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Gemeinderat lässt auf geeignete Flächen prüfen
Solarpark für Friesenhagen?

Dass die SPD mit ihrem Antrag zur Freiflächen-Photovoltaik keine offenen Türen einrennen würde, war klar. Geprüft wird aber dennoch, ob es in Friesenhagen geeignete Standorte gibt (Archivfoto).
  • Dass die SPD mit ihrem Antrag zur Freiflächen-Photovoltaik keine offenen Türen einrennen würde, war klar. Geprüft wird aber dennoch, ob es in Friesenhagen geeignete Standorte gibt (Archivfoto).
  • Foto: Daniel Montanus
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

damo Friesenhagen. Auf welcher Wiese könnte im Friesenhagener Land eine Photovoltaik-Freiflächenanlage gebaut werden? Diese Frage soll das Kirchener Bauamt klären. Diesen Prüfauftrag hat jetzt der Gemeinderat erteilt – und das ist schon ein bisschen erstaunlich. Denn es lag auf der Hand, dass die SPD-Fraktion mit ihrem Antrag keineswegs offene Türen einrennen würde. Dass die Sozialdemokraten am Ende die nötige Mehrheit bekamen (und das trotz einer Nein-Stimme aus den eigenen Reihen), war also keineswegs ein Selbstläufer.
Schließlich ist bekannt, dass gerade Landwirte der Nutzung der Solarenergie auf grünen Wiesen kritisch gegenüberstehen – und welcher Rat, wenn nicht der des Wildenburger Lands, hat stets auch die Interessen der Bauern im Blick?

damo Friesenhagen. Auf welcher Wiese könnte im Friesenhagener Land eine Photovoltaik-Freiflächenanlage gebaut werden? Diese Frage soll das Kirchener Bauamt klären. Diesen Prüfauftrag hat jetzt der Gemeinderat erteilt – und das ist schon ein bisschen erstaunlich. Denn es lag auf der Hand, dass die SPD-Fraktion mit ihrem Antrag keineswegs offene Türen einrennen würde. Dass die Sozialdemokraten am Ende die nötige Mehrheit bekamen (und das trotz einer Nein-Stimme aus den eigenen Reihen), war also keineswegs ein Selbstläufer.
Schließlich ist bekannt, dass gerade Landwirte der Nutzung der Solarenergie auf grünen Wiesen kritisch gegenüberstehen – und welcher Rat, wenn nicht der des Wildenburger Lands, hat stets auch die Interessen der Bauern im Blick? Und auch die Tatsache, dass das Landschaftsgebiet im Bewusstsein der Bevölkerung einen hohen Stellenwert hat, dürfte spätestens seit dem kollektiven Kampf gegen die Hatzfeldt’schen Windmühlen bekannt sein. Und nicht zuletzt sitzt ja auch noch Christoph Gehrke im Rat, und der glaubt nun ganz und gar nicht daran, mit grünen Technologien die Probleme unserer Zeit lösen zu können.

Es ging nicht um eine Grundsatzentscheidung

Selbstverständlich kam all das auch zur Sprache, nachdem SPD-Sprecherin Angelika Buske den Antrag ihrer Fraktion vorgetragen und begründet hatte. „Die langfristige energetische Versorgung unseres Landes ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich die Kommunen nicht entziehen können“, schickte Buske vorweg. Also sei es geboten, zu überprüfen, ob Friesenhagen einen Beitrag leisten könne – auch mit Blick auf das Nein zu den Windrädern im Wildenburger Land.
Die SPD war aber clever genug, ihren eigenen Antrag sehr defensiv zu formulieren. Es ging keineswegs darum, eine Grundsatzentscheidung zugunsten von PV-Freiflächenanlagen zu erreichen. Nein, lediglich geprüft werden solle, ob Flächen im Gemeindeeigentum überhaupt infrage kommen. Erst dann, in einem nächsten Schritt, sei es Zeit für eine politische Willensbildung. Und die SPD lieferte selbst die Stellen, an denen Kritiker ihre Hebel ansetzen können: Der Flächenfraß, die Kollisionen mit den Interessen der Landwirte und das Landschaftsbild müssten in den Fokus genommen werden.
Genau das hat der Rat aber jetzt schon getan:
Stichwort Landwirtschaft: Hier meldete sich Christof Strahlenbach zu Wort – wen wundert’s, schließlich ist der CDU-Sprecher selbst Besitzer eines Milchviehbetriebs. Der Betrieb der Freiflächenanlagen sei in erster Linie ein Privileg der Bauern in benachteiligten Gebieten – also sollten diese Vorfahrt haben.
Stichwort Flächenverbrauch: Johannes Mockenhaupt (CDU) gab zu bedenken, dass die Gemeinde gut beraten wäre, ihre wenigen großen Grundstücke als Ausgleichsflächen oder für Tauschgeschäfte in der Hinterhand zu behalten. Und sein Fraktionskollege Volker Reuber stellte klar, dass zuerst die Dächer in den Blick genommen werden müssten: „Ich bin noch nicht so weit, dass wir Grünflächen mit PV-Anlagen versiegeln sollten.“
Stichwort Energiewende: Selbstredend hat sich Christoph Gehrke positioniert – denn das Ratsmitglied der Liste Zimmermann steht ja nach wie vor an der Spitze der BI, die gegen die Windräder ankämpft. Und die BI spricht sich nicht vorrangig gegen Windräder vor der eigenen Haustür aus, sondern erteilt Wind- und Solarenergie eine generelle Absage. „Das ist energiepolitischer Irrsinn“, meinte Gehrke: „Wir werden mit regenerativen Energien unsere Energieprobleme nicht lösen.“ Kosten und Nutzen stünden in einem verheerend schlechten Verhältnis.

Sozialdemokraten werben für Besonnenheit

Nach dieser Kritik-Runde hat die SPD für ein bisschen Besonnenheit geworben. Es gehe keineswegs darum, Fakten zu schaffen, und die Prüfung durchs Bauamt werde die Gemeinde nichts kosten. Thomas Schmidt plädierte dafür, „erstmal zu prüfen, um dann am Ende des Tages eine mündige Entscheidung treffen zu können“.
Und dafür hat sich der Rat schließlich entschieden: Die sechs Befürworter kamen aus der SPD, die vier Nein-Stimmen aus CDU, Liste Zimmermann und der SPD. Drei Ratsmitglieder haben sich enthalten. Damit liegt dem Kirchener Bauamt jetzt ein Prüfauftrag auf dem Tisch.

Autor:

Daniel Montanus (Redakteur) aus Betzdorf

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