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„Schachtspäddchen“ diskutiert mit Waldbesitzern
Rücksichtnahme ist das Zauberwort

Die einen wollen den Wald für ihren Sport nutzen, die anderen haben alle Hände voll damit zu tun, ihn zu bewirtschaften: Zwischen den Interessen der Mountainbiker und Waldbesitzer klafft eine Lücke. Diese ein Stückchen kleiner zu machen, war das Ziel eines ersten Beschnupperns von „Schachtspäddchen“ und den Waldbesitzern.
  • Die einen wollen den Wald für ihren Sport nutzen, die anderen haben alle Hände voll damit zu tun, ihn zu bewirtschaften: Zwischen den Interessen der Mountainbiker und Waldbesitzer klafft eine Lücke. Diese ein Stückchen kleiner zu machen, war das Ziel eines ersten Beschnupperns von „Schachtspäddchen“ und den Waldbesitzern.
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  • hochgeladen von Pascal Mlyniec (Redakteur)

damo Brachbach. Vor dem Termin in der Peter-Hussing-Halle standen noch zwei Grüppchen auf dem Parkplatz – anschließend war es eine große Runde. Und das lag nicht nur an der Kiste Erzquell, die einer der Gesprächsteilnehmer in seinem Kofferraum gefunden hatte. Denn in den zwei Stunden zuvor waren sich die beiden Gruppen ein gutes Stück nähergekommen. Die eine Gruppe war der Vorstand des Fahrradvereins „Schachtspäddchen“, die andere setzte sich aus Vertretern des Forstamts, des Haubergs und der Jagd zusammen.

Auf den ersten Blick scheinen deren Interessen unvereinbar: Die einen wollen den Wald für ihren Sport nutzen, die anderen wollen ihr Eigentum zwar nicht abriegeln, verlangen aber einen rücksichtsvollen Umgang.

damo Brachbach. Vor dem Termin in der Peter-Hussing-Halle standen noch zwei Grüppchen auf dem Parkplatz – anschließend war es eine große Runde. Und das lag nicht nur an der Kiste Erzquell, die einer der Gesprächsteilnehmer in seinem Kofferraum gefunden hatte. Denn in den zwei Stunden zuvor waren sich die beiden Gruppen ein gutes Stück nähergekommen. Die eine Gruppe war der Vorstand des Fahrradvereins „Schachtspäddchen“, die andere setzte sich aus Vertretern des Forstamts, des Haubergs und der Jagd zusammen.

Auf den ersten Blick scheinen deren Interessen unvereinbar: Die einen wollen den Wald für ihren Sport nutzen, die anderen wollen ihr Eigentum zwar nicht abriegeln, verlangen aber einen rücksichtsvollen Umgang. „Wenn sich alle an die Regeln halten würden, hätten wir kein Problem“, verdeutlichte Thomas Krumbeck vom Mudersbacher Hauberg. Aber er hat den Konjunktiv nicht zufällig gewählt: Auf dem Höhwald und im Giebelwald gibt es etliche illegale Trails – und die schmecken den Waldbauern ganz und gar nicht.

Rowdys? "Da gehören wir nicht zu"

Aber sie stehen mit ihrer Ablehnung der illegalen Downhill-Fahrten nicht allein da: Auch der „Schachtspäddchen“-Vorstand verurteilt es, wenn Mountainbiker rücksichtslos durch den Wald pflügen. „Oft ist die Rede von Rowdys auf zwei Rädern, aber da gehören wir nicht zu“, betonte Klaus Harnischmacher: „Wir sind alle gerne im Wald, wir lieben den Wald. Und natürlich ist uns der Naturschutz wichtig.“

Deshalb sucht „Schachtspäddchen“ Kompromisse: „Wir wollen das kanalisieren“, sagte Marco Hering. So hat der Verein bereits Aktionen gestartet, die zu mehr Sensibilität aufrufen. Und er will mehr: Die Wunschvorstellung ist ein legaler Trail, daraus machten die Vereinsvertreter keinen Hehl. Der Gedanke dahinter ist einfach: Natürlich wissen die Radsportler, dass Querfeldein-Fahrten im Wald nicht ohne Folgen bleiben – aber wenn man sie auf einer legalen Strecke bündelt, beschränken sich die negativen Auswirkungen eben auf ein einziges Waldstück.

Einige Hürden im Weg

Der Weg dahin ist allerdings weit – das machte Forstamtsleiter Michael Weber unmissverständlich klar. Zwar war er es, der an diesem Abend am weitesten auf den Verein zugekommen ist, aber zugleich skizzierte er hohe rechtliche Hürden.

Erstes Problem sei meist der Naturschutz. Weber hat dem Verein dringend geraten, sich zu Beginn aller Überlegungen mit der Naturschutzbehörde zusammenzusetzen. „Sie dürfen die Rechnung nicht ohne den Naturschutz machen, denn Ärger bringt Sie nicht weiter und schadet Ihrem Renommee.“ Auch das Forstamt sollten die Aktiven von Anfang an einbeziehen. Und unverzichtbar sei natürlich auch ein Konsens mit den Waldbesitzern.

Die Bitte um Rücksicht

Die haben allerdings derzeit genug Probleme, verdeutlichte Weber. Und damit meint er nicht nur das verheerende Waldsterben: In Zeiten der Pandemie habe der öffentliche Druck auf den Wald extrem zugenommen – und viele würden dabei völlig ausblenden, dass sie im Wald nach den Buchstaben des Gesetzes nur geduldet seien. „Auch im Wald ist die Netiquette schon lange verloren gegangen“, ergänzte Revierförster Bernd Schäfer. Also baten beide um mehr Rücksicht – eine Position, der sich auch Jäger Thomas Schmidt mit Verweis auf Störungen der Jagd anschloss.

Aber es geht nicht nur um ein freundliches Miteinander, führte Weber aus: Auf dem Weg zu einem Trail seien viele juristische Klippen zu umschiffen, sagte er mit Verweis auf haftungsrechtliche Fragen. Und er warnte davor, dass ein legaler Trail auch schnell „außer Kontrolle“ geraten könnte: „Wenn es weitergeht, ist wichtig, dass die Landschaft nicht überrannt wird.“

"Vielleicht können wir ja froh sein, dass es euch gibt."
Bernd Schäfer
Revierförster

Aber immerhin: „Wenn es weitergeht“, hat Weber gesagt und die Tür damit nicht verschlossen. Und „Schachtspäddchen“ ist ernsthaft daran interessiert, dass sie nicht doch noch ins Schloss fällt: „Was können wir tun, wo können wir dem Wald helfen?“, hat Marco Hering mehr als einmal gefragt. Die wichtigste Antwort der Waldbauern: Der Verein solle seinen Einfluss nutzen, um zu mehr Sensibilität aufzurufen.

„Vielleicht können wir ja froh sein, dass es Euch gibt“, sagte Schäfer am Ende. Angesichts der beiden Lager, die sich vor dem ersten Beschnuppern auf dem Parkplatz gebildet hatten, darf das durchaus als Erfolg gewertet werden.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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