SZ

Pfusch an der Sieg
Säuberungsaktion führt zu Schäden im Fluss und am Ufer

Ein Teil des Schwemmguts liegt auch nach dem Einsatz immer noch im Wasser bzw. am Fuße des Wehres. Beim nächsten Hochwasser wird es an der Freusburger Mühle landen.
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  • Ein Teil des Schwemmguts liegt auch nach dem Einsatz immer noch im Wasser bzw. am Fuße des Wehres. Beim nächsten Hochwasser wird es an der Freusburger Mühle landen.
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thor Euteneuen.  Klaus-Peter Wagner ist als Angler einiges an Kummer gewohnt: Der Vorsitzende des ASV Wallmenroth hat in den vergangenen Jahren mitansehen müssen, wie das „Heimatrevier“ am Sieg-Wehr in Euteneuen viel von seiner Faszination verloren hat, nachdem der Wasserstand durch das Herunterfahren der Staukappen deutlich abgesenkt wurde. Mit viel Unverständnis verfolgt Wagner seitdem den Streit zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und Investor Richard Kail um die Reaktivierung der Wasserkraftanlage.
Die haben das einfach hingeschmissen und liegen gelassen.
Klaus-Peter Wagner
ASV WallmenrothGeräte haben deutliche Spuren hinterlassen

Doch mit diesem Ärger der völlig neuen Art hat er nicht wirklich gerechnet.

thor Euteneuen.  Klaus-Peter Wagner ist als Angler einiges an Kummer gewohnt: Der Vorsitzende des ASV Wallmenroth hat in den vergangenen Jahren mitansehen müssen, wie das „Heimatrevier“ am Sieg-Wehr in Euteneuen viel von seiner Faszination verloren hat, nachdem der Wasserstand durch das Herunterfahren der Staukappen deutlich abgesenkt wurde. Mit viel Unverständnis verfolgt Wagner seitdem den Streit zwischen dem Land Rheinland-Pfalz und Investor Richard Kail um die Reaktivierung der Wasserkraftanlage.

Die haben das einfach hingeschmissen und liegen gelassen.
Klaus-Peter Wagner
ASV Wallmenroth

Geräte haben deutliche Spuren hinterlassen

Doch mit diesem Ärger der völlig neuen Art hat er nicht wirklich gerechnet. In der vergangenen Woche fand eine „Säuberungsaktion“ in der Sieg statt, die diesen Namen so gar nicht verdient hat. Ganz im Gegenteil: Im Wasser und am Ufer hat schweres Gerät deutliche Spuren hinterlassen. Wagner ist angesichts der Vorgehensweise mächtig sauer, sind doch u. a. Rückzugsbereiche für junge Aale zerstört worden. Ziel der Aktion war es eigentlich, angeschwemmtes Treibholz und weiteren Unrat aus dem Wasser zu holen. Auf die Notwendigkeit dieser Maßnahme hatte Wagner die zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) schon im Frühjahr hingewiesen. Früher wurden diese Arbeiten durch die Angler selbst im Auftrag der Familie Albrecht (Inhaber der Wasserrechte) durchgeführt. Mit einem Boot rückte man dem angeschwemmten Holz an der Wehrkrone zu Leibe. Seit der Wasserstand deutlich niedriger ist, sammelt sich in diesem Bereich immer mehr Unrat an.

Ein Teil des Holzes blieb im Wasser zurück

Nunmehr muss ein von der SGD Nord beauftragtes Unternehmen im Einsatz gewesen sein. Über die Folgen wurde Wagner am vergangenen Freitag vom Gewässerwart des Vereins informiert. Als er an der Fischerhütte eintraf, wollte er seinen Augen nicht trauen. Reifenspuren zeugen immer noch davon, dass hier ein großer Bagger oder gar ein Harvester in die Sieg gefahren ist. Eine Bank des Vereins wurde dafür achtlos zur Seite geschoben. Ob das Fahrzeug für diesem Einsatz in einem Fließgewässer zugelassen war, weiß Wagner nicht. Jedenfalls wurden etliche Äste, Stämme und Bretter aus der Sieg „gefischt“ – allerdings landeten sie nicht in einem Container, sondern wurden unmittelbar am Ufer in einem Privatwald entsorgt. „Die haben das einfach hingeschmissen und liegen gelassen. Das ist doch nicht normal“, meint Wagner. Ein Teil des Holzes blieb aber im Wasser zurück bzw. findet sich nun am Fuße des Wehres wieder. Beim nächsten Hochwasser wird das an den Wehren der Freusburger Mühle landen.

Rückzugsorte der Aale zerstört

Hinzu kommt: In dem Bereich oberhalb des Stauwehres hatte der Angelsportverein Steine für junge Aale platziert, die nunmehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurden: „Die Aale verstecken sich hier, sonst werden sie sofort vom Kormoran geholt.“ Etwa 250 bis 300 der auf der Roten Liste befindlichen Tiere setze man im Jahr aus, zuletzt habe man diese immer von der SGD Nord erhalten, dieses Jahr vom Landesfischereiverband, berichtet der Vorsitzende. Was Wagner zusätzlich ärgert: Wäre mit dem Verein im Vorfeld Kontakt aufgenommen worden, hätten eine einfachere und schonendere Zufahrt zum Wasser organisiert werden können. Doch sein Handy blieb stumm: Dafür weiß er schon jetzt, wie der nächste Arbeitseinsatz der Angler aussehen wird: „Den ganzen Mist können wir jetzt wieder wegmachen.“ In einer Stellungnahme für die SZ erklärt die SGD Nord, dass die beauftragte Firma mit derartigen Arbeiten Erfahrung habe und bereits mehrfach für die Behörde tätig gewesen sei: „Das Unternehmen führte diese Arbeiten stets mit äußerster Sorgfalt durch. Beschwerden oder gar Schäden sind bisher nicht aufgetreten. Der Wehrkörper sowie der umliegende Bereich stellen eine technische Anlage mit befestigtem bzw. felsigem Ufer dar. Eine nachhaltige Schädigung kann hier ausgeschlossen werden“, schreibt Pressesprecherin Sandra Hansen-Spurzem.
Auch habe der Angelsportverein bislang nicht nachweisen können, dass der Fischbestand bzw. die Fischbrut gelitten habe.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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