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Weg unpassierbar
Schleichweg in Friesenhagen wird dicht gemacht

Der „Stöckener Weg“ ist nicht mehr als ein unbefestigter Waldweg, wird aber laut der Hatzfeldt’schen Verwaltung von vielen Verkehrsteilnehmern als Abkürzung genutzt. Das soll bald vorbei sein, kündigt Franz Straubinger an.
  • Der „Stöckener Weg“ ist nicht mehr als ein unbefestigter Waldweg, wird aber laut der Hatzfeldt’schen Verwaltung von vielen Verkehrsteilnehmern als Abkürzung genutzt. Das soll bald vorbei sein, kündigt Franz Straubinger an.
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damo Friesenhagen. Vom Kinken-Kreuz in Friesenhagen bis zum Hofgut Stöcken in Plittershagen sind es knapp 8 Kilometer – zumindest dann, wenn man sich an die Verkehrsregeln hält. Aber Google Maps kennt eine Abkürzung, und die ist nur 2 Kilometer lang. Kleiner Haken: Die Routenempfehlung der Navigationssoftware führt mitten durch den Wald. Und am Eingang des Waldwegs steht ein dickes, fettes Durchfahrt-verboten-Schild steht.

„Das hier ist ein Waldweg, sonst gar nichts“, sagt Forstdirektor Dr. Franz Straubinger von der Hatzfeldt’schen Verwaltung. Angelegt worden ist der „Stöckener Weg“ vor Jahrzehnten, und zwar ausschließlich zum Holztransport aus den Hatzfeldt’schen Wäldern. Die erstrecken sich im Wildenburger Land bis an die Landesgrenze nach NRW.

damo Friesenhagen. Vom Kinken-Kreuz in Friesenhagen bis zum Hofgut Stöcken in Plittershagen sind es knapp 8 Kilometer – zumindest dann, wenn man sich an die Verkehrsregeln hält. Aber Google Maps kennt eine Abkürzung, und die ist nur 2 Kilometer lang. Kleiner Haken: Die Routenempfehlung der Navigationssoftware führt mitten durch den Wald. Und am Eingang des Waldwegs steht ein dickes, fettes Durchfahrt-verboten-Schild steht.

„Das hier ist ein Waldweg, sonst gar nichts“, sagt Forstdirektor Dr. Franz Straubinger von der Hatzfeldt’schen Verwaltung. Angelegt worden ist der „Stöckener Weg“ vor Jahrzehnten, und zwar ausschließlich zum Holztransport aus den Hatzfeldt’schen Wäldern. Die erstrecken sich im Wildenburger Land bis an die Landesgrenze nach NRW. Und genau das ist das Problem: Einen kürzeren Weg von der L 279 nach Plittershagen gibt’s nicht – und das weiß offensichtlich nicht nur Google Maps.
Denn Straubinger beklagt, dass immer mehr Autofahrer die Abkürzung zum Hofgut Stöcken und nach Plittershagen nutzen. Er spricht von Pferdetransportern und sogar von Lastwagen, die den unbefestigten Waldweg nehmen, um sich die Schleife über Friesenhagen und Mausbach zu sparen. All das sei illegal – aber das störe offenbar kaum einen: „Es hat dramatisch zugenommen.“

Friesenhagen: Auf eigene Kosten

Und es könne heftige Folgen haben, führt Straubinger beim Ortstermin aus: Weil der Weg über den Grund und Boden der Hatzfeldt’schen Forstverwaltung verläuft, müsste diese auch für Schäden aufkommen – und die könnten ganz schön ins Geld gehen. „Wenn es zu einem Unfall kommt und ein Fahrzeug Benzin oder Öl verliert, wird’s teuer“, sagt Straubinger. Gerade beim letztgenannten Fall lasse sich der Verursacher kaum ermitteln – und dann müsse das Haus Hatzfeldt auf eigene Kosten die Schäden regulieren. „So ein Erdaustausch kostet schnell mehrere zehntausend Euro“, sagt Straubinger. Und die Versicherung weigere sich, für derartige Schäden aufzukommen.

Friesenhagen: Weg wird zurückgebaut 

Auf einen solchen Fall will das Haus Hatzfeldt nicht warten – stattdessen sollen jetzt Fakten geschaffen werden. Weil „das Verbotsschild keiner ernst nimmt“ und selbst „eine Schranke schnell demoliert würde“, wollen die Hatzfeldt’schen den Weg zurückbauen. Nicht auf ganzer Länge – schließlich wird er ja zum Holztransport benötigt. Nur ein Teilstück kurz vor dem Hofgut Stöcken soll mit dem Bagger unpassierbar gemacht werden. „Auf 20, 30 Meter Länge wird der Weg aufgebrochen und anschließend bepflanzt“, erklärt Straubinger. Der Effekt liegt auf der Hand: Die Verbindung nach Plittershagen wäre gekappt, der Waldweg wäre keine Abkürzung mehr. „Wir müssen einfach Sicherheit haben“, argumentiert Straubinger.

Friesenhagen: Sackgasse statt Verbotsschild 

Zuvor hatte das Haus Hatzfeldt versucht, die Gemeinde ins Boot zu holen. Das Angebot lautete sinngemäß: Die Kommune übernimmt die Risiken und hält den Weg instand – und der Weg bleibt, wie er ist, weil die Hatzfeldt’schen dann auf den Rückbau verzichten.
Aber dazu ist es – wenig überraschend – nicht gekommen. Schließlich hätte die Gemeinde die selben Haftungsprobleme, und noch dazu müsste sie den Bauhof mobilisieren, den Weg instand zu halten. Das Fazit aus dem Kirchener Bauamt: „Daher bleibt nur ein Rückbau oder eine Schranke.“
Genau darauf läuft es jetzt hinaus: Im Frühjahr solle der Bagger nahe der Landesgrenze anrücken. Und am Abzweig von der L 279 wird neben dem Verbotsschild ein Hinweis auf eine Sackgasse angebracht. Ob das Google Maps nachhaltig beeindruckt, darf allerdings bezweifelt werden.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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