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First Responder der Feuerwehr Friesenhagen
Schneller als der Rettungsdienst

Anders als viele andere Ersthelfer-Einheiten haben die Friesenhagener First Responder auch während der Pandemie treu ihren Dienst getan. Im Jahr 2020 haben sie 63 Einsätze absolviert.
  • Anders als viele andere Ersthelfer-Einheiten haben die Friesenhagener First Responder auch während der Pandemie treu ihren Dienst getan. Im Jahr 2020 haben sie 63 Einsätze absolviert.
  • Foto: damo
  • hochgeladen von Katja Fünfsinn (Redakteurin)

damo Friesenhagen. Lockdown? Nicht für die Friesenhagener First-Responder-Gruppe. Die 13-köpfige Einheit hat sich von der Pandemie nicht ausbremsen lassen. Während bundesweit viele vergleichbare Einheiten aus Gründen des Infektionsschutzes ihren Dienst eingestellt haben, haben die Friesenhagener Ersthelfer nicht auf einen einzigen Einsatz verzichtet. Warum? „Wenn wir ausrücken, geht es um Leben und Tod. Und da spielen dann auch 14 Tage Quarantäne keine Rolle“, sagen Wehrführer Thomas Wickler und der Leiter der First Responder, Christoph Wickler, unisono.Sie sind froh darüber, dass ihre „Chefs“, der Kirchener Wehrleiter Ralf Rötter und Bürgermeister Maik Köhler, den First Respondern selbst die Entscheidung überlassen haben, ob sie trotz der Pandemie weitermachen.

damo Friesenhagen. Lockdown? Nicht für die Friesenhagener First-Responder-Gruppe. Die 13-köpfige Einheit hat sich von der Pandemie nicht ausbremsen lassen. Während bundesweit viele vergleichbare Einheiten aus Gründen des Infektionsschutzes ihren Dienst eingestellt haben, haben die Friesenhagener Ersthelfer nicht auf einen einzigen Einsatz verzichtet. Warum? „Wenn wir ausrücken, geht es um Leben und Tod. Und da spielen dann auch 14 Tage Quarantäne keine Rolle“, sagen Wehrführer Thomas Wickler und der Leiter der First Responder, Christoph Wickler, unisono.Sie sind froh darüber, dass ihre „Chefs“, der Kirchener Wehrleiter Ralf Rötter und Bürgermeister Maik Köhler, den First Respondern selbst die Entscheidung überlassen haben, ob sie trotz der Pandemie weitermachen. Und diese Entscheidung ist dem 13-köpfigen Team sehr leicht gefallen: „Da waren wir uns alle sofort einig“, sagt Wicklers Stellvertreter Konrad Dietershagen. „Denn es gibt ja auch gar keine Alternative: Nur weil wir pausieren, wird ja der Rettungsdienst nicht schneller.“
Die Schnelligkeit: Gerade sie macht die Untergruppe der Friesenhagener Feuerwehr so wertvoll. Bei ihren 63 Einsätzen im Jahr 2020 waren sie durchschnittlich 9 Minuten und 47 Sekunden schneller vor Ort als der Rettungswagen.

Zeitvorsprung macht Unterschied

Das soll wohlgemerkt keine Kritik an den professionellen Rettungskräften sein, stellen die First Responder klar: Dass sie fixer in Köppernöll, Kuchenwald und all den anderen Weilern des Wildenburger Lands sind, ist einzig und allein der räumlichen Lage geschuldet. Sowohl die Sanitäter aus Kirchen als auch die Kollegen aus Freudenberg haben eine weite Anfahrt nach Friesenhagen – genau das war ja auch der Grund, die First-Responder-Einheit im Februar 2018 ins Leben zu rufen.Und dieser Zeitvorsprung kann den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall entscheiden Augenblicke über Wohl und Wehe, und noch extremer wirkt sich jede Sekunde aus, wenn es um die Reanimation geht.
Dreimal mussten die First Responder im Jahr 2020 einen Menschen wiederbeleben. „Und nach zehn Minuten stehen die Chancen mehr als schlecht“, sagt Christoph Wickler im SZ-Gespräch.

Statistik zeigt Wichtigkeit

Wie wichtig der Dienst der First Responder gerade in einer abseits gelegenen Flächengemeinde ist, belegt auch der Blick in die Statistik: 37-mal wurden die Helfer wegen internistischer Notfälle alarmiert, also zum Beispiel wegen Herzinfarkten. Sechsmal trafen sie als Erste bei Verkehrsunfällen ein, neun Fälle auf ihrer Liste gehören in die Rubrik „Chirurgie“. Bilanzierend kann man sagen: Dann, wenn die First Responder anrücken, geht’s den Patienten wirklich dreckig. Das – und die Tatsache, dass die Helfer natürlich ihre Patienten häufig persönlich kennen – macht ihre Einsätze teils ganz schön schwer: „Manchmal musst du echt schlucken“, sagt Thomas Wickler. Und so ist neben der professionellen Fortbildung hin und wieder auch die Seelenhygiene wichtig – da trifft es sich, dass die Gruppe wirklich eine verschworene Gemeinschaft ist.

Infektionsschutz wird berücksichtigt

Übrigens: Keiner der First Responder musste wegen eines Einsatzes in Quarantäne – denn natürlich berücksichtigt die Gruppe alle Regeln des Infektionsschutzes. „Wir sind sehr gut ausgestattet worden“, dankt Christoph Wickler der Verbandsgemeinde: So verfügt die Einheit über Vollschutzanzüge, FFP2-Masken und Desinfektionsmittel. „Da hat die Verbandsgemeinde richtig Geld in die Hand genommen.“

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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