»Sehr geehrte Frau Ex-Ortsbürgermeisterin«

Hitzige Diskussionen im Rat Mudersbach:

Streit um Sanierung der Grundschule Niederschelderhütte

damo Mudersbach. Mit ihrer Forderung, 130000 Euro für die notwendige Sanierung der Grundschule Niederschelderhütte in den Haushalt einzustellen, biss die SPD gestern Abend im Ortsgemeinderat auf Granit. Die CDU-Mehrheit lehnte die Forderung nach Einstellung des Geldes in den Haushalt ebenso ab wie den Antrag auf namentliche Abstimmung.

Brigitte Göbel hatte es als »unerfreulich und sehr enttäuschend« bewertet, dass sich im Etat-Entwurf kein Geld für die Sanierung der Schule wiederfinde. Das Argument der CDU, erst die Entscheidung zur Änderung des Schulbezirks abzuwarten, nannte Göbel »Verzögerungstaktik«. Sie legte nach und gab der Diskussion damit zugleich den Anstrich einer Grundsatzdiskussion über die Zukunft der Schule: »Wer die Grundschule in Niederschelderhütte erhalten will, muss noch in diesem Jahr mit den Sanierungsarbeiten beginnen.« Wenig überraschend, dass die CDU diesen Schwarzen Peter nicht mit einem Lächeln auf den Lippen entgegen nahm.

Schon als Gundolf Schupp für die CDU zur Entgegnung anhob, wusste jeder, wie der Hase laufen würde: »Sehr geehrte Frau Ex-Ortsbürgermeisterin«, begann Schupp seine Retourkutsche und warf der SPD vor, mit ihren »plakativen Forderungen« (SZ von gestern: »SPD: Grundschulen sind unantastbar«) Wahlkampf zu betreiben. Die Forderung der SPD sei nicht nachvollziehbar, denn: »Die SPD hat von 1984 bis 2004 den Ortsbürgermeister gestellt und hatte auch die Mehrheit im Rat«, erinnerte Schupp und folgerte: »Sie hatten die Verantwortung. Aber in diesen 20 Jahren ist nicht einmal Geld für die Sanierung der Grundschule in den Haushalt eingestellt worden.« Schupp führte aus, dass er nicht nachvollziehen könne, dass die SPD jetzt so dränge – es komme nicht auf ein halbes Jahr an. Bis dahin sei die Frage nach der Schulträgerschaft des Bezirks wohl geklärt. »Wir wollen vorher keine Flickschusterei, sondern erst investieren, wenn ein schlüssiges Konzept vorliegt«, schloss er seine Ausführung.

Dem entgegnete Brigitte Göbel, dass der aktuelle Haushalt zwar immer noch defizitär sei, aber zumindest einen gewissen Spielraum für Investitionen zulasse. Daher stelle sie jetzt einen Antrag, den die SPD in den Vorjahren – aufgrund der schlechten Finanzlage – nicht selbst habe umsetzen können. Die SPD hielt an ihrem Antrag fest; die CDU lehnte ihn schließlich ab.

In einer anderen Fragestellung zum Thema »Grundschule« herrschte aber Einigkeit im Rat: Das Gremium stellte einstimmig den Antrag an die Verbandsgemeinde, dass die neu einzuschulenden Kinder aus dem Ortsteil Mudersbach nicht in der Brachbacher Grundschule eingeschult werden, sondern in deren Außenstelle in Mudersbach. »Alleine aus logistischen Gründen ist das sinnvoll«, begründete CDU-Sprecher Gerd Kölzer dieses Ansinnen: Im Sommer werden 37 Kinder aus Mudersbach und nur 14 aus Brachbach eingeschult.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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