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Kritik an der Kritik
Shisha-Bar-Betreiber spricht von Rufmord

Simon Kilikoglu in einem Teil seiner Shisha-Bar an der Mudersbacher Industriestraße. Die Kritik einiger Anwohner aus der jüngsten Ratssitzung hat ihn tief verletzt. Fotos: thor
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  • Simon Kilikoglu in einem Teil seiner Shisha-Bar an der Mudersbacher Industriestraße. Die Kritik einiger Anwohner aus der jüngsten Ratssitzung hat ihn tief verletzt. Fotos: thor
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thor Mudersbach.  Fassungslosigkeit, Enttäuschung und Wut: Irgendwo dazwischen liegt momentan die Gefühlswelt von Simon Kilicoglu. Ausgelöst hat diesen emotionalen Mix die Kritik an seiner Shisha-Bar und damit an ihm persönlich, die in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats laut geworden war (die SZ berichtete). Dort hatten Anwohner über starke Lärmbelästigungen am Wochenende geklagt, und auch von einigen Ratsmitgliedern selbst waren anschließend nicht gerade wohlwollende Worte über den Gastronomiebetrieb im Gewerbepark Meteor zu vernehmen gewesen.

Kilicoglu will diese Kritik nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen. Gegenüber der Siegener Zeitung spricht er offen von Rufmord – dagegen werde er sich rechtlich zur Wehr setzen.

thor Mudersbach.  Fassungslosigkeit, Enttäuschung und Wut: Irgendwo dazwischen liegt momentan die Gefühlswelt von Simon Kilicoglu. Ausgelöst hat diesen emotionalen Mix die Kritik an seiner Shisha-Bar und damit an ihm persönlich, die in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats laut geworden war (die SZ berichtete). Dort hatten Anwohner über starke Lärmbelästigungen am Wochenende geklagt, und auch von einigen Ratsmitgliedern selbst waren anschließend nicht gerade wohlwollende Worte über den Gastronomiebetrieb im Gewerbepark Meteor zu vernehmen gewesen.

Kilicoglu will diese Kritik nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen. Gegenüber der Siegener Zeitung spricht er offen von Rufmord – dagegen werde er sich rechtlich zur Wehr setzen. Denn was da an Vorwürfen geäußert worden sei, entbehre jeder Grundlage: „Das ist maßlos übertrieben und völlig unrealistisch.“

Schon seit 2011 ist Kilicoglu in Mudersbach, zuerst mit einer reinen Pizzeria, zwei Jahre später kam die Shisha-Bar. Vorher standen die Räumlichkeiten zweieinhalb Jahre leer. Die Genehmigung sei kein Problem gewesen, die Behörden hätten alles „auf Herz und Nieren“ geprüft. Aber auch schon da habe es Beschwerden gegeben, nach Aussagen des Barbetreibers aber immer nur von einem oder zwei Anwohnern.

Ja, sagt Kilicoglu, zunächst habe man auch noch kleinere Veranstaltungen durchgeführt und auch einen DJ auflegen lassen, doch seit eineinhalb Jahren herrsche buchstäblich Ruhe. Denn das passe auch zum Konzept des „Colonial“: Dies sei ein Familienbetrieb, kein Club und auch keine Disco. Die Gästen könnten sich hier bei leiser Hintergrundmusik treffen und unterhalten. Wer Party machen wolle, fahre nach Siegen, betont der Mudersbacher Gastronom. Und man habe hier auch rein gar nichts mit Drogen zu tun. Nie habe die Polizei zu einer Schlägerei gerufen werden müssen.

Und so widerspricht er auch dem in der Ratssitzung entstandenen Eindruck, dass hier Gäste aus halb Deutschland anreisten. Es gebe im Meteor-Komplex rund 40 Betriebe, von denen viele auswärtige Kunden und Lieferanten hätten. Es sei völlig normal, dass auf dem Parkplatz fremde Kennzeichen zu sehen seien. Aber vielleicht sei das für manche auch schon bei einem SI-Auto der Fall. Ohnehin seien die Gäste bunt gemischt: Deutsche, Türken, Araber, Russen – für ihn gelebte Integration.

Was Kilicoglu enttäuscht: Von den Anwohnern sei er in all den Jahren nie persönlich angesprochen worden. „Wenn es Probleme gibt, muss man die doch gemeinsam lösen.“ Auf Kritik würde sofort reagiert. Stattdessen hetzten diese Leute die Polizei und das Ordnungsamt auf die Bar. Er habe sogar Verständnis, wenn die Polizei dem Beschwerdeführer dann mitteile, dass man auch noch anderes zu tun habe. Laut Kilicoglu hat er die Beamten schon um Telefonnummern gebeten, damit er mit den Anrufern die Dinge bereinigen könne. Da dies nicht möglich sei, habe er seine Nummer durchgegeben, damit man ihn direkt kontaktieren könne.

Überall in der Bar verteilt finden sich Zettel mit Hinweisen. „Wir appellieren, nehmt bitte Rücksicht“, sagt Kilicoglu. Dabei schaue man nicht nur darauf, was in der Bar passiere, sondern auch auf den Parkplatz: „Wenn wir etwas Auffälliges sehen, gehen wir sofort raus.“ Vor der Tür lagern bereits große Glaselemente, mit denen künftig der Außenbereich eingefasst wird. Rund 40 000 Euro seien dafür in die Hand genommen worden. „Das sind weitere Investitionen, um die Nachbarn zu schonen.“

Inzwischen ist Kilicoglu zu der Überzeugung gelangt, dass es hier eigentlich weder um die Shisha-Bar noch um Lärm gehe: „Egal, was negativ ist, sie schieben alles auf uns.“ Das alles hat für ihn daher nichts mit berechtigter Kritik an einem Gastronomiebetrieb zu tun, hier gehe es unterschwellig um Ausländerfeindlichkeit. Und dagegen werde er sich mit allen Mitteln wehren.

Autor:

Thorsten Stahl (Redakteur) aus Betzdorf

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