Eingedampfter Notdienst in Kirchen und Altenkirchen
"Schwächung des Standorts"

Das Thema Ärztlicher Notdienst sorgt für Ärger im Verbandsgemeinderat Kirchen.

nb Mudersbach. Mit der baldigen Reduzierung des Ärztlichen Notdienstes und mit der wohl alles andere als baldigen Umsetzung des Radweges von Wissen bis Bahnhof Wildenburg haben am Donnerstagabend gleich zwei Themen für Ärger im Verbandsgemeinderat Kirchen gesorgt.
Wie schon im Kreisausschuss und im Stadtrat Kirchen wurde bei der Sitzung in der Mudersbacher Giebelwaldhalle Unmut darüber geäußert, dass der „Notdienst“ in Kirchen und Altenkirchen zeitlich „eingedampft“ wird.
Kurt Möller von den Grünen fühlte sich bei dem Verhalten von Kassenärztlicher Vereinigung und deren Vorsitzenden

Rettungswagen statt Notdienst

Dr. Peter Heinz an den Sonnenkönig erinnert – ganz nach dem Motto: „L’état c’est moi.“ SPD-Sprecherin Angelika Buske befürchtet, dass mit den Kürzungen weiteren Maßnahmen Tür und Tor geöffnet werden. Matthias Mockenhaupt (CDU) sieht ein mögliches Problem darin, dass noch mehr Leute einen Rettungswagen rufen könnten, die eigentlich beim Notdienst richtig wären. Und Erster Beigeordneter Ulrich Merzhäuser wollte noch einmal festgehalten wissen: „Das ist auch eine Schwächung des Standortes Kirchen.“ Bereits im Kirchener Stadtrat hatte es sich angekündigt: Man will es nicht bei Unmutsäußerungen in den Gremien belassen. Eine Resolution bringe nichts, so Buske, die lande nur „in der Schublade.“ Sie sprach sich für eine offene Demo aus. Mit einem Demo und einem offenen Brief konnte sich auch Anna Neuhof, Grünen-Fraktionssprecherin, anfreunden. Sie wies aber auch darauf hin, dass die Zeit davonläuft: „Das Kind ist Anfang Oktober in den Brunnen gefallen.“ Georg Seidenfuß bekundete für die CDU man werde das mittragen: einen offenen Brief und eine Unterschriftenaktion oder Demo. Und so gab es abschließend von Bürgermeister Andreas Hundhausen den „Schlachtplan“: Seitens der Verwaltung werde ein offener Brief entworfen und mit den Fraktionen abgestimmt. Und in Sachen Demonstration werde er sich mit den Fraktionssprechern zusammensetzen.
Zweiter Aufreger: Der geplante Pendler-Radweg von Wissen über Morsbach nach Wildenburg Bahnhof – oder besser gesagt: der Planungsstand. Und in Sachen Radwege bewegen sich die Pedale für die Region bekanntlich nur sehr zäh.

Radweg mitplanen

Elisa Heilig von der Kirchener Verwaltung lieferte den Überblick über das genannte Projekt. „Aufgeschlagen“ war das Thema – die SZ berichtete – erstmals im Herbst 2018. 2019 wurde das Projekt, mit dem insbesondere auch Pendler aufs Rad gebracht werden sollen, vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in das großräumige Radwegenetz Rheinland-Pfalz übernommen. Aktuell, so informierte Heilig weiter, plane der LBM die Landesstraße 278 von Morsbach bis Steeg zu erneuern. Da sei es aus Sicht der Verwaltung sinnig, das Radweg-Teilstück in diesem Bereich doch gleich mitzuplanen. Die Reaktionen auf den Vorschlag aus Kirchen: Der LBM habe mitgeteilt, dass der Weg nicht im aktuellen Investitionsplan des Landes enthalten sei und daher nicht realisiert werden könne. Das Wirtschafts- und Verkehrsministerium wiederum ließ wissen, dass die Planungen für die Straßenerneuerung fast abgeschlossen seien. Wenn jetzt begonnen werde, den Radweg zu planen, würde das zu einem verspäteten Start des Straßenbaus führen. Und: Das Baurecht müsse mit einem Planfeststellungsverfahren geschaffen werden.

Das dauert und kostet

Der LBM werde gebeten, so das Ministerium, das Projekt bei zukünftigen Investitionsprogrammen mit zu berücksichtigen. Aber, und das sorgte am Donnerstag für Kopfschütteln, „zukünftig“ heißt 2024. Dann könne der Radweg in das Investitionsprogramm aufgenommen und frühestens danach mit den Planungen durch den LBM begonnen werden. Andreas Hundhausen blieb da nur ein sarkastisches Lächeln und ein so kurzes wie vielsagendes: „Wir nehmen das Mal zur Kenntnis.“
Anna Neuhof wurde „schwindelig“ aufgrund der doppelten Kosten, während ihr Parteikollege Möller voraussagte, dass den Bau wohl nur noch Jüngere erleben werden. Und Hans-Georg Gerhardus (FDP) verwies auf Planungen auch bei anderen Projekten und das Gefühl des Abgehängtseins im nördlichen Landesteil. Es sei einfach nur traurig: „Das ist ein Affront gegen die ganze Gegend“, so Gerhardus, anders könne er sich das nicht mehr erklären.

Autor:

Nadine Buderath (Redakteurin) aus Betzdorf

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