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Tsunami der Hilfsbereitschaft
Sammelstelle in Kirchen von Spendern förmlich überrannt

Auch Caritas-Direktor Eberhard Köhler und Volker Hain als Chef des Kreis-Feuerwehrverbands packten tatkräftig mit an, um die Hilfsgüter auf die Lkw zu verladen. Foto: rai
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  • Auch Caritas-Direktor Eberhard Köhler und Volker Hain als Chef des Kreis-Feuerwehrverbands packten tatkräftig mit an, um die Hilfsgüter auf die Lkw zu verladen. Foto: rai
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rai Kirchen. Die Not in den Katastrophengebieten ist unvorstellbar groß. Die Hilfsbereitschaft der Menschen im AK-Land und darüber hinaus aber auch. Das hatte am Samstag Folgen: Am Morgen musste die Hilfsgütersammlung auf dem Speditionsgelände Herrmann gestoppt werden, bevor sie richtig angelaufen war. Der Aufruf war auf eine so große Resonanz gestoßen, dass man einfach nicht mehr wusste, wie man der weiteren Spenden sonst noch Herr werden könnte.
Herrmann: "Hatte mit einem Sattelzug gerechnet"Spediteur Wolfgang Herrmann ist erfahren, wenn es um Hilfstransporte geht. Aber in diesem Fall wurde auch er überwältigt.

rai Kirchen. Die Not in den Katastrophengebieten ist unvorstellbar groß. Die Hilfsbereitschaft der Menschen im AK-Land und darüber hinaus aber auch. Das hatte am Samstag Folgen: Am Morgen musste die Hilfsgütersammlung auf dem Speditionsgelände Herrmann gestoppt werden, bevor sie richtig angelaufen war. Der Aufruf war auf eine so große Resonanz gestoßen, dass man einfach nicht mehr wusste, wie man der weiteren Spenden sonst noch Herr werden könnte.

Herrmann: "Hatte mit einem Sattelzug gerechnet"

Spediteur Wolfgang Herrmann ist erfahren, wenn es um Hilfstransporte geht. Aber in diesem Fall wurde auch er überwältigt. „Ich hatte mit einem Sattelzug gerechnet“, sagte Herrmann, während auf dem Hof Bekleidung, Lebensmittel, Wasserflaschen, Kinderwagen und vieles mehr sortiert und auf die Ladeflächen verfrachtet wurden. Die Autos, mit denen weitere Hilfsgüter vorbeigebracht wurden, stauten sich in Richtung Einkaufszentrum.

Herrmanns Mitarbeiter mussten denjenigen, die Bekleidung spenden wollten, mitteilen, dass nichts mehr angenommen werden kann. Lebensmittel. Tiernahrung, Desinfektionsmittel und Hygieneartikel waren zunächst noch möglich. Auch ein Anhänger mit Medikamenten, Verbandsstoff und Handdesinfektionsmittel fand noch Platz.

Zur Mittagszeit waren drei Sattelzüge, ein 18-Tonner und ein kleiner Bus beladen. Herrmann und die weiteren Fahrer klemmte sich hinter das Lenkrad der Fahrzeuge, während Speditionsmitarbeiter Hinweise an den Hallen anbrachten, dass die Annahme vorerst gestoppt ist. Es soll nichts mehr auf dem Hof abgestellt werden.

Kontakt zur Jugendherberge

Aber der Reihe nach: Am Freitag hatte Herrmann Herbergsleiter Jürgen Hof kontaktiert, damit in einer Halle die auf der Freusburg abgegebenen Spenden zwischengelagert und abtransportiert werden können. Er suchte auch den Kontakt zu Eberhard Köhler, Direktor der Caritas Betzdorf. Für Herrmann stand fest: „Bei uns wird eingelagert.“ Auch der Kreisfeuerwehrverband Altenkirchen rief zu Spenden auf.

Um 7 Uhr stand der halbe Hof voll

Als man am Samstag um 7 Uhr an der Spedition die Aktion beginnen wollte, stand der halbe Hof schon voll: „Es kam ja ständig mehr.“ Auch in über 30 Gerätehäusern der Feuerwehren im Kreis wurden Bekleidung, Spielsachen und Lebensmittel abgegeben. Selbst aus Köln hatten sich Menschen auf den Weg nach Kirchen gemacht.

"Eine barmherzige Welle"

„Das ist so viel geworden, das ist eine barmherzige Welle“, sagte Eberhard Köhler am Samstag: „Die Kraft, die das Ehrenamt und das bürgerschaftliche Engagement entwickelt hat, ist fantastisch.“ Herrmann telefonierte mit Bauunternehmer Adam in Sinzig und kündigte die drei Sattelzüge an. Alle waren erleichtert, dass dort abgeladen werden konnte.

Wohnungen und Bagger angeboten

Inzwischen war Timo Bäcker erschienen. Der stellv. Löschgruppenführer der Wehr Oberfischbach berichtete, dass das Gerätehaus in einer Dreiviertelstunde voll gewesen sei. „Wir wissen nicht wohin“, sagte er und bat in Kirchen um Unterstützung. „Es ist der absolute Wahnsinn, damit haben wir nicht gerechnet“, zeigten sich alle überwältigt. Volker Hain, Chef des Kreisfeuerwehrverbands Altenkirchen,  berichtete, dass ihm Wohnungen sowie ein Zwei-Tonnen-Bagger angeboten worden sind. Nach Angaben von Geschäftsführer Daniel Freese hätten sich auch etliche Firmen erkundigt, wie sie helfen können.

Verständnis für Frust

Eberhard Köhler kann verstehen, dass am Samstag auch Frust aufgekommen ist, wollten doch alle nur helfen. Die meisten hätten auch verständnisvoll reagiert. Es werde sicher eine weitere Hilfsaktion geben, ließen die Verantwortlichen anklingen. „Du hast eine Truppe hier, die ist der Hammer“: Köhler meinte mit seinem Lob die Mitarbeiter von Herrmann. Insgesamt waren rund 25 Helfer im Einsatz.

Autor:

Rainer Schmitt (Freier Mitarbeiter) aus Betzdorf

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