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Viel Lkw-Verkehr für Amprion-Baustelle
Schotter-Zufahrt Birken

Amprion hat tausende Tonnen Schotter durch Birken transportiert, um die Wege für den grenzüberschreitenden Leitungsbau auszubauen. Auf eine Zufahrt aus Richtung Niederschelden oder Eiserfeld wurde verzichtet. Fotos: thor
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  • Amprion hat tausende Tonnen Schotter durch Birken transportiert, um die Wege für den grenzüberschreitenden Leitungsbau auszubauen. Auf eine Zufahrt aus Richtung Niederschelden oder Eiserfeld wurde verzichtet. Fotos: thor
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thor Mudersbach. Wenn Mountain-Biker von „Waldautobahnen“ sprechen, meinen sie in der Regel ganz normale unbefestigte Wege. Für das, was Amprion im Zuge des Leitungsbau in den heimischen Wäldern geschaffen hat, gibt es in der Szene noch keinen Begriff. „Wald-Highway“ würde sich unter Umständen anbieten. Fakt ist jedenfalls, dass Amprion tonnenweise Schotter angekarrt hat, um die Wege so herzurichten, dass sie auch von „schwerem Gerät“ befahren werden können. Nun ist das Material nicht mit dem Helikopter angeliefert worden, sondern mit Lkw. Vielen Lkw. Und gerade durch Birken sind ganze Karawanen gezogen.

Das thematisierte in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats Bernhard Klein, wohnhaft in der Löhrstraße, im Rahmen einer Einwohnerfrage.

thor Mudersbach. Wenn Mountain-Biker von „Waldautobahnen“ sprechen, meinen sie in der Regel ganz normale unbefestigte Wege. Für das, was Amprion im Zuge des Leitungsbau in den heimischen Wäldern geschaffen hat, gibt es in der Szene noch keinen Begriff. „Wald-Highway“ würde sich unter Umständen anbieten. Fakt ist jedenfalls, dass Amprion tonnenweise Schotter angekarrt hat, um die Wege so herzurichten, dass sie auch von „schwerem Gerät“ befahren werden können. Nun ist das Material nicht mit dem Helikopter angeliefert worden, sondern mit Lkw. Vielen Lkw. Und gerade durch Birken sind ganze Karawanen gezogen.

Das thematisierte in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats Bernhard Klein, wohnhaft in der Löhrstraße, im Rahmen einer Einwohnerfrage. Er berichtete den Ratsmitgliedern von den Lkw-Kolonnen, die Tag für Tag durch Birken gefahren seien. Dabei sei die Straße einst mit (viel) Geld der Anwohner hergerichtet worden.

Klein machte darauf aufmerksam, dass es eine grenzüberschreitende Baustelle sei und Birken auch als Zufahrt für die Arbeiten in Niederschelden/Eiserfeld diene. Von Ortsbürgermeister Maik Köhler wollte der Birker wissen, ob das alles so rechtens und mit der Gemeinde abgesprochen sei und ob man eventuell auf eine Entschädigung hoffen könne.

Köhler musste einmal mehr erklären, dass Amprion im Zuge des Planfeststellungsverfahrens weitgehende Rechte besitzt und wenig abstimmen muss. Einmal mehr prangerte er allerdings die mangelhafte Kommunikation des Unternehmens an, auch und gerade gegenüber den Anwohnern. Amprion habe aber den Zustand der Straßen dokumentiert, so Köhler, auch um sich gegen unberechtigte Schadensersatzforderungen abzusichern. Die Verwaltung habe aber Gleiches getan. Immerhin haben sich die Lkw-Fahrer höchst rücksichtsvoll verhalten, meinte Beigeordneter Bernhard Steiner.

Im Rat kam dabei auch Kritik daran auf, dass Amprion die Baustellen ausschließlich über Birken angefahren hat, wo sich doch einige Masten auf NRW-Seite befinden. Hier wäre auch eine Zufahrt über das Drottental in Niederschelden möglich, doch das sei wohl zu umständlich. In der Tat zeigt die Erfahrung aus anderen Gemeinden im AK-Land: Hat Amprion erst einmal einen Weg gefunden, bleibt es dabei.

Kritik wurde ebenso am eingebrachten Material selbst geäußert: „Das war Schotter, dass selbst ein Mountain-Biker aus dem Sattel fliegt“, meinte Ulrich Merzhäuser (CDU). Ähnliches berichtete Arnd Kretzer von den Schinden in Niederschelderhütte.

Bernhard Klein äußerte die Sorge, dass der gesamte Schotter nach Fertigstellung auch wieder durch Birken abtransportiert wird. Ganz so schlimm ist die Perspektive allerdings nicht: Haubergsvorsteher Bernd Killer berichtete auf Anfrage der SZ, dass ein Rückbau der Wege zwar vertraglich vereinbart sei. Aber bestimmte Abschnitte werde man wahrscheinlich so belassen. Auch sei es denkbar, dass man einiges Material von Amprion für den eigenen Wegebau übernehme und vor Ort lagern werde, sagte Killer.

Auch in Brachbach schreiten die Arbeiten am Leitungsbau weiter voran. Inzwischen sei der Nutzungsvertrag für das Härdtchen unterschrieben, teilte Ortsbürgermeister Steffen Kappes mit. Eigentlich habe Amprion die Anlieger zu den genauen Regelungen informieren wollen. „Passiert ist aber noch nichts.“ Kappes: „Wir harren mal der Dinge, die da noch kommen – oder auch nicht. Ich hoffe aber, dass sie sich aufgrund der Erfahrungen aus der Vergangenheit an ihre Zusagen halten.“

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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