesetzt. Damit sind all die seit Jahren vorbereiteten Schritte erst einmal auf Eis gelegt. Für die heimische Region bedeutet dies: Das Dekanat Kirchen mit seinen einzelnen Pfarreiengemeinschaften bleibt über den 31. Dezember 2019 hinaus bestehen, es wird zunächst keine Großpfarrei Betzdorf geben. Erst vor wenigen Tagen hatte Bischof Stephan Ackermann verkündet, dass er nach der Anhörungsphase die Dekrete zur Reform erlassen will.

Auslöser für den Stopp sei die Beschwerde der Priestergemeinschaft Unio Apostolica bei der Kleruskongregation gewesen, teilte das Bistum Trier mit.

thor Kirchen/Betzdorf. Es ist eigentlich kein Paukenschlag, sondern ein Donnerhall: Die römische Kleruskongregation im Vatikan hat im Bistum Trier das Synoden-Gesetz zur Umsetzung von Reformen zur Überprüfung ausgesetzt. Damit sind all die seit Jahren vorbereiteten Schritte erst einmal auf Eis gelegt. Für die heimische Region bedeutet dies: Das Dekanat Kirchen mit seinen einzelnen Pfarreiengemeinschaften bleibt über den 31. Dezember 2019 hinaus bestehen, es wird zunächst keine Großpfarrei Betzdorf geben. Erst vor wenigen Tagen hatte Bischof Stephan Ackermann verkündet, dass er nach der Anhörungsphase die Dekrete zur Reform erlassen will.

Auslöser für den Stopp sei die Beschwerde der Priestergemeinschaft Unio Apostolica bei der Kleruskongregation gewesen, teilte das Bistum Trier mit. Zudem liege dem Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte der Antrag einiger Gläubiger aus dem Bistum vor, die Übereinstimmung des Umsetzungsgesetzes mit dem universalen Kirchenrecht zu prüfen, hieß es.

Bischof Ackermann muss nun gegenüber Rom Stellung nehmen. Generalvikar Dr. Ulrich von Plettenberg wird zusammen mit den Verantwortlichen im Bischöflichen Generalvikariat prüfen, welche Konsequenzen die Aussetzung des Vollzugs hat und welche Maßnahmen nötig sind. Für die Seelsorge vor Ort habe das römische Schreiben keine direkten Auswirkungen, so das Bistum. Als erste Maßnahme hat Bischof Ackermann verfügt, dass die geplanten Wahlen zum ersten Rat der Pfarrei ausgesetzt werden, weil deren Durchführung gegen die verfügte Aussetzung verstoßen würde. Weitere Informationen würden Anfang nächster Woche erfolgen.

So ist derzeit auch völlig unklar, wie es personell im Dekanat Kirchen weitergeht. Eigentlich sollte am 1. Januar Pfarrer Dr. Augustinus Jünemann als neuer Leiter der Großpfarrei seinen Dienst aufnehmen, Kollege Christoph Kipper (Mudersbach/Niederfischbach) stand vor einem Wechsel ins Saarland.

Pfarrer Helmut Mohr (Kirchen/Betzdorf) hat die überraschenden Nachrichten recht gelassen zur Kenntnis genommen: „Ein Aufschub bedeutet ja nicht, dass es nicht weitergeht.“ Auch seien die Gottesdienste in der Pfarreiengemeinschaft schon bis Sommer geregelt. „Wer die Gottesdienste dann hält, wird man dann sehen.“

In der Pfarrgemeinde St. Michael Kirchen ist die Entscheidung aus Rom mit einem gewissen Wohlwollen aufgenommen worden. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Sebastian Hilpert sieht darin die Konsequenz aus einem Handeln, das gegen die Gläubigen vor Ort gerichtet ist: „Es war an der Zeit, dass da was passiert.“ Für Hilpert steht fest, dass das ehrenamtliche Team in Kirchen in gewohnter Form weitermachen wird.

Einer der schärfsten Kritiker der Bistumsreform war und ist bekanntlich Paul Eisel, früher 2. Vorsitzender des Verwaltungsrats und immer noch Motor im Förderverein der Pfarrkirche St. Michael. Er habe zunächst einen Freudenschrei  ausgestoßen. „Das ist die erste positive Nachricht aus Rom, die ich höre“, lautete sein erster Kommentar. Ihn würde jetzt persönlich interessieren, wie viel Geld das Bistum schon in die Reform und all die Hochglanzbroschüren gesteckt habe. Dieses Geld wäre seiner Meinung nach bei der Sanierung der Kirchener Pfarrkirche wesentlich besser und sinnvoller investiert worden. „Auf jeden Fall hoffe und vertraue ich darauf, dass nunmehr der Bischof und die weiteren Verantwortlichen ein Einsehen haben und keinen weiteren Schaden zum Nachteil des kirchlichen Lebens eintreten lassen.“

Fabian Bodora, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Ignatius in Betzdorf, ist normalerweise nie um ein Wort verlegen, doch diese Intervention Roms habe ihn sprachlos gemacht: „Wer sichert uns noch Verlässlichkeit zu? Seit Jahren beschäftigen wir uns mit der Synode, haben so viel Kraft und Energie vor Ort aufgebracht, und vier Wochen vor dem vermeintlichen Inkrafttreten wird die Umsetzung vorerst einkassiert – in einer Zeit, in der es bei uns vor Ort endlich nicht mehr nur um Strukturen ging, sondern um Inhalte. Und in dem Bereich ermöglicht Synode Chancen und Veränderungen.
Unsere Pfarrversammlung und vor allem die offene und mutmachende Begegnung mit dem neuen Leitungsteam waren tolle und nachdrückliche Momente. Diesen Aufbruch und Veränderungen brauchen wir unbedingt – vor Ort und auf der ganzen Insel und deswegen hoffe ich auf eine schnelle zukunftsfähige Lösung.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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